UMTS: Langsam und teuer
Ein weiterer Handy-Standard der bereits heute mobilen Internetzugang bieten kann, ist UMTS ("Universal Mobile Telecommunications System"). Immerhin bieten alle großen Handy-Netzbetreiber auch Datentarife an, mit denen Surfer nicht nur per Handy, sondern auch mittels einer speziellen Laptop-Karte surfen können. Rein theoretisch ist also auch UMTS eine DSL-Alternative. Wobei die Betonung in diesem Fall für die meisten Nutzer auf dem Wort theoretisch liegen dürfte. Denn die Preise sind exorbitant. Als Ausweg bieten sich hier nur Flatrates an, die aber bisher nur von E-Plus und dem firmeneigenen Billigableger BASE vermarktet werden.
Neben dem meist hohen Preis müssen UMTS-Surfer auch ein weitere Kröte schlucken: Mit einer maximalen Rate von 384 Kilobit pro Sekunde ist UMTS das Geschwindigkeits-Schlusslicht unter den DSL-Alternativen. Etwas besser soll die Lage indes werden, wenn T-Mobile und Vodafone wie angekündigt zur Cebit das neue UMTS-Übertragungsverfahren HSDPA starten ("High Speed Downlink Packet Access"). Es soll knapp 2 Megabit pro Sekunde ermöglichen. E-Plus und O2 wollen mit einiger Verzögerung übrigens nachziehen.
DSL aus dem All: Rückleitung nötig
Eine weitere DSL-Alternative kommt aus dem All: DSL per Satellit wird unter anderem von der Telekom und dem Berliner Unternehmen Teles angeboten, wobei sich beide Firmen in einem längeren Rechtsstreit bekriegen. Das Geschäftsmodell ist sehr ähnlich: Die Satelliten Astra und Eutelsat Telecom 2D funken nämlich nicht nur Fernsehbilder hinunter zur Erde, sondern auch Daten - und das theoretisch mit bis zu 24 Megabit in der Sekunde (im Fall von Teles). Nutzen viele Surfer gleichzeitig die Verbindung, sinken die realen Raten jedoch stark ab.
Ein weiteres Problem liegt auf der Hand, denn die hohen Geschwindigkeiten gibt es nur beim Download vom Satelliten. Wollen Nutzer auch ins Netz hochladen, brauchen sie dafür einen zusätzlichen Rückkanal - also etwa einen ISDN-Anschluss. "Wir empfehlen Sky-DSL deshalb nicht für Leute, die große Datenmengen hochladen müssen", sagt Teles-Pressesprecherin Maria Dehmer. Auch sei das Satelliten-Internet wegen zu langer Antwortzeiten etwa für Online-Spieler kaum geeignet.
Und auch der Preis ist - ähnlich wie bei UMTS - ein durchaus wichtiges Kriterium bei Satelliten-Surfen. Denn die meisten der Angebote kommen nur mit einem vergleichsweise geringen Inklusivvolumen. Danach tickt wieder der Gebührenzähler, wenngleich deutlich langsamer als in den allermeisten UMTS-Tarifen.
Internet aus der Fernsehdose
Eine weitere DSL-Alternavtive ist der gute alte Kabelanschluss, der in vielen Regionen Deutschlands schon weit mehr kann, als nur den Fernseher zu befüttern. Verfügt das jeweilige Kabelnetz bereits über einen Rückkanal, dann kann es auch zum Surfen genutzt werden. Mehrere Anbieter, wie Kabel Deutschland und Iesy bieten das Surfen über die Fernsehdose, meist mit einer Geschwindigkeit von satten zwei Megabit pro Sekunde an - oft auch als Flatrate-Angebot.
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