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24.12.2004
 

IT-Spielgefährte

Das soziale Wesen Computerhund

Erfurter Wissenschaftler erforschen die Kommunikation des Menschen mit Sonys Computerhund Aibo. Sie wollen herausfinden, ob dabei echte soziale Beziehungen geknüpft werden. Roboter könnten eines Tages die Rolle von Haustieren spielen.

Sony-Hund Aibo: Mehr als nur ein Spielzeug?
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Sony-Hund Aibo: Mehr als nur ein Spielzeug?

Erfurt - Der Computerhund Aibo hebt den Kopf, wackelt mit den Plastikohren und dem Plastikschwänzchen, beugt die Knie und tanzt zu einer eigenen Melodie. Es sieht lustig aus, wie das einem Dackel nachgebildete künstliche Wesen den Körper hin und her wiegt. Dabei leuchten die Augen vor Vergnügen grün. Sie könnten auch rot funkeln, aber dann müsste er schon verärgert sein. Aibo ist das Testobjekt einer Forschungsgruppe der Erfurter Universität zur künstlichen Kommunikation.

"Wir wollen herausfinden, unter welchen Bedingungen Menschen zu solchen Unterhaltungsrobotern soziale Beziehungen aufnehmen, die über einen einfachen Kontakt hinausgehen", sagt der Leiter der Projektgruppe, der Kommunikationswissenschaftler Friedrich Krotz. Und er betont: "Man könnte künstliche Kommunikation als Spielerei abtun, wenn sie nicht immer deutlicher in den Vordergrund treten würde."

Den Computerhund hat eine große japanische Firma weltweit in 50.000 Exemplaren verkauft. Damit jeder Besitzer seinen eigenen, ganz speziellen "Partner" oder "Kumpel" haben kann, was das japanische Wort Aibo bedeutet, hat er interaktive Sozialisierungsprogramme in sich. Das heißt, er startet als Welpe und verändert sich über die Zeit. Auch lustlos, launisch und sogar zornig kann er sein, wie der Wissenschaftler versichert.

Sobald Aibo spürt, dass sich seine Batterie allmählich leert, zieht er sich zurück und kriecht von ganz allein auf seine Ladestation. Selbstverständlich kann ihn der Besitzer auch einfach ausschalten, wenn ihm die Quengelei seines künstlichen Haustieres auf die Nerven geht.

Weihnachtsgrüße per Computerhund

Aibo hat eine Kamera in sich und verfügt über Internetanschluss; es wäre sogar möglich, mit einem Foto, das er von Herrchen oder Frauchen gemacht hat, Weihnachtsgrüße an Verwandte und Freunde zu senden. Ob sich allerdings die Großmutter freut, wenn sie zum Weihnachtsfest im Altersheim ein solch teures Geschenk auspackt? Ein Computerhund für die Altenbetreuung, Aibo gegen die Einsamkeit? - Gewiss hätte die Oma lieber ihre Enkel um sich.

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"Aber wenn sie nun einmal nicht kommen", kontert Krotz. Er sieht durchaus in alten Menschen, technikbegeisterten Erwachsenen und auch in Kindern, die sich ja vor Jahren schon einmal mit den Tamagotchis angefreundet hatten, die drei wesentlichen Zielgruppen für den Computerhund.

"In der Robotik geht es letztlich nicht darum, Roboter zu bauen, die wie Menschen fühlen, denken und kommunizieren, sondern darum, kommunikationsfähige Roboter herzustellen", erklärt Krotz. In ersten Untersuchungen sollen Studenten diese Kommunikationsfähigkeit des Computerhundes an Fallbeispielen beobachten und protokollieren.

Großes Interesse für Aibo habe es bereits in einer Familie gegeben, die wegen einer Allergie des Vaters keine Haustiere habe halten können, sagt Krotz. Auch bei einer Rentnerin seien bereits Tests mit Aibo durchgeführt worden. Noch stünden die Forschungen aber ganz am Anfang. Im Unterschied zu den USA sei die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine in Deutschland bisher noch kaum wissenschaftlich untersucht worden.

Jochen Wiesigel, AP

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