Man kann die PSP aber auch auf andere Weise mit Videos bestücken - und hier schleicht, durchs Hintertürchen, das herein, was dem Gerät wirklich Kultstatus verschaffen könnte. Mit Konvertierungsprogrammen, die es für etwa 20 Euro gibt, lassen sich viele Filmformate - auch DVDs - in PSP-taugliche Videos umwandeln.
Das geht relativ leicht, zumindest die notorischen Raubkopierer und Tauschbörsen-Nutzer, die die Industrie in Angst und Schrecken versetzen, werden keine Probleme damit haben. Wer bislang im Zug gesaugte Filme auf einem laut fönenden Laptop ansah, könnte schon bald mit entsprechend konvertierten Files und einer PSP dicht vor der Nase in der Bahn sitzen. Pikant, dass der Musik- und Kinoriese Sony den Piraten dieser Welt gerade ein neues Spielzeug gereicht hat.
Die Sache hat allerdings einen Haken: Der mitgelieferte Memory Stick Duo hat mit seinen 32 Megabyte gerade mal Platz für ein paar magere MP3s. Mit Videodateien ist das Gedächtnisstäbchen völlig überfordert. Abhilfe schaffen können größere Sticks, aber die sind teuer. Mindestens 70 Euro muss man derzeit für ein Gigabyte ausgeben, die derzeit größten Speicherkärtchen, auf die vier Gigabyte passen, gibt es für deutlich über 350 Euro. Wer seine PSP also als mobilen Filmspieler nutzen will, muss ordentlich drauflegen auf den ursprünglichen Kaufpreis. Und auch als MP3-Player lässt sich die PSP zwar nutzen - aber mit 32 Megabyte kommt man auch mit Musikdateien nicht aus.
Daten auf das Gerät zu bringen ist nicht schwierig - mit einem, allerdings nicht mitgelieferten, USB-Kabel lässt sich das Konsölchen an den PC anschließen. Der SPIEGEL-ONLINE-Testrechner erkannte das Gerät nach kurzen Startschwierigkeiten auch, Dateien lassen sich per Drag and Drop vom Rechner auf den in der PSP formatierten Memory Stick und zurück verschieben.
Fazit: Wer bereit ist, in zusätzlichen Speicher zu investieren, kann die PSP wirklich zum moblien Allzweckplayer umbauen. Als Alternative zum aufgerüsteten PDA oder zum Standalone-Medienspieler für unterwegs gewissermaßen. Und die Hardware der PSP ist, im Gegensatz zu dieser Konkurrenz, subventioniert, denn das Geld soll über den Verkauf von Spielen und Film-UMDs verdient werden.
Auch ins Internet soll man mit der PSP können, allerdings erst, nachdem man ein Softwareupdate von der beigelegten UMD installiert oder es aus dem Netz heruntergeladen hat. An einem WLan-Hotspot kann man mit der kleinen Konsole dann tatsächlich ins Netz - wenn der Zugang mit WEP oder WPA verschlüsselt ist.
Wer aber einen WLan-Router zu Hause stehen hat, könnte die Konsole jetzt als mobilen Netzzugang neben sich auf dem Sofa liegen haben. Das funktioniert, ist allerdings nicht übermäßig komfortabel. Der kleine Bildschirm ist zum Betrachten von Webseiten nicht gut geeignet, die Navigation über Analogstick und Steuertasten ist, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig.
SMS tippen wie mit einem Zahnstocher
Zudem ist der PSP-Browser ziemlich langsam, und der Arbeitsspeicher so klein, dass größere Seiten mit vielen grafischen Inhalten - wie etwa SPIEGEL ONLINE - zuerst eine Fehlermeldung hervorrufen und dann nur bildfrei angezeigt werden. Richtig unangenehm wird es, wenn man eine Webadresse eingeben oder gar eine E-Mail schreiben will - denn die PSP hat keine Tastatur. Wer tippen will, muss geduldig sein, und sich Buchstabe für Buchstabe mit dem "virtual keypad" herumquälen, einer Art menügesteuerter Handy-Tastatur. Das ist wie SMS tippen mit einem Zahnstocher.
Fazit: In punkto Vielfalt kann der PSP tatsächlich im Moment niemand das Wasser reichen. Sie ist - nach Zusatzinvestitionen - als mobiler Medienplayer zu gebrauchen, mit etwas Mühe lässt sie sich zum Netz-Surfen nutzen. Und als Spielgerät ist sie zwar nicht so innovativ wie die Konkurrenz, aber technisch äußerst ausgereift - und mit einer gewaltigen Marktmacht im Rücken versehen, die qualitativ hochwertigen Spielenachschub verspricht.
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