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Telekom und Bundesliga "Die brauchen einen Partner"

2. Teil: "Conquer the home!" ruft Telekom-Chef Ricke: Die Attacke aufs Wohnzimmer hat begonnen. Die TV-via-Internet-Zukunft dürfte schneller beginnen, als bisher gedacht. Weiter...

Alle Player, von Kabel-TV-Sendern bis zu Telekommunikationsunternehmen setzen darum auf "Triple Play" - ein Diensteangebot, das neben Telefon und Internet auch Fernsehen über ein einziges Kabel verspricht.

Das, glauben die meisten Strategen, wird auch in Zukunft ins Wohnzimmer führen. "Conquer the home!" - sehr frei übersetzt "Erobert das Wohnzimmer!" - hatte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke deshalb zur Devise ausgerufen. Und da ist die Telekom bestens aufgestellt - zumindest technisch.

Denn "Kapazitäten sind definitiv nicht das Problem", wie T-Online-Sprecher Martin Frommhold erklärt. "Zumindest dann nicht, wenn sich die T-Com mit ihren Ausbauplänen durchsetzt."

Denn noch gibt es zwei Hindernisse auf dem Weg zur schönen Telekom-Fernsehzukunft: Die Medienwächter - und die Europäische Union.

Die will der Telekom den Aufbau eines 50Mbit-Netzes vielleicht in zehn Städten erlauben, beobachtet darüber hinaus gehende Pläne aber mit Argwohn. Denn den dafür nötigen Ausbau der Netze möchte die Telekom gern völlig unreguliert durchführen, was aber gegen geltendes EU-Recht verstößt.

Vom Tisch wären die Zukunftspläne aber auch dann wohl kaum, wenn es hier zu einem Veto käme: ADSL 2 wäre mit 25 MBit Datendurchsatzrate schnell genug, einen respektablen multimedialen Zauber zu entfachen. Die Kapazitäten ließen sich - wie die Bundesliga-Rechte? - "sublizeniseren", wie das ein anderer Konzernsprecher ausdrückt.

Was ist Rundfunk?

Zumindest das hielte auch das zweite Hindernis, verkörpert durch Professor Wolfgang Thaenert, noch Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesrundfunkanstalten, für "medienrechtlich wünschenswert". Dass dagegen "Netz und Inhalt in einer Hand sind", wie das nun bei der Vergabe der Bundesligarechte sowohl bei den Kabelnetzbetreibern von Arena, als auch bei der Telekom der Fall sei, sei "äußerst bedenklich".

Thaenert: "Wenn Netz und Inhalt in einer Hand liegen, so hat das eine neue Qualität. Ein solch 'integriertes Vorhaben' bedarf einer medienrechtlichen Prüfung unter dem Gesichtspunkt des Vielfaltsgebots."

Der DLM-Vorsitzende weiter im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: "Es ist wohl wirklich so, dass sich die Telekom einen Partner mit einer Sendelizenz suchen müsste, wenn sie die Bundesliga oder andere Fernsehinhalte über das Internet ausstrahlen will. Denn das wäre Rundfunk."

Zwischen den Häppchen-Videos, wie sie an vielen Orten im Web üblich seien, und dem, was der Telekom für die Zukunft vorschwebe, gäbe es einen maßgeblichen Unterschied. Thaenert: "Was Rundfunk ist, ist weniger eine technische oder zeitliche Frage. Es ist eher eine Frage der redaktionellen Gestaltung: Wenn sie ein moderiertes und kommentiertes Live-Programm ausstrahlen, ist das mit Sicherheit Rundfunk. Wir messen das zudem an den Kriterien Breitenwirkung, Suggestivkraft und Aktualität. Ist all das gegeben, sprechen wir von Rundfunk."

Spätestens in diesem Moment aber hätte die Telekom ohne einen entsprechenden Partner ein massives Problem. Bereits Ende der Neunziger hatte die Telekom versucht, sich als Carrier am Vertrieb von Fernsehen in Deutschland zu beteiligen. Der "MSG Media Service", an der neben der Telekom auch Leo Kirch und Bertelsmann beteiligt waren, drehte der EU-Wettbewerbskommissar den Saft ab. Auch der Versuch des Medienmoguls John Malone, die Kabel der Telekom zu kaufen, scheiterte an Deutschlands Medien- und Kartellwächtern. Die Begründung in beiden Fällen: Verhindert werden sollte die Zusammenführung von Netz und Inhalt in einer Hand.

Da bleibt die "Sublizensierung" der TV-Rechte an Dritte. Die Frage, ob dies dann nur pro Forma geschehe und das Sportprogramm dann doch "presented bei Onsport", T-Online oder Telekom, oder doch unter dem virtuellen Dach eines Fernsehsenders laufen werde, beantwortet Firmensprecher Frommhold freundlich, aber informationsfrei: "Vielleicht können wir uns darüber noch einmal in ein paar Wochen unterhalten?"

