Von Felix Knoke
Wird Mac OSX 10.5 Windows unterstützen?
Es klingt zu schön um wahr zu sein: Angeblich hat Apple beschlossen, von heute auf Morgen Windows-Programme zu unterstützen. Hinter dem Gerücht steckt eine Spekulation auf Gearlog.com, einem Blog das von Ziff Davis Media betrieben wird. Zwei Punkte sind es, die nun die Gerüchteküche anheizen könnten. Erstens: Mac OSX 10.5 wird wahrscheinlich "Virtualisierung", also ein fremdes Betriebssystem für dessen Programme emulieren können. Damit wäre es möglich, Windows-Programme auf dem Mac laufen zu lassen. Das ist jedoch verhältnismäßig langsam - wo nun Punkt zwei der Spekulation ansetzt, denn Apple sei nun auch Mitglied bei BapCo (dem auch Ziff Davis Media angehört). Das Industriestandard Windows Benchmarking Konsortium legt mit Benchmarking-Programmen wie SYSmark oder MobileMark einheitliche Testumgebungen vor, mit denen zum Beispiel Computerhersteller oder -Magazine die Geschwindigkeit von Windows-Rechnern testen können. Ob Apple nun aber Mitglied geworden ist, um einfach Windows- gegen Mac-Anwendungen standardisiert testbar zu machen, oder ob hinter diesem Zug tatsächlich ein Fingerzeig in Richtung "Windowsprogramme, die wirklich und nicht nur in einer virtualisierten Umgebung auf Mac laufen" steckt, dürften wir bald erfahren.
Google und die Musik - kein Store
Google gab gestern bekannt, am Donnerstag ein Networking-Event mit Vertretern der Musikindustrie abzuhalten, dementierte aber sämtliche Pläne, einen Online-Musikladen zu eröffnen. "Google," zitiert News.com eine Pressemitteilung, "wird ein Such-Feature für Musik anbieten, um Usern einen schnelleren Zugriff auf Informationen, die mit Musik zu tun haben, zu bieten. Wir zeigen Usern Links zu Websites von Drittanbietern an, wo sie die Musik dann kaufen können, wenn sie wollen." Diese Erklärung ist die Reaktion auf eine Meldung von PaidContent.org, in der Spekulationen um Googles runden Tisch mit 20 Bossen der Musikindustrie veröffentlicht wurden.
Steve Ballmer: Ich habe meinen Kindern eine Gehirnwäsche verpasst!
In einem Interview mit dem Fortune-Magazine diskutiert Microsoft-Boss Steve Ballmer, was Sonys Probleme (Verschiebung der PS3) für die Xbox 360 bedeuten, legt seine Vision einer Zukunft der Werbung dar und erklärt, warum seine Kinder vor dem iPod zurückschrecken - womöglich mit schmerzerfülltem Gesicht, Tränen in den Augen und leisem Wimmern? Denn Steve Ballmer sagt selbst: Meine Kinder mögen normalerweise genau so ungezogen sein, wie alle anderen Kinder. Aber in einem Punkt hab ich ihnen eine Gehirnwäsche verpasst: "Ihr benutzt kein Google! Ihr benutzt kein iPod!" Wer Steve Ballmers einmalige "Developers, Developers!"-Performance gesehen hat, kann ahnen, was "Gehirnwäsche" für seine Kinder bedeuten könnte - vielleicht freuen sie sich ja auch über jedes neue Microsoft-Produkt, wie dieses Kind über eine Nintendo64-Konsole!
KDE 3.5.2 ist da
Eine neue Version des KDE-Desktops ist da! Die Website der OpenSource-Oberfläche beschreibt das Update als reinen Instandhaltungs-Release, der eine ganze Reihe von Problemen aus dem Weg räumt und vor allem die Unterstützung von alten und neuen Übersetzungen verbessert. Die neue 3.5.2-Version steht auf den Downloadseiten von KDE bereit.
2. Inoffizieller Patch fixt den Internet Explorer
Warum benutzen Leute immer noch den Internet Explorer, fragt Steven J. Vaughan-Nichols von Linux-Watch.com, er sei doch einfach nicht sicher. Und dann lässt sich Microsoft auch noch so viel Zeit mit dem Stopfen. Mit Determina hat nun aber bereits der zweite Drittanbieter einen inoffiziellen Patch veröffentlicht, der sich dem aktuellen Active Scripting-Problem annimmt. Doch auch hier warnen laut News.com diverse Experten einvernehmlich mit Microsoft: nicht installieren! Sicherer als die Installation zusätzlicher Software ist es immer noch, einfach Active Scripting zu deaktivieren!
Torrentspy: Verklagt Google, nicht uns!
Die Motion Picture Association of America (MPAA) hätte genau so gut Google verklagen können, anstatt die Torrent-Suchmaschine Torrentspy wegen Copyright-Verletzung vors Gericht zu ziehen. Das teilte Torrentspy vor Gericht mit, damit dieses die Anklage fallen lasse. Im Februar, so Infoworld.com, habe die MPAA sieben Gerichtsverfahren gegen Torrentspy und andere Such-Firmen unternommen, die ihren Besuchern ermöglichen, Inhalte zu suchen oder ihnen zeigen, wie sie diese herunterladen können. Das ist das erste Mal, dass die MPAA solche Firmen wegen Copyright-Verletzungen anklagt. Denn die Lage ist alles andere als klar - so argumentiert auch Torrentspy: Wir machen nichts anderes als Google, nur schlechter und kleiner. Wir helfen Usern nur, Torrent-Files zu finden - Torrentspy hält keine kopiergeschützten Werke bereit, linkt auch zu keinen, begünstigt keine Copyright-Verletzungen und kann nicht für die Handlungen seiner User verantwortlich gemacht werden, sobald diese die Seite verlassen. Wie das Gerichtsverfahren ausgeht, könnte eine Reihe zukünftiger Gerichtsverfahren beeinflussen - und sicherlich auch das Verhalten der Plattenfirmen.
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