• Drucken
  • Senden
  • Feedback
16.04.2006
 

Mobiltelefone

Handy-Software selbst updaten

Von Hannes Rügheimer

Immer mehr Hersteller ermöglichen ihren Kunden, die Bedien-Software von Handys selbst auf den neuesten Stand zu bringen. Derzeit braucht man dazu noch einen PC - künftig soll dies sogar über das Mobilfunknetz möglich sein.

Update: Beseitigt Softwarefehler
Zur Großansicht
Connect

Update: Beseitigt Softwarefehler

Dass aktuelle Handys und Smartphones tatsächlich kleine Computer sind, merkt man vor allem an ihrer Software. Wie bei PCs tauchen auch bei Mobiltelefonen nach der Auslieferung häufig Fehler auf oder es zeigen sich Unverträglichkeiten im Zusammenspiel mit Mobilfunknetzen oder Zubehör. Je komplexer die Geräte werden, desto wichtiger ist es also, dass ihre Steuer-Software auch nach dem Kauf noch aktualisiert werden kann.

Damit Handy-Nutzer in solchen Fällen nicht erst zum Fachhändler oder Service-Stützpunkt laufen oder ihr Telefon gar einschicken müssen, setzen die Hersteller zunehmend auf Update-Strategien, mit denen die Kunden ihre Geräte selbst auf den neuesten Stand bringen können.

Sony Ericsson

Besitzer neuerer Modelle von Sony Ericsson können ihr Handy komfortabel am PC auf den neuesten Software-Stand bringen. Diese Möglichkeit bietet Sony Ericsson für die meisten Handys, die seit dem T610 erschienen sind - unter anderem für das T630, K700i/S700i, K750i/D750i, V600i, V800, W550i sowie die PDA-Phones P900 und P910i. Benötigt werden ein Windows-PC und das USB-Datenkabel DCU-60, das - sofern nicht mitgeliefert - für rund 20 Euro erhältlich ist.

Einige etwas ältere Modelle wie das K700i oder das P900/P910 erfordern für das Update die datentaugliche Tisch-Synchronisationsstation DSS-25, die es für rund 30 Euro gibt. Die eigentliche Update-Software finden Sie auf der Website www.sonyericsson.com/de im Bereich "Unterstützung" unter dem Link "Sony Ericsson Aktualisierungsservice". Dort sind auch Listen der jeweils unterstützten Modelle und der für sie geeigneten Verbindungsmethoden aufgeführt.

Das Update geht sehr komfortabel vonstatten. Sobald die Software über das Datenkabel bzw. die Synchronisationsstation Kontakt zum Handy aufnehmen konnte, ermittelt sie selbstständig den Typ des angeschlossenen Mobiltelefons und seinen Software-Stand. Anschließend prüft sie auf dem Sony-Ericsson-Server im Internet, ob Updates für das betreffende Handy verfügbar sind und lädt diese auf Wunsch herunter. Dabei wird auch berücksichtigt, ob es sich um eine gebrandete Version eines Netzbetreibers handelt, und bei Bedarf das entsprechende Update geladen. Wer nun denkt, dass er mit einem gezielten Update sein Handy vom Branding befreien kann, ist aber auf dem Holzweg - denn die betreffenden Speicherbereiche lassen sich nicht überschreiben.

Für den Online-Check und den Download der neuen Firmware-Version muss der PC, mit dem man das Update durchführen will, natürlich Zugriff aufs Internet haben. Der komplette Vorgang sowie die weiteren Schritte erfolgen im Dialog mit dem Anwender.

Und so kommt die Software vom PC aufs Handy: Zuerst müssen Sie die SIM-Karte aus dem Gerät nehmen, dann den Akku wieder einlegen, die Abdeckung schließen und das Mobiltelefon per USB-Kabel mit dem PC verbinden oder es in die Sync-Station setzen. Halten Sie anschließend die C-Taste des Handys längere Zeit gedrückt, dann startet das Handy in einem speziellen Update-Modus, in dem die PC-Software wiederum die neue Firmware auf das Handy übertragen kann. Je nach Handymodell und Größe der Firmware- Datei dauert der eigentliche Update-Vorgang in der Regel zehn bis 15 Minuten - also nicht die Geduld verlieren.

