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09.04.2006
 

Lokale Suche

Einheimische schlagen Google

Suchdienste und Branchenbücher überholen Google und Yahoo, wenn es ums Finden lokaler Angebote geht. Während die Branchenriesen für Europa blind sind, bieten hiesige Anbieter bequemen Service bei der Suche nach Kino oder Kneipe - kostenfrei.

Das Internet hat in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen Entfernungen aufgehoben. Von einem Ort zum nächsten sind es im Netz nicht einmal ein paar Schritte. Ein Klick reicht, um vom Elektronik-Händler aus München zum Anbieter aus Hamburg oder New York zu hüpfen. Für den schnellen Preisvergleich bei einer größeren Anschaffung ist das praktisch. Bei der Suche nach einem Zahnarzt, einem Café oder einer Apotheke um die Ecke half das World Wide Web jedoch lange nur bedingt. Mit klassischen Branchenbüchern wie den Gelben Seiten kam man meist schneller zum Ziel.

Google-Suche: Blind für Lokales in Europa
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DDP

Google-Suche: Blind für Lokales in Europa

Inzwischen arbeiten Suchdienste an dieser Informations-Lücke im Netz. Mit seiner lokalen Suche hat Branchenprimus Google vorgemacht, wie man im Internet verfügbare Informationen intelligent mit Karten verknüpft. Wer nach einem Café in einer Stadt in den USA sucht, gibt unter http://local.google.com den Suchbegriff "Café" und den Namen der Stadt ein. Google zeigt nach Sekundenbruchteilen die Ergebnisse sowie eine Karte an, auf der die Lokale eingezeichnet sind. In Großstädten hilft es, die Suche auf eine Adresse einzugrenzen.

Die Suche nach "café near times square NY" führt zu einem Kartenausschnitt von Manhattan, in den Cafés eingetragen sind. Ein Klick auf eines der Café-Symbole öffnet ein zusätzliches Fenster mit weiterführenden Informationen.

Die Großen sehen in Deutschland nichts

Die lokale Google-Suche hat allerdings einen Nachteil: Sie funktioniert ebensowenig wie der entsprechende Dienst von Yahoo in Deutschland. Für kleinere Suchanbieter ebenso wie für die klassischen Branchenbücher, die seit Jahren bereits online verfügbar sind, bedeutet das die Chance, sich in einer Nische zu etablieren. Und einige von ihnen wollen diese offenbar nutzen.

Einen ähnlichen Ansatz wie Google in den USA und Großbritannien verfolgen in Deutschland das Portal Web.de und der Branchendienst GoYellow.de. Die Recherche nach "Café Berlin Friedrichstr." bei Web.de führt zu einer Karte, auf der die gefundenen Lokale eingetragen sind. Zu weiterführenden Informationen gelangt der Nutzer wie bei Google mit einem Klick auf das Symbol. GoYellow zeigt in der Umgebungssuche zunächst eine Liste an, bietet alternativ aber auch eine Kartensuche.

Kostenlos informieren - und kostenlos anrufen

Praktisch an den Karten beider Dienste: Der Nutzer kann zusätzliche Dienstleistungen einblenden. Hat er eine Reihe möglicher Cafés gefunden, kann er sich auch öffentliche Hotspots anzeigen lassen. Verfügbar sind außerdem Kinos, Hotels, Theater und vieles mehr.

Eine nützliche Funktion bei GoYellow ist die Möglichkeit, sich kostenlos per Telefon mit dem gefundenen Café oder Kino verbinden zu lassen. Ein Klick auf das entsprechende Symbol und die Eingabe der eigenen Telefonnummer genügen,und der Dienst ruft binnen weniger Sekunden zurück und stellt die Verbindung her. Auch die Gelben Seiten eignen sich zur lokalen Online-Recherche.

Allerdings bleibt das Angebot des Branchenbuches hinter den innovativen Funktionen von Web.de und GoYellow zurück. Zwar kann der Nutzer sich die gefundenen Cafés in einer Karte anzeigen lassen. Doch bietet diese nicht die interaktiven Funktionen. Um ein Restaurant in der Nähe des Theaters oder Kinos der Wahl zu finden, muss der Anwender erneut suchen.

Auch der Auskunftsdienst 11880.com hat die lokale Suche entdeckt. Die Recherche nach einem Café in Berlin-Mitte führt zunächst zu einer Liste mit Adressen und Telefonnummern der Lokale. Anschließend kann der Anwender sich ausgewählte Treffer in einer Umgebungskarte anzeigen lassen. Hat er ein Café ausgesucht, verbindet 11880 auf Wunsch mit einem Routenplaner und berechnet die Fahrstrecke zum Beispiel von zu Hause aus.

Von Björn Sievers/ddp

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