ThemaNetztickerRSS

Alle Kolumnen

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
22.06.2006
 

Netzwelt-Ticker

Ballmer verliert Top-Manager

Von Matthias Kremp

Microsoft will die Robotik fördern, Steve Ballmer verliert einen wichtigen Verbündeten, ein Hobby-Spielprojekt soll World of Warcraft schlagen, und endlich gibt es eine Anlaufstelle für iPod-Hasser. Das und mehr im Überblick.

Microsoft: macht Roboter

Im Rahmen der RoboBusiness-Ausstellung in Pittsburgh hat Microsoft die Vorabversion einer Software vorgestellt, mit der die Programmierung von Robotern drastisch vereinfacht werden soll, berichtet die "InformationWeek". So ist in dem kostenlosen "Robotics Studio" ein grafisches Entwicklungstool enthalten, welches Robotersimulation ermöglicht bzw. über ein Web- oder Windows-basiertes Interface Kontakt zu einem Roboter herstellt. Gegenüber "People’s Daily Online" gibt sich Tandy Trower, Geschäftsführer der Microsoft Robotics Group enthusiastisch. Er glaubt, dass Roboter die nächste Evolutionsstufe der Computertechnologie darstellen und kurz davor stehen, tauglich für den Massenmarkt zu werden. "Die Roboter-Industrie ist so ähnlich wie die Computer-Industrie der siebziger Jahre", sagte Trower und ergänzt, dass schwer ist "herauszufinden, welches die Schlüsselanwendungen in diesem Bereich sein werden". Immerhin ist die Klötzchenfirma Lego als Partner mit im Roboter-Boot. Und die hat schon reichlich Erfahrung mit Mensch-Maschinen aus Plastik und Stahl. Wer weiß, was das für Auswirkungen auf den nächsten Robocup haben wird?

Ballmer verliert engen Mitarbeiter

Microsofts CEO Steve Ballmer: Überraschender Verlust
Zur Großansicht
REUTERS

Microsofts CEO Steve Ballmer: Überraschender Verlust

Was ist bloß los bei Microsoft? Kaum eine Woche nachdem Bill Gates seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft bekannt gab, macht sich schon der nächste Top-Manager auf und davon. Martin Taylor, Leiter der "Windows Live initiative", verließ am Dienstag überraschend und ohne Angabe von Gründen die Firma. Noch am Montag hatte Taylors Abteilung den neuen Windows Live Messenger veröffentlicht, dann aber sämtliche Interviews mit dem Manager abgesagt. Der plötzliche Abgang des Mannes, den "NewsFactor" als Steve Ballmers rechte Hand bezeichnet, lässt reichlich Platz für Spekulationen. Wurde er gefeuert? Gibt es einen Zusammenhang mit der Berufung von Ray Ozzie als Nachfolger von Bill Gates? Eine telefonische Nachfrage von "CNet", die Taylor in seinem Privathaus erreichten, ergab ebenfalls keine neuen Informationen. Bei "Red Herring" bangt man derweil schon um die Zukunft des Windows Live-Dienstes. "Das ist mit Sicherheit ein Rückschlag, wenn es darum geht, wie Microsofts Online-Strategie wahrgenommen wird", glaubt Analyst Carmi Levy von der Info-tech Research Group und ergänzt, dass so ein Abgang wohl kein Problem wäre, wenn im "Land von Windows Live alles perfekt liefe". Aber nun, so Levy, verlasse ausgerechnet die wichtigste Führungskraft die Abteilung und "das ist kein gutes Zeichen".

Geblendete Filmabfilmer

Drei Milliarden Dollar an Einnahmen gingen der Filmindustrie jährlich durch Raubkopien durch die Lappen, sagt die Filmindustrie. Viele dieser Kopien entstehen durch schlichtes Abfilmen von der Leinwand. Nach einem Online-Bericht des kanadischen Nachrichtensenders "CityNews" könnte damit bald Schluss sein. Die Lösung will ein Forscher-Team von der Georgia Tech College of Computing gefunden haben. Deren "digital camera blocker" erkennt per Sensoren, wenn jemand ein Bild machen will, und blendet dessen Kamera zielgenau mit einem dünnen Lichtstrahl. Weitere Anwendungen haben die Forscher auch schon im Blick. In Einkaufzentren die zur Weihnachtszeit einen Saison-Weihnachtsmann samt Profi-Fotografen engagieren, soll die Erfindung verhindern, dass Mütter oder Väter eigene Bilder ihrer Kinder auf des Weihnachtsmanns Schoß machen. Schließlich sollen ja die Fotos der Profis verkauft werden. Wirklich einsatzreif ist diese Technologie zum Glück noch nicht. Noch reicht ein paar glitzernder Ohrringe, um um das System zu foppen.

