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Netzwerke Internet aus der Steckdose

2. Teil: Weiter im zweiten Teil...

muss man mit zunehmendem Abstand der Rechner Abstriche machen, aber das fällt im normalen Gebrauch nicht auf: Selbst zwischen Keller und Dachgeschoss "funken" die Rechner noch mit über 60 Mbit/s. Bis zu 200 Meter Kabelweg, behauptet der Hersteller, könne so überbrückt werden.

Den großen Stolperstein, an dem solche Stromleitungs-Netzwerke scheitern können, muss ich im eigenen Haus nicht erleben: dLans funktionieren nur innerhalb miteinander verbundener Stromkreise. Im Klartext: Spätestens am Stromzähler ist Schluss. Der Zähler wird so zur "Firewall" für das Heimnetzwerk. Klagen über eingeschränkte Funktionstüchtigkeit gibt es in Userforen auch, wenn es um sehr alte, marode Stromvernetzungen geht. Das soll von langsamen Datendurchsatzraten bis zu alternativen Funktionen wie "Lampe an, Netzwerk aus" reichen.

Das Testnetz: Das Haus wurde 1958 verkabelt, die Verkabelung seitdem druch "Schleifen" und Einziehen zusätzlicher Stromkreise ausgebaut. Im Test per dLan überbrückte Kabelwege: bis zu circa 30 Meter. Probleme: keine.

Doch langsam: Vor dem Netzwerk steht schließlich die Installation.

Die gestaltet sich problemlos. CD ins Laufwerk, Treiber aufgespielt. Rechner runter-, Rechner hochgefahren, Netzwerkadapter in die Steckdose - fast fertig.

Beim ersten Versuch beißt sich der Homeplug mit meinem Router, weil beide sich im Netzwerk unter der gleichen IP anmelden (ein Problem, das nur auftritt, wenn man den Plug über einen Router in ein bestehendes Hausnetzwerk "einpasst"). Repariert ist das per Mausklick - und die Verbindung steht. Schnell noch ein Passwort erfunden, um die 256 Bit-Verschlüsselung zu aktivieren, fix die Austausch-Ordner benannt, auf die beide Rechner Zugang haben sollen - und nach noch nicht einmal zehn Minuten steht das Heimnetzwerk.

Zweiter Versuch: Verbindung Rechner/DSL-Modem

Plug-and-Play: Einstöpseln, verschlüsseln, fertig
devolo

Plug-and-Play: Einstöpseln, verschlüsseln, fertig

Die Einrichtung eines Netzwerkes kann man sich hier sparen, die Sache gerät zum reinen Plug-and-Play. Verbindet man den zweiten Homeplug direkt mit dem DSL-Modem, geht es auch direkt ab ins Netz. Die Geschwindigkeit des dLan-Netzes mit seinen Top-Speeds von über 80 Mbit macht hier natürlich keinerlei Sinn: So viel braucht zu diesem Zweck kein Mensch. Aber dafür gibt es auch noch kleinere Lösungen (siehe unten).

Hat die Sache Nachteile?

Auffällig ist, dass die Adapter-Stecker relativ warm werden. Ältere dLan-Geräte der ersten Baureihe (2002/2003) sollen damit im Dauerbetrieb Probleme entwickelt haben (bis zum Durchbrennen). devolo: "Dieses Kondensator-Problem ist inzwischen behoben."

Die Geräte der neueren Generation laufen dagegen weitestgehend Beschwerdefrei. Auch der Vorwurf des Dauer-Stromverbrauches ist bei einer Leistungsaufnahme von nur vier Watt im Ruhezustand überzogen. Trotzdem: Braucht man ein Gerät nicht, schaltet man es eben aus. Eine Steckerleiste mit Abschaltknopf löst das elegant.

Probleme kann die Powerline-Technik auch bei unabgeschirmten Stromnetzen machen, bei denen es im näheren Umkreis zu Störungen von Mittelwellen- und Kurzwellenempfang kommen kann. Im Extremfall könnte das dazu führen, dass der Betrieb des Powerline-Heimnetzes untersagt wird.

Inhouse-Netze wie das hier beschriebene sind allerdings weit unproblematischer als der "große Bruder" der Powerline-Technik, die Einspeisung von Internet über das öffentliche Stromnetz, bei dem weit stärkere Störungen verursacht werden. Auf eine Anfrage, ob es in Bezug auf Powerline-basierte Heimnetze hierzulande schon Probleme oder gar Stilllegungen gegeben hat, liegt von Seiten der zuständigen Bundesnetzagentur noch keine Antwort vor.

Ein Nachteil ist mit Sicherheit der Preis.

Das schnelle Starter-Kit mit 85 Mbit kostet satte 190 Euro (unverbindliche Preisempfehlung). Kauft man einzelne Adapter hinzu, sollen diese mit stolzen 99,90 Euro zu Buche schlagen: Teurer kann man sein Heimnetzwerk kaum aufbauen. Im Handel sehen die Preise zwar teils anders aus. Hier kann man für das Starter-Kit bis zu 30 Euro abrechnen. Trotzdem: Powerline-Adapter sind nicht nur zuverlässige Technik, sondern im Vergleich zu Kabel- und Funk-Alternativen auch ein Stück cooler Luxus.

Wer allerdings nur einen oder zwei Rechner mit der DSL-Buchse verbinden und absolut keine Kabel verlegen will oder kann, dem bietet sich auch das kleinere dLan-Set mit "nur" 14 Mbit/s an: Das soll zwar rund 140 Euro kosten, ist in Angeboten aber jederzeit für rund 90 Euro zu haben (Einzel-Plugs halber Preis) und kann so durchaus mit WLan-Lösungen konkurrieren (die allerdings schneller sind).

Die Technik ist längst nicht ausgereizt. Recht neu im Angebot sind "Audio"-Plugs, mit denen man Stereoanlagen mit Rechnern oder DSL-Zugängen vernetzen kann. Die Flexibilität und Geschwindigkeit der Technik prädestiniert sie für solche "Media-Vernetzung" bis hin zur Videoübertragung (Allnet bietet das schon an). Mein Fazit: nicht billig, aber empfehlenswert.

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