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14.02.2005
 

Microsoft

Mit Macht auf den Handymarkt

Die Versuche des Softwareriesen Microsoft, mit seiner Software für und auf Smartphones Fuß zu fassen, hatten bisher nur bescheidene Erfolge. Das will MS nun ändern: Durch Kooperationen mit Nokia - und mit eigenen Handys.

Was Apple kann und tut, das will in aller Regel bald auch Microsoft: Fast wie ein Echo auf die Kooperation zwischen Motorola und Apples iTunes wirkt, was Microsoft am Montag in Cannes verkündete: Eine Kooperation mit Nokia in Sachen Musik. Was man künftig also per Nokia-Handy aus den Netzen lade, das lasse sich dann auch auf Computern abspielen, die mit Windows XP beseelt sind.

Das klingt zunächst nach nicht viel, verlangt aber vor allem eine Abstimmung des verwendeten Digital Rights Management System (DRM). DRM regelt vor allem, welche Rechte dem Käufer eines digitalen Songs nicht zugesprochen werden, definiert als den Kontext, in dem er verwendet werden darf. Künftig schließt der Musikkauf per Nokia-Download also die digitale Kopie auf Windows-Rechnern ein.

Der technische Dienstleister, der beide bedient, ist das Musikverkaufsportal Loudeye. "Diese Vereinbarung", sagte am Montag auf dem 3GSM-World-Congress Nokia-Manager Anssi Vanjoki, "macht es für Kunden leichter, Musik, die sie hören möchten, herunterzuladen - ohne Angst zu haben, dass das Dateiformat nicht unterstützt wird."

Relevant ist die Nachricht, weil hier zwei Player zusammenkommen, denen potenziell Marktmacht zuzutrauen wäre. Noch ist Microsoft allerdings sowohl in Sachen Musikvermarktung, als auch im Handymarkt ein Zwerg. Auch das will MS schon seit Jahren, jetzt aber dringend ändern. So ist die interessantere Nachricht vom ersten Tag der Mobilfunkmesse in Cannes wohl auch die, dass Microsoft erstmals mit einem eigenen Telefon in den Handymarkt einsteigen will.

Das "MDA IV" wurde in Cannes von T-Mobile vorgestellt, wird von Flextronic im Auftrag von Microsoft gefertigt und soll zum einen ein vollgütiges 3G-Handy sein, zum anderen aber preiswert.

Bisher verliefen Microsofts Versuche, sich mit seinen CE-basierten Betriebssystemen für Smartphones auf dem Handymarkt zu etablieren, für das Redmonder Unternehmen eher frustrierend. Mit Hilfe eigener Hardware soll sich die Software nun doch noch durchsetzen.

Microsoft macht erst seit wenigen Jahren Gehversuche als Anbieter von Hardware. Kleinere Produktlinien von lizensierten Microsoft-Mäusen, -Joysticks und anderen gamecontrolleinheiten gab es immer. Darüber hinaus aber war die Xbox Microsofts erster echter Versuch, eigene, selbst entwickelte Hardware am Markt zu etablieren.

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