Von Matthias Kremp
Iran schikaniert Blogger
Seit iranische Hardliner vor fünf Jahren mehr als 100 Zeitungen und Zeitschriften schlossen, hat sich der freie Meinungsaustausch im Iran auf Weblogs verlagert. Auf 70.000 bis 100.000 wird die Zahl der dort aktiven Blogs geschätzt. Sie sind für die Iraner die einzige verbliebene Möglichkeit für einen offenen und freien Meinungsaustausch zu aktuellen Themen, schreibt Associated Press. Doch dem versucht das Regime in Teheran einen Riegel vorzuschieben. Seit Jahren bereits, so der Bericht, werden Blogger, die sich kritisch äußern, drangsaliert und schlimmstenfalls sogar inhaftiert. Einige sollen das Land aus Angst vor Repressalien bereits verlassen haben.
Viele iranische Blogger verstehen diese ganze Aufregung nicht, vermeiden die meisten von ihnen doch ganz bewusst politische Themen. Stattdessen kümmern sie sich um kulturelles, soziales und um sexuelle Fragen. Der Macht der Weblogs scheint man sich in der iranischen Regierung allerdings klar zu sein. So wurde kürzlich ein Wettbewerb ausgerufen, in dem die vier besten Weblogs zu den Themen "Islamische Revolution" und "Koran" prämiert werden sollen. "Die Regierung hat genau beobachtet und gelernt, wie wichtig Weblogs sind. Daraus wollen sie Kapital schlagen," sagt der Exil-Iraner Farid Pouya. "Sie wollen die Bewegung anführen und kontrollieren."
Der große Blackout
Die letzten Tage waren wirklich hart – zumindest für US-Fans des Online-Rollenspiels World of Warcraft (WoW). Am Dienstagmorgen amerikanischer Ostküstenzeit lief beim wöchentlichen Server-Update etwas gehörig schief. Auf dem Rückweg von einer Brause-Pause stolperte einer der Techniker so unglücklich, dass sich seine Limonade direkt über ein Server-Rack ergoß. Ein Kollege drückte sofort auf den Not-Aus-Knopf und die Welt von Warcraft erstarb mit einem leisen Aufstöhnen der Prozessorlüfter. Wie sich schnell zeigte war das System nicht mit einem simplen Neustart wieder zum Leben zu erwecken. Stattdessen wurden eilig ein paar Ersatz-Server angeschlossen, die aber unter dem nachmittäglichen Ansturm der Spieler sofort zusammenbrachen. Erst gegen neun Uhr abends konnten die Server wieder zum Laufen gebracht werden. Wie Hardcore WoW-Gamer diesen schrecklichen Tag erlebten schildert, ausgesprochen amüsant, die "Daily Gaming News".
Gnadenfrist für ActiveX
Nachdem Microsoft einen Multimillionen-Dollar Patentstreit gegen die Software-Firma Eolas Technologies verloren hat, muss nun die Art, wie der Internet Explorer mit Multimedia-Daten umgeht modifiziert werden, berichtet "eweek.com". Ein entsprechendes Update ist bereits in der Pipeline und wird in Kürze veröffentlicht werden. Das Problem: Durch die notwendigen Änderungen werden viele Webseiten, die so genannte ActiveX Controls und Java Applets nutzen, künftig nicht mehr problemlos mit dem Internet Explorer funktionieren.
Der Konzern aus Redmond hat die Betreiber solcher Webseiten daher dringend aufgerufen, ihre Angebote an die veränderten Bedingungen anzupassen. Um Web-Entwicklern den Übergang zu erleichtern plant der Software-Riese, am 11. April ein Update herauszugeben, das einige der notwendigen Änderungen für eine Übergangsfrist von 60 Tagen deaktiviert. Erst danach soll der Microsoft-Browser endgültig gepatcht werden. Echte Probleme für die Anwender erwartet Microsoft durch die Umstellung nicht. Selbst wenn eine Seite nicht an die neuen Bedingungen angepasst wird, müssten Anwender lediglich einen Mausklick mehr ausführen, um an die gewünschten Inhalte zu kommen, heißt es aus Redmond.
Bluetooth gibt Gas
Die Kurzstrecken-Funktechnologie Bluetooth wird mit dem Ultra-Wideband (UWB) verheiratet, berichtet "ZDNet Asia". Das Kind des drahtlosen Paares soll als Bluetooth der nächsten Generation Übertragungsraten von bis zu 200 MBit/s ermöglichen. Das ist nicht nur rund 66-Mal so viel wie bisher möglich war, sondern gibt auch ausreichend Bandbreite, um beispielsweise hochauflösende Videos per Funk vom PC an einen Fernseher zu übertragen. Bisher reichte die Bandbreite bestenfalls, um Tastaturen und Mäuse anzuschließen oder ein paar Adressen auf ein Handy zu übertragen. Im ersten Quartal 2007 will das Bluetooth-Konsortium die technischen Spezifikationen fertig stellen. Erste Geräte mit der neuen Technologie könnten also schon im Sommer 2007 auftauchen.
