SonyBMG weist in einem Schreiben an SPIEGEL ONLINE darauf hin, dass die hier beschriebene Technik "in Deutschland nicht zum Einsatz kommt". Betroffen seien nur amerikanische Produkte, die in Deutschland nur als Import zu haben seien.
First4Internet, Entwickler des Kopierschutzes XCP, hat inzwischen eine Presseerklärung herausgegeben, in dem die Firma unterstreicht, bei ihrer Technologie handele es sich um eine reine Kopierschutztechnik. Entgegen zahlreicher Spekulationen um mögliche Sicherheitsrisiken sei dem Unternehmen bisher nichts über ein Exploit seiner Technik bekannt.
Besser informiert sind da zahlreiche IT-Sicherheitsseiten. Bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung dieses Artikels bei SPIEGEL ONLINE wurde am Donnerstag, 3. November, ein erstes Exploit bekannt. In einem Gamer-Newsforum wurde eine konkrete Missbrauchsanwendung vorgeschlagen: World-of-Warcraft-Schummler können demnach ihre Pfuschprogramme mit Hilfe des SonyBMG-Kopierschutzes verbergen. Das Beispiel macht zudem klar, wie leicht ein Exploit der Technik fällt. Die Schummler benennen einfach die Dateinamen ihrer Programme der Syntax des XCP-Programms folgend um.
Weil die mit XCP versehenen CDs in Europa tatsächlich nicht verkauft werden, machen nun Tipps mit Amazon- und eBay-Links die Runde, wo man die Scheiben erstehen kann. Das mag die Verkäufe leicht erhöhen, doch selbst das ist aus Sicht von SonyBMG noch eine Peinlichkeit: Angepriesen werden die Scheiben als "funktionierende Rootkits für nur 14,95".
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