Der jüngste Coup der HD-DVD-Fraktion könnte das Konkurrenz-Konsortium um Sony, Apple, Dell, Hewlett-Packard und andere große Hersteller durchaus ins Schwitzen bringen - denn mit Intel und Microsoft unterstützen globale Giganten das Alternativformat. Microsofts neues Betriebssystem Windows Vista wird nun standardmäßig HD DVD unterstützen, nicht aber BluRay. Und Intels Unterhaltungsrechner-Programm "Viiv Entertainment Technology" wird wohl ebenfalls auf den Standard setzen.
PC-Hersteller könnten aber dennoch BluRay-Laufwerke in ihre künftigen Produkte einbauen. Schließlich werden bei neuen Rechnern routinemäßig Treiberpakete mitgeliefert, die die eingebauten Komponenten zum Laufen bringen, dazu braucht man nicht die Unterstützung des Chip- oder Betriebssystem-Herstellers. Dass sich beispielsweise Dell durch den Schritt von Microsoft und Intel aus der BluRay-Allianz herauslösen lässt, ist nicht zu erwarten.
Blair Westlake, bei Microsoft für "Medien- und Technologiekonvergenz" zuständig, sagte über den Schritt Richtung HD DVD: "Wir wollen sicherstellen, dass das, was auf den Markt kommt, vom Preis und von der Handhabbarkeit so konsumentenfreundlich wie möglich ist."
Im Augenblick ist HD DVD aber vor allem herstellerfreundlich - denn die Technologie ist offenbar kurz vor der Marktreife, während bei BluRay noch kräftig entwickelt wird. Andererseits hat BluRay nach aktuellen Informationen der beiden konkurrierenden Lager mehr Speicherplatz zu bieten: Während eine HD DVD 15 bis 30 Gigabyte Daten speichern soll, fasst eine BluRay DVD nach Angaben des Konsortiums 25 bis 50 Gigabyte. Die Agentur AP zitiert einen Experten mit den Worten "BluRay ist sehr robust, aber es ist auch noch nicht da. Die PC-Industrie unterstützt eindeutig das System, das nur Wochen von der Marktreife entfernt ist."
Westlake sagte, das HD-DVD-Lager habe bereits Kontakte zu Herstellern in China, wo derzeit die meisten DVD-Player herkommen. BluRay habe diese Kontakte nicht. Das BluRay-Konsortium wollte dies nicht kommentieren.
Entscheidend für Wohl und Wehe der beiden Formate wird wohl auch die Zusammenarbeit mit denen sein, die Inhalte liefern sollen - aber auch da ist das Rennen noch offen. Zwar jubelte Toshiba-Vertreter Hisashi Yamada von der HD-DVD-Gruppe schon: "Hollywood Studios arbeiten jetzt an der Vorbereitung von HD-DVD-Inhalten", und in der Tat gehören zu der Allianz auch Time Warner und Universal. Auf der anderen Seite aber stehen mit Sony, Disney und Twentieth Century Fox ebenfalls mächtige Unterhaltungskonzerne.
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