Palm macht’s mit Linux
Palm-Fans können aufatmen. Wenige Tage nach dem zehnten Geburtstag des Palm Pilot zeigt sich, dass die Firma nicht vollständig auf Windows-basierte Systeme umsteigen wird, wie einige Anhänger des Palm OS fürchteten. Stattdessen will man ein Linux-basiertes System entwickeln, schreibt David Beers und ist sich seiner Sache sicher. Dabei bezieht er sich auf einen nicht genannten Analysten, der nach seiner Schilderung tiefe Einblicke in Palms Strategien hat.
Demnach will der Smartphone- und PDA-Hersteller sich vorerst alle Optionen offen halten und zukünftige Geräte in verschiedenen Betriebssystem-Versionen auf den Markt bringen, um die Reaktion der Käufer zu testen. Das erscheint logisch, denn Palms-Betriebssystem-Sparte PalmSource wurde erst vor kurzem von der japanische Firma Access aufgekauft, die sich mit neuen Produkten offenbar auf asiatische Märkte konzentrieren will. Ein eigenes Linux-System wäre für Palm daher als eine Art Befreiungsschlag zu sehen, der die Firma unabhängig von einem fremdbestimmten Palm OS machen könnte.
Apple’s iPod: so laut wie man will
In letzter Zeit gab es immer wieder - mehr oder minder gehaltvolles - Gemecker über mögliche Gehörschäden durch MP3-Player. Als Beispiel musste immer wieder Apples iPod herhalten, gilt er doch mittlerweile als Synonym für mobile Musik-Abspieler. Seit gestern verteilt Apple daher frische Firmware für aktuelle iPods über seine Update-Server.
Die neue Software lässt den Anwender eine maximale Lautstärke für seinen Player vorwählen. Eltern können Ihren Kindern gar eine zu laute Dröhnung versperren, indem sie die Lautstärkebegrenzung mit einem PIN-Code schützen. "Aufgrund der gesteigerten Aufmerksamkeit rund um das Thema wollten wir unseren Kunden eine Möglichkeit bieten, die maximale Lautstärke ihres iPods sehr einfach und individuell selbst festzulegen," sagt Greg Joswiak, Vice President Worldwide iPod Product Marketing von Apple.
Über Sinn und Unsinn dieser Sperre lässt sich trefflich diskutieren, zumal innerhalb der EU ausgelieferte iPods ohnehin ab Werk in ihrer Lautstärke beschränkt sind. Französische Gesetze wollen es so. Wem das nicht passt sei das kostenlose GoPod empfohlen, welches die Lautstärke europäischer iPods per Mausklick auf internationales Niveau anhebt.
Alles über Broadway und Hollywood
Nintendo hält sich bedeckt, was technischen Daten der kommenden Spielkonsole "Revolution" angeht. Man wolle keinen Performance-Krieg gegen Microsoft (Xbox) und Sony (Playstation 3) von Zaun brechen, so die allgemeine Aussage. Die Macher der Gaming-Website "IGN.com" wollen nun aber doch herausgefunden haben, was die Revolution antreibt. So soll der von IBM unter dem Codenamen "Broadway" entwickelte Haupt-Prozessor mit einem Takt von 729 MHz laufen, derweil der als "Hollywood" bezeichnete Grafikchip von ATI mit 243 MHz tickt. Damit erfüllt die kommende Konsole genau dass, was Nintendo versprochen hat, so "IGN". Statt mit enormer Power zu protzen und die Rechenleistung zu vervielfachen, wird die Revolution vor allem als Backend für Nintendos neuen Game-Controller dienen, der eine völlig neue Art des Spielens ermöglichen soll.
Irak animiert
Seit US-Präsident Bush am 19. März 2003 dem Irak den Krieg erklärte sind im Zweistromland mehr als 2500 Soldaten der Koalitionstruppen getötet worden. Der Grafik-Designer Tim Klimowics hat aus den Todesdaten der Opfer eine animierte Grafik konstruiert, welche den Verlauf der Kampfhandlungen nachvollziehen lässt. Jeder Todesfall blitzt kurz auf, wird dann zu einem roten Kreis und schrumpft schließlich zu einem grauen Punkt. Untermalt wird das ganze von Klicktönen, die umso lauter sind, je mehr Soldaten am jeweiligen Tag ums Leben kamen. Opfer unter der Zivilbevölkerung sowie irakische Soldaten und Polizisten werden dabei allerdings nicht berücksichtigt.
Immer sauber bleiben
Viel-Reisende kennen das Problem: Man ist unterwegs, braucht dringend ein paar frisch gewaschene Klamotten und der Hotel-Service hat schon Feierabend gemacht. Statt nun zum Tuben-Waschmittel zu greifen und im Waschbecken zu schrubben, nimmt man künftig eine mobile Waschmaschine mit auf Reisen. Viel passt nicht rein, aber für ein paar Hemden und etwas Unterwäsche wird’s schon reichen.
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