Das Kaos gestalten

Damon Grow hat ein klares Ziel: Er will das beste Online-Multiplayer-Rollenspiel aller Zeiten entwickeln. Besser und größer als World of Warcraft mit seinen 6,5 Millionen Mitspielern soll es sein – und 2008 in den Regalen stehen. Um dafür schon jetzt die Werbetrommel zu rühren, begleitet Grow sich selbst mit der Videokamera und veröffentlicht seine Erlebnisse als Online-Soap "Creating Kaos". Wer sich das Video nicht bis zum Ende ansehen mag (oder es bei der Arbeit nicht kann), findet bei "ars technica" eine lesenwerte Zusammenfassung. Deren Credo: schön, wenn man seine Träume auslebt, auch wenn die Chancen auf Erfüllung gering sind. Denn sein Ziel wird Grow mit seinem Team von 20 über den gesamten Globus verteilten ehrenamtlichen Mit-Entwicklern kaum erreichen können. Das glaubt auch "Doom"-Erfinder John Romero, der mit seiner Spiele-Firma Ion Storm bereits heftigen Schiffbruch erlitten hat. Seine Einschätzung lautet, dass Grows Chance auf Erfolg bei etwa 1:100.000.000 liegt. Nicht sehr motivierend.

Dickes Geld für fixe Gamer

Computerspiele sind nichts für Amateure. Auf jeden Fall dann nicht, wenn es um Geld geht. So spielen in der neu organisierten US-amerikanischen Major League Gaming (MLG) insgesamt 100 Spieler um einen Pott von 800.000 US-Dollar. Viele davon erhalten von der Liga Stipendien, damit sie sich die Reisen zu den Spielorten leisten können. Bereits jetzt gewonnen haben jedoch das vierköpfige Final Boss-Team sowie der Einzelspieler Tom "Tsquared” Taylor. Sie haben Dreijahresverträge mit der Liga abgeschlossen und bekommen pro Nase eine Garantiesumme von 250.000 US-Dollar für ihre Auftritte bei den Ligaspielen der kommenden Jahre. Nicht schlecht für ein paar Daddler um die 20.

Symantec bremst

Eigentlich war – und ist – die Veröffentlichung des neuen Internet-Schutzprogramms Norton 360 für diesen Herbst geplant. Dass Hersteller Symantec aber schon jetzt auf die Möglichkeit hinweist, der Termin könne auch auf Anfang 2007 verschoben werden, lässt Raum für Spekulationen. Als ausschlaggebend bezeichnet Enrique Salem, Präsident von Symantec Consumer-Software-Abteilung, die Tatsache, dass man die Rückmeldungen der Betatester abwarten müsse. "Wir müssen sicherstellen, dass wir es richtig machen, die Software robust genug ist," sagte er Reuters. Das hört sich doch sehr nach einer Rückversicherung für den Fall an, dass der Zeitplan ins Wanken gerät.

Ein neuer Desktop

Endlich gibt es Hoffnung für all jene, die die Unordnung ihres Schreibtisches endlich auch auf den Desktop ihres PCs ausdehnen wollen. Das BumpTop genannte PC-Interface der kanadischen Studenten Anand Agarawala und Ravin Balakrishnan soll diesen Wunsch erfüllen. Ein Demovideo zeigt wie's geht und was man damit alles anfangen kann. Sieht alles ganz hübsch aus, wird sich aber nicht durchsetzen können. Schließlich fehlen die Schubladen in denen man all die überflüssigen Dokumente abladen und nie wieder angucken kann.

iDon't

Genervt von all den Leuten, die ach so offensichtlich ihre weißen iPod-Kopfhörer zur Schau tragen? Dann ist www.idont.com der richtige Anlaufpunkt zum Dampf ablassen. Dort finden alle Bestätigung, die schon immer über die weißen Audio-Player von Apple ablästern wollten. Ein Sack voll Links zu iPod-Schmäh-Seiten, iPod-Hasser-Aufkleber zum selber drucken und böse Anti-iPod-Comics. Und erst ganz zum Schluss wird klar, dass hier nicht ein übereifriger Analog-Gruftie ins Web verirrt hat. Stattdessen entpuppt sich die ganze Website als Werbegag eines iPod-Konkurrenten. Guerilla-PR nennt man das in Fachkreisen. Ob's hilft? Wir werden sehen.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Tech
alles zum Thema Netzticker

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Mehr auf SPIEGEL ONLINE







TOP



TOP