Von Hannes Rügheimer
Nokia
Für seine Standard-Handymodelle bietet Nokia bislang keine Update-Möglichkeit durch den Benutzer an. Zwar erscheinen recht häufig neue Firmware-Versionen, die vorhandene Fehler beheben, neue Funktionen nachrüsten oder die Kompatibilität zu später erschienenem Nokia-Zubehör herstellen. Doch das Aufspielen dieser Updates ist bis dato Sache der Nokia-Service-Center. Eine Übersicht über die Adressen findet sich im Bereich "Service" auf der Website www.nokia.de.
Kostenlose Software-Updates stellt Nokia über seine Service- Center allerdings nur dann zur Verfügung, wenn der Kunde einen konkreten Fehler seines Gerätes nachweisen kann, der durch das Update behoben wird. Interessenten finden in einschlägigen Internet-Foren oder auf entsprechenden Fan-Webseiten detaillierte Übersichten, welche Korrekturen und Verbesserungen die jeweils neuesten Software-Versionen enthalten.
Daraus lässt sich leicht darauf schließen, welche Fehler in den vorherigen Versionen offensichtlich noch enthalten waren. Bei den meisten Nokia-Handys kann man die Versionsnummer der aktuellen Gerätesoftware durch Eingabe des Codes *0000# ermitteln. Bei einigen Geräten führt auch die Kombination *9999# oder die Typenbezeichnung (z.B. *8110#) zur entsprechenden Angabe.
Offizielle Software-Downloads auf der Nokia-Website gibt es nur für die PC-Software "PC Suite" sowie für einzelne Applikationen oder Bugfixes von Serie-60-Handys. Prinzipiell lohnt es sich deshalb trotzdem für alle Nokia-Besitzer, auf der Nokia-Website im Bereich "Service" auf "Software" zu klicken, die Typenbezeichnung des eigenen Handys aus der Liste auszuwählen und zu prüfen, welche Software-Downloads fürs eigene Handys angeboten werden. Zum Installieren von Updates auf Serie-60-Handys brauchen Sie die entsprechende "PC Suite " und ein passendes Nokia-Datenkabel.
Trend: Updates und Service over the air
Die Gründe sind unterschiedlich, die Interessen jedoch die gleichen: Sowohl Handy-Hersteller als auch Netzbetreiber möchten in Zukunft dafür sorgen, dass die im Markt befindlichen Endgeräte möglichst immer mit der neuesten Software-Version ausgerüstet sind. Um dies zu gewährleisten, haben sie Over-the-air-Updates in die Anforderungs-Listen für künftige Netzbetreiber-Handys geschrieben.
Für die Handy-Hersteller reduziert sich auf diese Weise der Support-Aufwand bei Händlern und in Service-Zentren. Den Netzbetreibern bieten die Live-Updates vor allem die Möglichkeit, ihren Kunden neue Netzfunktionen oder Dienste in die Menüs älterer Handys einzuspielen. Zudem lässt sich auch bei ihnen auf diese Weise der Aufwand für Kunden-Service und -Unterstützung reduzieren.
Firmware aus der Luft
Wie solche Funktionen in Zukunft aussehen könnten, demonstrierte BenQ-Siemens bereits in Prototypen. Ein Service-Client auf dem Handy könnte in regelmäßigen Zeitabständen auf dem Update-Server nachschauen, ob eine neue Software-Version vorliegt. Trifft dies zu, bietet er an, das Update per Datenverbindung in den Speicher des Handys zu laden. Die Netzbetreiber werden wohl darauf verzichten, ihren Kunden das Datenvolumen oder die Online-Zeit für solche Service-Downloads in Rechnung zu stellen.
Nach dem Download wird mit Prüfsummen gecheckt, ob die neue Software fehlerfrei übertragen wurde. Ist dies der Fall, muss das Handy ausgeschaltet werden, um die geladene Version aus dem Arbeitsspeicher in den Flash-Speicher zu kopieren. Beim nächsten Start ist dann die neue Steuersoftware aktiv.
Service-Assistent für Support-Anfragen
Die Ideen von Herstellern und Netzbetreibern gehen aber noch viel weiter: So könnte ein Service-Assistent im Handy auf einen Support-Server im Netz zugreifen und im Dialog mit dem Nutzer häufige Kundendienst- Anfragen beantworten. Beispielsweise ließe sich so etwa in wenigen Schritten herausfinden, warum sich ein Handy immer unerwartet abschaltet. Dazu können Server und Assistent die Einstellungen des Handys auslesen und bei Bedarf modifizieren.
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