Washington - Der gestrige Tag verlief ganz nach dem Geschmack der Microsoft-Manager: Lange Schlangen bildeten sich vor den Geschäften, glückliche Käufer trugen die neue Xbox 360 stolz nach Hause. Offenbar sind die Geräte schon nach einem Tag ausverkauft. Die Nachfrage nach der Konsole habe gleich zu Beginn klar das Angebot überstiegen, sagte der Microsoft-Marketing-Chef für die Xbox, Peter Moore, der auf Computerspiele spezialisierten Website Gamespot.com.
Schon kurz nach dem Verkaufsstart am Dienstagmorgen wurde die Xbox auf eBay zu Preisen gehandelt, die deutlich über dem Ladenpreis lagen, der je nach Konfiguration bei 299 oder 399 Dollar liegt. Ein Sprecher des Internet-Auktionshauses sagte, die Spielkonsole sei im Schnitt für 660 Dollar gehandelt worden, es wurden aber auch Kaufgebote von bis zu 1600 Dollar bekannt. Rund 10.000 Geräte seien über eBay angeboten worden, sagte der Sprecher.
Microsoft gab zunächst keine Verkaufszahlen bekannt. Unter Insidern kursierten Schätzungen, nach denen Microsoft für Nordamerika 500.000 Exemplare der Konsole reserviert hatte. Auf der Internet-Seite des Handelsriesen WalMart konnte die Xbox 360 bereits am Tag des Verkaufsstarts nicht mehr geordert werden. Auch der Microsoft-Partner Best Buy sagte ein baldiges Ausgehen seiner Lagerbestände voraus.
Vor dem Verkaufsstart hatte es Spekulationen gegeben, dass Microsoft die Menge der ausgelieferten Geräte künstlich verknappen könnte, um so die Nachfrage weiter zu stimulieren. Das Unternehmen erklärte, die Produktion der Konsolen laufe auf vollen Touren und es gebe dabei keine Schwierigkeiten. Händler erklärten, sie würden ihre Lagerbestände vermutlich wöchentlich aufstocken können. Wie viele Geräte sie jede Woche erhalten, wollten die Händler jedoch nicht sagen.
Mit der Xbox 360 hofft Microsoft, die Erzrivalen Sony und Nintendo auszustechen. Die japanischen Konkurrenten wollen die neuen Versionen ihrer Konsolen erst im nächsten Jahr herausbringen.
Microsoft will nach eigenen Angaben in den ersten drei Monaten bis zu drei Millionen Exemplare der neuen Spielkonsole verkaufen, bis zur Jahresmitte 2006 sollen es dann bis zu 5,5 Millionen sein. In Deutschland beginnt der Verkauf am 2. Dezember, in Japan am 10. Dezember.
Die Ursprungsversion der Xbox, die 2001 auf den Markt kam, erzielte nur einen Weltmarktanteil von 18 Prozent. Als Weltmarktführer setzte sich klar die Playstation 2 von Sony mit einem Anteil von 67 Prozent durch, Nintendo lag mit 15 Prozent dicht hinter dem Microsoft-Produkt. Schätzungen, nach denen Microsoft seinen Marktanteil in der neuen Generation auf 40 Prozent steigern könnte, wollte das Unternehmen nicht bestätigen. Produziert wird die Xbox 360 an zwei Standorten im Süden Chinas. Die Lieferung in die USA erfolgte per Schiff und Flugzeug.
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