Es ist nicht immer gut, wenn man sich entscheiden muss. Wer auf einem Intel-Mac auch unter dem Betriebssystem Windows arbeiten will, muss sich beim Hochfahren des Rechners auf ein System festlegen: entweder Mac OS oder Windows XP. Ein Systemwechsel gelingt - zumindest mit Apples eigener Software Boot Camp - nur durch einen Neustart. Nicht gerade komfortabel.
Ein neues Programm namens Parallels Desktop soll das erneute Booten von Intel-Macs überflüssig machen. Mit der Software ist es möglich, Windows in einem laufenden Mac-OS-System zu starten. Das Microsoft-Betriebsystem läuft dann in einem isolierten Bereich.
Im Unterschied zu bislang üblichen Windows-Emulationen sollen dabei praktisch keine Geschwindigkeitseinbußen auftreten - Windows soll prinzipiell so schnell laufen, als wäre es allein gebootet worden. Der Anwender kann mit einem Mausklick zwischen Mac OS und Windows hin- und herwechseln - und soll auch Daten problemlos hin- und herkopieren können.
Geschwindigkeitsverluste beim Parallelbetrieb werden nach Herstellerangaben dadurch vermieden, weil Parallels Desktop die PC-Hardware nicht mehr emulieren muss, denn Intel-Macs nutzen bis auf wenige Unterschiede die gleiche Hardware wie herkömmliche PCs.
Das Programm, das in der Beta-Version nach Angaben von Parallels Inc. bereits von über 100.000 Anwendern getestet wurde, lässt Apples eigene Lösung Boot Camp alt aussehen. Boot Camp liegt bislang nur als Beta vor - es soll Teil von Leopard werden, der neuen Mac-OS-Version, die für August erwartet wird.
"Der Unterschied zwischen Parallels und Boot Camp ist vernachlässigbar", sagte Firmenmanager Ben Rudolph gegenüber Cnet Australia. Tests von Anwendern hatten Geschwindigkeitsunterschiede von lediglich ein bis zwei Prozent ergeben.
Analysten glauben, dass Apple von der neuen Software sogar profitiert, weil die Möglichkeit, Mac OS und Windows parallel zu nutzen, den Absatz von Intel-Macs zusätzlich fördern könnte. Parallels Desktop kostet 79 US-Dollar, wird derzeit jedoch zum Startpreis von 49 Dollar angeboten.
hda
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