Von Matthias Kremp
Skype-Code geknackt
In einem Eintrag in seinem Voipwiki Blog berichtet Charlie Paglee von einem erfolgreichen Versuch, das Skype-Protokoll nachzubilden. Demnach hat eine chinesische Firma eine eigene Skype-kompatible Software entwickelt. Die ist zwar noch lange nicht vollständig, soll aber künftig zu 100 Prozent kompatibel zum Original sein. Allerdings, und das könnte Skype selbst Probleme bereiten, wird der chinesische Skype-Clone nicht das Skype-eigene Super-Node-Verfahren unterstützen. Dieses wird von Skype genutzt, um alle mit dem Skype-System verbundenen Rechner als Übertragungsstationen verwenden zu können. Anwender, die sich nicht an diesem Verfahren beteiligen, wären quasi Trittbrettfahrer und würden, in großer Anzahl auftretend, die Qualität der Sprachübertragung verschlechtern. In China hingegen würde eine inländische Skype-Alternative begrüßt werden, so Paglee, der ebenfalls glaubt, dass die Autoren des chinesischen Skype-Clients keine rechtlichen Probleme zu erwarten haben. Schließlich sei das Skype-Protokoll patentrechtlich nicht geschützt.
Das Ende für DDoS?
An der Universität Tübingen scheint man eine Firewall entwickelt zu haben, die so genannten Distributed Denial-of-Service-Angriffen (DDOS) ein Ende setzen könnte. Bei solchen Attacken verwenden die Angreifer tausende, meist gehackte, Computer, um ein System durch eine Flut von Anfragen zu überlasten und damit schachmatt zu setzen. Das an der Uni Tübingen unter der Bezeichnung Diadem entwickelte System aus Hard- und Software soll derartige Angriffe endlich effektiv bekämpfen können, indem es verdächtige Computer, die plötzlich enorm viel Bandbreite verbrauchen, erkennt und von Netz trennt. Wie „Infoworld“ berichtet, sollen die im Rahmen des Projekts entwickelten Technologien nun erstmals „im richtigen Leben“, bei der France Télécom und der polnischen Telecom, ihre Fähigkeiten beweisen. Wenn’s klappt, dürfte das Web bald ein wenig sicherer werden.
Microsoft reanimiert Alt-PCs
Betagter Büro-PC: Weiter nutzbar mit Windows light
Palm kündigt Euro-Treo an
Nach etlichen Jahren hat es der PDA- und Smartphone-Hersteller Palm endlich geschafft, einen großen europäischen Mobilfunk-Provider als Partner an sich zu binden. Bisher hatten es die Treo-Smartphones auf dieser Seite des Atlantiks vergleichsweise schwer, zahlende Kunden zu finden. Das Problem: Anders als etwa Smartphones von Nokia oder Sony Ericsson verkaufte keiner der großen Handynetz-Betreiber die kleinen Treo zu subventionierten Preisen an Neukunden oder solche, die ihre Verträge verlängern wollten. Damit wird es wohl bald ein Ende haben, denn gestern kündigte Palm an, gemeinsam mit Vodafone einen 3G/UMTS-Treo auf Basis des Windows-Mobile-5-Betriebssystems bauen zu wollen. Zu den Kernfunktionen des neuen Geräts soll ein Push-E-Mail-Dienst zählen, der mit Microsofts Exchange-Server zusammenarbeitet, schreibt „The Register“. Auf diese Weise sollen offenbar Firmenkunden gewonnen werden, die sich nicht an den Push-Service des Konkurrenten Blackberry binden wollen. Einen genauen Start-Termin für den Euro-Treo gab Palm ebenso wenig bekannt wie den anvisierten Preis. Einzig, dass das Gerät noch in diesem Jahr erscheinen solle, ließ man verlauten.
