Technologie kann so schön sein. Mit sanften Klängen im Ohr an kalifornischen Stränden entlangschlendern, die Augen vor der strahlenden Sonne geschützt von einer Hightech-Sonnenbrille - aus deren Bügeln der Soundstrom direkt in den Gehörgang fließt. Oder statt mit der Maus herumzufuhrwerken und sich das Handgelenk ganz wundzuscheuern dabei, einfach mit sanftem Tippen auf den eigenen Monitor Menüs bedienen (vielleicht, während man sich von seinem Telefon ein bisschen Musik vorspielen lässt). Oder eine DVD in den Player schieben, auf Start drücken und einen Film wandgroß anschauen, direkt und ohne Umwege projiziert vom eingebauten Beamer.
Herrliche, multimediale, benutzerfreundliche Zeiten versprachen die Hersteller aus dem Reich der elektronischen Spielzeuge auch im Jahr 2005 wieder - und dabei logen sie, wie sich das gehört, dass sich die Platinen bogen. Sagt zumindest das amerikanische "PC Magazine" aus dem Hause Ziff Davis Media. Die "Zehn, denen man aus dem Weg gehen sollte", stellt die für ihre sehr gründlichen Hardwaretests bekannte Zeitschrift in ihrer aktuellen Ausgabe vor, die "schlechtesten Produkte von 2005".
"Sie alle mögen im Regal glänzend und schick aussehen, aber jedes hat fundamentale Mängel", so "PC Magazine"-Autor Jim Louderback. Obskures ist darunter, wie das "PepperPad", eine Art Miniatur-Tablet-PC, aber auch echte Tech-Prominente wie das "iTunes-Handy" von Motorola, das ROKR E1. "Begrenzte Musikspeicherkapazität" fand Louderback bei Letzterem, und dazu einen "mittelmäßigen Player" und "Musiktransfer von Gletscher-hafter Langsamkeit".
"Was passiert, wenn Sie nachts rocken wollen?"
Auf Platz 10 der Listete landete das "Oakley Thump", eine Sonnenbrille mit eingebautem MP3-Player. Laut Oakley der "ultimative Neuzugang ihrer digitalen Musiksammlung" ist die Audiobrille laut Louderback mit einem Preis von 500 Dollar nicht nur zu teuer, sondern auch ansonsten eher mies. Kratzende Ohrhörer könnten einem den Spaß am Sound verleiden, das Brillendesign sei von gestern, die wichtigste Frage aber sei: "Was passiert, wenn Sie mal nachts rocken wollen?"
Auf Platz eins seiner Abschussliste platziert das "PC Magazine" die Kamera "Digimax V700" von Samsung. Langsam sei die 7,1 Megapixel-Knipsmaschine, der Selbstauslöser sei "lausig" und die Auslöseverzögerung zu groß. Die Kamera hätte "nie auf den Markt kommen dürfen", meint Louderback.
Unser persönlicher Favorit in der Sammlung ist die "H2i SimplyTouch OpticalBar". Dieses vom Design her an einen Schokoriegel erinnernde Gerät wird oben an einem herkömmlichen Computermonitor angebracht und soll diesen so in einen Touchscreen verwandeln. Mit einer kleinen Menüleiste oben am Bildschirm, deren Icons dann per Berührung beispielsweise häufig benutzte Anwendungen starten wollen.
Louderback findet, die "OpticalBar" arbeite "langsamer als die Mitternachtsschicht in einem 24-Stunden-Restaurant" und brächte zudem gelegentlich die Bestellungen durcheinander. Wir finden: Benutzern, die gerne fettige Fingerabdrücke auf ihrem Monitor verteilen möchten, macht es vielleicht auch nichts aus, wenn sie ein bisschen länger darauf warten müssen, dass "Solitär" sich öffnet.
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