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06.09.1999
 

Videospiele

Kommt die Microsoft-Konsole?

Gerüchten zufolge arbeitet Microsoft zur Zeit an einer eigenen Spielekonsole, die ähnlich leistungsfähig sein soll wie Sonys angekündigte PlayStation 2.

Der Softwarekonzern Microsoft arbeitet angeblich an einer Spielekonsole mit dem Code-Namen "X-Box". Das Aufsatzgerät zum Fernseher soll hauptsächlich für Spiele gedacht sein, möglicherweise aber auch andere Funktionen haben, berichtete das US-amerikanische Spielemagazin "Next Generation" in seiner Oktoberausgabe unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen.

Dem Bericht zufolge wird die Konsole entweder mit einem 500-MHz-Chip von Intel oder einem Athlon-Chip von AMD sowie mit Grafiktechnologie von nVidia ausgestattet sein. Als Betriebssystem soll eine modifizierte Version von Microsofts Portable-System Windows CE zur Anwendung kommen. Mit dieser Ausrüstung könnte die Microsoft-Konsole ähnlich leistungsfähig sein wie Sonys angekündigte PlayStation 2, heißt es in dem Bericht. Als Hersteller der von Microsoft entworfenen Konsole kämen möglicherweise die Computerhersteller Dell oder Gateway in Betracht.

Microsoft habe den Bericht als "Wunschdenken" bezeichnet, heißt es in der "Next Generation". Mehrere "unabhängige Quellen" hätten jedoch bestätigt, dass die "X-Box" seit mehreren Monaten in der Entwicklung sei. Sie solle im Herbst 2000 für weniger als 300 Dollar auf den Markt kommen. Microsoft habe bisher Stillschweigen bewahrt, um den Start von Segas Spielekonsole Dreamcast nicht zu behindern, die ebenfalls mit Windows CE laufen kann.

Eine eigene Spielekonsole würde durchaus in Microsofts Geschäftsstrategie passen. Im letzten Jahr hatte das Unternehmen erklärt, es wolle seine Geschäfte im Spielebereich um 50 Prozent steigern. Darunter fällt auch die MSN Gaming Zone, die eine Portalfunktion für die Konsole übernehmen könnte. Außerdem würde Microsoft sein Betriebssystem Windows CE durch eine eigene Konsole attraktiver für Spieleentwickler machen, da die Spiele für die "X-Box" ohne großen Aufwand auf den PC portiert werden könnten.

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