"Ich werde schon krank, wenn ich diese Kiste sehe!" Ein verbreiterter Stoßseufzer, wie er Tag für Tag in vielen Büros und Amtsstuben fallen mag, in denen Fossilien aus der digitalen Steinzeit nach wie vor regen Gebrauch finden. Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass man solche Gefühlsausbrüche tatsächlich wörtlich nehmen kann: Der Einsatz von älteren Computern führt demnach zu einer deutlich erhöhten Zahl von Krankmeldungen.
2700 Büroarbeiter in Deutschland, Frankreich und Großbritannien sollen an der Online-Befragung von Tickbox teilgenommen haben. Im Schnitt zeigten sich dabei Angestellte, die ihren Arbeitstag an einer "alten Kiste" verbringen, als 35 Prozent Krankheitsgefährdeter. Dabei scheint es eine direkte Korrelation zwischen dem Alter der eingesetzten PC-Fossilien und der Wahrscheinlichkeit von Krankmeldungen zu geben. In Frankreichs Amtsstuben stehen die archaischsten Überbleibsel, und die Angestellten, die damit arbeiten müssen, melden sich deutlich öfter krank: Die Wahrscheinlichkeit, mehr als sechs Tage einen "Gelben" zu nehmen, lag bei ihnen um 55 Prozent höher als beim französischen Durchschnitts-Bürohengst.
In Frankreich wird auch am lautesten über Augenermüdungen, Sehnenscheidenentzündungen und Kopfschmerzen gejammert. Deutschland ist - wie in Sachen Büroausstattung - Mittelmaß, während besseres Equipment zur höheren Jobzufriedenheit und zum niedrigeren Krankmeldungsstand in Großbritannien beizutragen scheint.
Ganz nebenbei offenbaren die Zahlen aber auch ein weiteres Indiz für die fortbestehende Geschlechts-Diskriminierung am Arbeitsplatz: In allen drei Ländern mussten Frauen mit älteren PC-Modellen vorlieb nehmen als ihre männlichen Arbeitskollegen. In Großbritannien liegt die Quote der Altrechner-Benutzerinnen doppelt so hoch wie die bei Männern.
pat/rts
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