Intel erobert die Krone zurück
Während allüberall davon berichtet wird, der weltweit größte Chiphersteller Intel werde rund 1000 Managern den Laufpass geben, um seine Kosten in den Griff zu bekommen, gibt es auch Erfreuliches von Intel zu vermelden. Offenbar sind bei einigen Testern die ersten Systeme mit Intels neuen Core 2 Duo-Prozessoren aufgeschlagen, welche als Nachfolger der altgedienten Pentium-Familien gelten. Da Intel diese Tester seit heute von ihrem Schweigegelübde entbunden hat, tauchen nun reichlich Benchmarks der neuen Systeme auf. So etwa bei „The Register“ sowie bei „Hexus.net“. Deren einhelliges Urteil: Nachdem in letzter Zeit stets Konkurrent AMD die Nase vorne hat, erobert Intel mit der neuen Prozessorfamilie wieder die Pole Position für sich. Besonders hervorzuheben ist aber, dass es endlich gelungen zu sein scheint, den enormen Stromverbrauch und damit die Hitzeentwicklung in den Griff zu bekommen. So sollen die kommenden Chips mit 65 Watt nur noch rund halb so viel Strom verbrauchen wie aktuelle Pentium-Modelle und wären damit nicht nur sparsamer, sondern vor allem leiser als ihre Vorgänger.
Google macht mit bei ODF
Das OpenDocument Format (ODF) könnte demnächst auch bei Googles Web-Applikationen Google Spreadsheet, Google Calendar und dem jüngst erworbenen Writely für einfachen Datenaustausch sorgen. Wie „Linux Watch“ meldet, hat sich das Online-Unternehmen, ohne viel Aufhebens darum zu machen, der ODF Alliance angeschlossen. Daraus schließen die Autoren, dass Google das universelle Austauschformat demnächst in sein Online-Office integrieren wird. Der Text-Editor Writely unterstützt es ohnehin schon. Eine offizielle Stellungnahme von Googles Seite konnte Linux Watch allerdings nicht beibringen. Bleibt also nur abzuwarten.
Urteil gegen die RIAA
In einem Gerichtsverfahren der RIAA gegen Debbie Foster aus dem US-Bundesstaat Oklahoma entschied das Gericht zugunsten der Beklagten und verurteilte die Organisation der US-amerikanischen Plattenfirmen dazu, die Gerichtskosten zu tragen. Im November 2004 verklagte die RIAA Frau Foster und später auch ihre Tochter Amanda, wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen durch die Nutzung von Filesharing-Diensten. Anfänglich bot man der Mutter an, das Verfahren gegen Zahlung von 5000 US-Dollar fallen zu lassen. Darauf ließ sich die kämpferische Mutter aber nicht ein, zog vor Gericht und forderte die RIAA dazu auf, detaillierte Beweise für die Anschuldigungen vorzubringen. Wie „ars technica“ nun berichtet, kam die RIAA dieser Aufforderung nicht nach, weshalb der vorsitzende Richter die Angeklagte von allen Anschuldigungen freisprach.
Wird Cell zum PS3-Problem?
Einem „CNet“-Artikel zufolge hat der IBM-Manager Tom Reeves einem Elektronik-Magazin gegenüber eingestanden, dass die derzeitige Produktionsausbeute an funktionsfähigen Cell-Prozessoren irgendwo zwischen 10 und 20 Prozent pendelt. Eine ausgesprochen bescheidene Zahl, schließlich, so „CNet“, sei die Ausbeute eine wichtige Kenngröße bei der Chip-Herstellung. Durch Optimierungen will man nun versuchen, wenigstens eine Ausbeute von 20 bis 40 Prozent zu erreichen. Doch auch das ist, dem Artikel zufolge, eine eher beschämende Zahl. Schließlich entscheide die Ausbeute über die Produktionskosten. Je mehr Chips als defekt entsorgt werden müssen, desto teurer werden die wenigen funktionsfähigen. Diese Preisschraube könnte Sony weitere Probleme mit der Playstation 3 bereiten, in deren Inneren Cell-Prozessoren werkeln und die bereits jetzt in dem Ruf steht, wenig profitabel produziert zu werden, so „CNet“.
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