Von Felix Knoke
Bibliothekare suchen besser
Krebspatienten, die aktuelle, genaue und unvoreingenommene Informationen über ihre Krankheit und deren Behandlung über das Internet suchen, sollten auf die Hilfe eines professionellen Bibliothekars zurückgreifen. Das geht aus einer Studie hervor, die auf einer Versammlung der amerikanischen Medical Library Association vorgestellt worden ist. Krebspatienten, so das Ergebnis, werden mit der Hilfe eines Bibliothekars bessere Sucherfolge einfahren als ohne.
Über fünf Jahre hinweg wurden laut Reuters 2100 Suchanfragen von Krebspatienten von den Bibliothekaren protokolliert und die Patienten per Fragebogen zu den Ergebnissen befragt. Von den 513 ausgefüllten Einschätzungen der Suchergebnisse gaben 65 Prozent der Kranken an, die ihnen so zugänglich gemachten Information nirgendwo anders erfahren zu haben: weder bei der Suche im Netz noch vom Gesundheitssystem oder gar von Krebs-Organisationen. Gerade einmal vier Prozent gaben an, die ihnen zur Verfügung gestellten Informationen auch auf eigene Faust gefunden zu haben.
Horror-Krankheit: Marketing oder wahr?
Dass das Internet nichts für Hypochonder ist, machen auch die seit Ende letzten Jahres im Netz kursierenden Gerüchte und Websites über die Horrorkrankheit "Morgellonen" klar. Unbekannter Organismus, der bunte Fasern aus der Haut wachsen lässt oder ausgefuchste Marketing-Kampagne für den bald startenden Philipp-K.-Dick-Film "A Scanner Darkly"? Vieles spricht für die Marketing-Theorie, das durchaus seriöse "Mind Hacks"-Weblog ist sich jetzt aber sicher: Ein Fake kann es eigentlich nicht sein. Oder würde ein angesehener Wissenschaftler dafür seine Karriere riskieren?
Es spricht trotzdem eine ganze Menge für die Marketing-Theorie, nicht zuletzt, seitdem eine virale Marketingwebsite für das Computerspiel "Cold Fear" leichtgläubigen Zeitgenossen das Blut in den Adern gerinnen ließ...
Neue Studie: Die Deutschen sind die schlausten
Und noch eine Horrornachricht: Die Deutschen sind laut einer IQ-Studie die schlausten Europäer. Platz zwei geht an die Niederländer, Platz drei und vier an die Polen und Schweden. Das ergibt sich laut TimesOnline.co.uk aus der Forschung von Richard Lynn von der University of Ulster. Der hatte mit seinen Studien zur genetischen Komponente des IQ bereits für mächtig Aufsehen gesorgt, als er behauptete, Männer seien durchschnittlich fünf IQ-Zähler intelligenter als Frauen und Städter schlauer als Landeier - ein umstrittener Mann.
Dass auch der IQ an sich durchaus umstritten ist und als allein stehende Zahl auch nur wenig aussagt, steht auf einem anderen Blatt. Allein die Tatsache, dass der durchschnittliche IQ seit seiner Erfindung 1912 durch William Stern um durchschnittlich drei Zähler pro Jahrzehnt steigt, legt nahe, dass der Test (auch) durch ganz andere Effekte als "Intelligenz" bestimmt wird. Das sollte aber trotzdem nicht von dem amüsanten Times-Artikel ablenken, der für die Engländer endlich den alles abschließenden Sieg verzeichnet - über die Franzosen...
2006 werden Online-Verkäufe um 20 Prozent anwachsen
Die Online-Verkaufszahlen werden dieses Jahr noch um 20 Prozent auf 211 Milliarden US-Dollar anwachsen - die Verkäufe von Kosmetikprodukten und Haustierzubehör nehmen dabei am schnellsten zu. Laut den Marktforschern von Forrester und der jährlichen "Lage des Einzelhandels"-Onlinestudie von Shop.org hat sich das Internet in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt, da immer mehr Geschäfte online und offline die gleichen Preise verlangen und mit Gutscheinen und Kundenbindungs-Programmen die Verkäufe steigern. In der Untersuchung ausgenommen waren Reiseangebote, die dank der Billigairlines ebenfalls einen großen Aufschwung zu verbuchen hatten. Hard- und Software, Autos, Kleidung, Schmuck und Schuhe werden wohl den größten Teil der Verkäufe ausmachen.
Scott Silverman von Shop.org gegenüber Reuters: "In den nächsten Jahren werden wir wohl weiterhin mit 20 Prozent Wachstum rechnen können." Mehr könne die Branche dann aber auch nicht vertragen.
Populäre Passwörter: 123456 & Ficken
Noch versucht der Flirtseiten-Betreiber Flirtlife.de herauszufinden, wie die Zugangsdaten von 100.000 Flirtern an die Öffentlichkeit gelangen konnten, da veröffentlicht Heise schon die Top 15 der beliebtesten Passwörter auf Flirtlife.de. Ganz weit vorn und unerreichbar: "123456" mit 1375 Erscheinungen, gefolgt von 404 Mal "ficken". Auffällig sei die starke Häufung der Ziffernfolge 1234, mit der rund 2,5 Prozent der Passwörter beginnen. Allerdings tauchten 40 Prozent der Passwörter nur einmal auf, ein Großteil davon seien unvorhersehbare Kombinationen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Vorbildlich, liebe Flirter!
Fiese Verletzung
Haushalt und Verkehr gelten ja landauf und -ab als Todesfallen. "Wired.com" ist nun aber einem ganz anderen steten Quell von Qual auf der Spur: die neuartigen Blister-Verpackungen für Gadgets. Verschweißtes, hartes, scharfes Plastik, das man nur mit roher Gewalt öffnen und dann mit blutenden Händen wegwerfen kann. Und "Wired" wäre nicht "Wired", wenn man neben vielen Opfer-Anekdoten auch die Experten zu Wort kommen ließe - definitiv lesenswert.
Spam von Freunden
Jeder kennt sie, die Freunde, die man wirklich mag, die nett sind und freundlich. Freunde eben, die auch ein wenig leichtgläubig sind und jeden Müll, der ihnen als Kettenbrief in die wenig aktive Mailbox flattert, weiterleiten! Was macht man mit denen? Wie sagt man ihnen, dass sie das sofort unterlassen sollen, bevor's so richtig Ärger gibt? Und wie sagt man ihnen das, ohne sie zu bevormunden oder besserwisserisch zu klingen? Das hat sich auch ein Autor von 43folders.com gedacht und Thanksno.com gegründet. Fehlt nur noch ein Webformular, um diesen Text anonym versenden zu können. Aber das könnte dann ja jeder - und schon wären wir wieder beim Spam.
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