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insgesamt 128 Beiträge
ps895 21.12.2005
Ich finde damit ist der DFL ein akzeptabler Kompromiss zwischen Komerz und Interrese der Fans gelungen. Damit wird Premiere wohl ein weiteres Opfer von Grössenwahn werden. Schade um die Arbeitsplätze dort.
Ich finde damit ist der DFL ein akzeptabler Kompromiss zwischen Komerz und Interrese der Fans gelungen. Damit wird Premiere wohl ein weiteres Opfer von Grössenwahn werden. Schade um die Arbeitsplätze dort.
Marcusso 21.12.2005
Kofler ist an seinem Größenwahn gescheitert, er sollte sich schleunigst zuückziehen.
Kofler ist an seinem Größenwahn gescheitert, er sollte sich schleunigst zuückziehen.
Phantom 21.12.2005
Jo, allerdings frage ich mich, wo die Spiele jetzt übertragen werden. Premiere ist doch der einzige Pay-TV sender wo gibt, oder nicht ? Oder werden die Spiele jetzt nur noch auf Handy übertragen ?
Jo, allerdings frage ich mich, wo die Spiele jetzt übertragen werden. Premiere ist doch der einzige Pay-TV sender wo gibt, oder nicht ? Oder werden die Spiele jetzt nur noch auf Handy übertragen ?
cycokan 21.12.2005
Kommt jetzt halt darauf an, was Premiere in Zukunft für sein Restprogramm verlangt. Ich meine, Championsleague, Premierleague und ab und zu Barca sehe ich schon gerne und ab und zu gibts ja auch mal, neben viel Müll aus der [...]
Kommt jetzt halt darauf an, was Premiere in Zukunft für sein Restprogramm verlangt. Ich meine, Championsleague, Premierleague und ab und zu Barca sehe ich schon gerne und ab und zu gibts ja auch mal, neben viel Müll aus der Mottenkiste, ein paar gute Filme. Aber wenn das dann zusammen deutlich mehr kostet, also Buli Kabel 1 auf der einen Seite, Restpremiere auf der anderen, dann werden wohl viele so wie ich nur noch für Bundesliga bezahlen. Da ich befürchte, dass es insgesamt zwar nicht gleich doppelt so teuer, aber doch so 10-15 Euro teurer wird, finde ich nicht, dass die neue Verteilung so wirklich kundenfeundlich ist. Die Verantwortung dafür trägt allerdings eindeutig Premire, die haben sich total verzockt und deren Management müsste eigentlich sofort zurücktreten. Denn mit ihrem blinden Bestehen auf Free TV erst nach 22.00 haben die ihre Firma an den Rand des Ruins getrieben, vielleicht sogar darüber hinaus. Die haben dadurch heute rund 1 Milliarde ihrer Anleger verbrannt, die Filmrechte, die im Prinzip nur in Verbindung mit Bundesliga funktionieren total entwertet und völlig unnötiger Weise einen bisher mickrigen Konkurrenten stark gemacht. Am Ende sehe ich eine Kooperation auf den einen oder anderen Weg auf uns zu kommen, jedenfalls wenn Unvernunft nicht die Gesetze der Marktwirtschaft völlig außer Kraft setzt. Das Arena Konsortium besitzt nun die überragend wertvollsten Übertrasgungsrechte für deutsches Pay TV, Premiere besitzt quasi alle anderen bedeutetenden Rechte und verfügt über das Know How, die Infratstruktur und den Kundenstamm. Das Pokerspiel wird also weiter gehen, der Premiere Aktienkurs ist derart geschwächt und man muss die nächsten Tage abwarten, ob er nicht ins total bodenlose abrutscht. Damit ist Premiere ein Übernahmekandidat für die Konkurrenz. Das weiß auch Premiere und wenn die nicht völlig durchgeknallt sind, dann werden die nun versuchen Kabel Deutschland in irgendeiner Form eine Kooperation oder Fusion anzubieten bevor es zu spät ist. Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht dazu kommen wird, dass wir in Zukunft mit 2 Decodern und 2 Rechnungsadressen klar kommen müssen, ich schätze, dass die sich irgendwie einigen und Arena auch über den Premieredecoder und im Rahmen der Premiere Abrechnung angeboten wird. Ob das aber schon zur nächsten Saison so kommen wird, oder ob die sich erst eine Saison lang zum Schaden beider Unternehmen, ihrer Kunden und ihrer Besitzer einen ruinösen Konkurrenzkampf leisten wollen wird sich bis zum Sommer sicher entscheiden. Beide Konkurrenten sollten allerdings nicht außer acht lassen, dass es noch ganz andere, ungleich potentere Akteure beim Börsenspiel gibt. So halte ich als Außenseitertip folgendes nicht für ganz unrealistisch: Telekom kauft beide und vereinigt Pay TV und Internetvermarktung für Sport und Filme unter einem Dach. Die Mittel dazu hätten sie zweifelsohne, Sinn würde es auch machen und wenn Premiere und Arena sich zerfleischen sind sie bald beide abschußreif.
FRAD 21.12.2005
naja es gibt ja noch Kabel-Deutschland als PayTV Anbieter etc ... Bleibt wirklich abzuwarten wie sich das entwickelt, eins steht jedoch fest - bezahlen müssen wir trotzdem! Und wenn es für den Fan (der ein Abo hat) teurer [...]
naja es gibt ja noch Kabel-Deutschland als PayTV Anbieter etc ... Bleibt wirklich abzuwarten wie sich das entwickelt, eins steht jedoch fest - bezahlen müssen wir trotzdem! Und wenn es für den Fan (der ein Abo hat) teurer wird, dann bin ich mal auf die Reaktionen gespannt ;)
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