Nach Abschluss der Prozedur schaltet sich das Handy aus. Beim nächsten Einschalten steht die erneuerte Firmware zur Verfügung. Falls Sie vor dem Update und ohne Hilfe der PC-Software den aktuellen Firmware-Stand Ihres Sony-Ericsson-Handys überprüfen wollen, funktioniert dies mit derselben Tastensequenz, die schon vor Jahren bei Ericsson-Handys in den "Service-Mode" führte: Cursor bzw. Joystick nach rechts, *, nach links, nach links, *, nach links, *. Das Menü "Service- Info/Software-Info" zeigt dann die aktuelle Versionsnummer.

BenQ-Siemens

In punkto Software-Updates durch den Handy-Besitzer darf Siemens fast als Veteran gelten. Bereits das im Jahr 2001 eingeführte S45 ließ sich mit Hilfe eines seriellen Datenkabels vom PC aus mit aktualisierter Geräte-Software bespielen.

Diesem bewährten Prinzip ist der Anbieter nach dem Zusammenschluss mit BenQ treu geblieben, auch wenn aktuellere Modelle nun per USB-Kabel mit dem PC kommunizieren und die Update-Software mittlerweile nicht mehr in der tristen DOS-Umgebung läuft, sondern als optisch ansprechendes Windows-Programm geliefert wird.

Besitzer eines Siemens- bzw. BenQ-Siemens-Handys klicken auf der Website www.benqmobile.com/mobilescustomercare/ auf den Link "Kundenservice". Dort wählen sie im "Service Finder" die Kategorie "Service Downloads" und anschließend die genaue Modellbezeichnung ihres Handys. Als Resultat erscheint auf der Website eine Liste der verfügbaren Upgrades und eine Kurzanleitung zum weiteren Vorgehen.

Zunächst müssen Sie ermitteln, welche Versionsnummer die in Ihrem Handy derzeit vorhandene Firmware trägt. Dazu geben Sie den Steuercode *#06# ein, drücken dann den Softkey "Mehr" und suchen in der daraufhin erscheinenden Anzeige die Einträge "Produkt", "Software-Version" und "Variante". Diese Angaben sind wichtig, um aus der unten auf der Website angezeigten Liste von Geräte- und Software-Varianten das richtige Update für Ihr Modell auswählen zu können. Darunter finden sich auch die Software-Versionen von Netzbetreiber-Versionen, also "gebrandete" Ausführungen der Handy-Software. Über das Anwender-Update ist es allerdings nicht möglich, aus einer Netzbetreiber-Version ein "freies" Handy zu machen.

Speisekarte: Nach Auswahl der bisherigen Software-Version erhalten Sie die passende Update-Datei
Zur Großansicht
Connect

Speisekarte: Nach Auswahl der bisherigen Software-Version erhalten Sie die passende Update-Datei

Nach der Auswahl zeigt Ihnen die Siemens-Website einen Link für den Download der entsprechenden Update-Applikation. Für die Verbindung zwischen PC und Handy benötigen Sie außerdem eines der Datenkabel DCA-500 (seriell) oder DCA-510 (USB), die im Fachhandel für jeweils rund 20 Euro erhältlich sind. Per Datenkabel wird die neue Firmware ins Handy überspielt. Am Ende des Update-Prozesses fordert Sie das Handy auf, Ihre PIN einzugeben. Anschließend tippen Sie den Steuercode *#9999# ein und bestätigen diesen mit der Wähltaste. Dann das Handy aus- und wieder einschalten - schon ist die neue Firmware aktiv.

Ab der Geräteserie 65 (C65/M65/S65) lässt sich die Handy- Firmware auch ohne PC und Datenkabel direkt über eine GPRS-Datenverbindung aktualisieren. Den entsprechenden Service nennt Siemens "SWUOTA" (Software-Update over the air). Anders als bei der Aktualisierung über ein Datenkabel wird die Software in diesem Fall in mehreren Einzelhäppchen aufs Handy übertragen. Bislang ist der Zugriff auf die entsprechenden Update-Server allerdings interessierten Fans vorbehalten, die die notwendigen Detailinfos leicht im Internet finden. Offiziell wird dieses Angebot von BenQ-Siemens nicht unterstützt, weil seine Vermarktung und Betreuung nach der Vorstellung von BenQ-Siemens über die Netzbetreiber erfolgen soll.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Tech

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP