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29.12.2005
 

Penis statt Porno

Die Spam-Trends 2005

Alle Jahre wieder veröffentlicht AOL, noch immer der Welt größter Internet-Provider, seine Spam-Statistik. Das ausgehende Jahr verbucht AOL als kleinen Sieg im Kampf gegen die Spam-Pest - und macht einen neuen Trend aus: Porno ist out.

Gerade einmal eine halbe Billion Spams (unerwünschte Werbesendungen) blieben in den Filtern des Großproviders hängen. Wer das für viel hält, ist nicht auf dem Laufenden: Seit 2003 sei das Spam-Aufkommen damit um erfreuliche 75 Prozent gesunken. Noch immer aber mache Werbe-Müll etwa 80 Prozent aller versendeten E-Mails aus.

Dafür hat sich auch inhaltlich etwas getan. Vorbei die Zeit, in der wie wild Pornobildchen verschickt wurden, ukrainische Callgirls ihre Dienste anboten oder die Swinger-Clubs von Windhuk bis Wanne-Eickel ihre Öffnungszeiten weltweit verbreiteten. Der Prozentsatz pornografischer Spam, meldet AOL, habe klar abgenommen.

Weiterhin in der Spitzengruppe findet sich dafür die beliebte Penisverlängerung per Pille ("3 inches per week"), die es aber inzwischen durch kaum noch einen Spam-Filter schafft. Auch Viagra sowie alles, was auch nur annähernd so aussieht, wird weiter angeboten.

Allerdings gehe der Spam-Trend eher hin zu Finanzdienstleistungen oder Immobilienofferten, meldet AOL. Ihr Geld verdienen die Web-Vermüller zudem immer öfter dadurch, dass sie als bezahlte Dienstleister per Spam-Mail Viren, Trojaner, Spyware und andere Schädlinge verbreiten.

Auch AOL selbst steht wegen seiner Werbetaktiken immer wieder in der Kritik. Das Unternehmen zieht es allerdings vor, zur Gewinnung von Neukunden nicht das Web, sondern eher den physischen Briefkasten zu vermüllen: Die berüchtigten Werbe-CDs des Unternehmens werden als Heftbeileger wie als Postwurfsendung millionenfach verbreitet. Vor wenigen Wochen installierte AOL USA den Nutzern seines Instant Messengers weltweit ungefragt amerikanische Werbe-Links ("ShoppingBuddy").

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