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17.07.2006
 

Netzwelt-Ticker

Google sucht Viren

Von Matthias Kremp

Die Suchmaschine des Marktführers kann weit mehr als Webshops oder bizarre Foren aufstöbern: Sie findet auch Schädlinge, was böse Menschen sogar gezielt ausnutzen könnten. Außerdem im täglichen Newsüberblick: Hilfe für Spiele-Junkies und dicke, fette Mobiltelefone.

Suchmaschinen zu Virenscannern

Von Googles sogenannter Binär-Suchfunktion hat wohl bisher kaum jemand gehört. Mithilfe dieser Funktion werden nicht nur die Inhalte von Webseiten indiziert, sondern darüber hinaus auch ausführbare Binärdateien, also Programme.

Google-Zentrale in Mountain View: Suchsoftware kann missbraucht werden
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AP

Google-Zentrale in Mountain View: Suchsoftware kann missbraucht werden

Die Programmierer der US-Firma Websense nutzten diese Fähigkeit, um eine Software zu schreiben, die Webseiten nach Schadprogrammen durchforstet – mit Erfolg. Binnen kürzester Zeit identifizierte ihr Such-Programm mehr als 2000 Webseiten, die böswillige Software enthalten bzw. von solcher infiziert waren. Einer breiten Öffentlichkeit wollen die Forscher rund um Dan Hubbard ihre Software dennoch nicht zugänglich machen, berichtet „PC World“. Zu groß ist die Angst, einer von den bösen Buben könnte die Technologie nutzen, um das Web nach Würmern und Viren zu durchforsten, sie herunter zu laden und für eigene Angriffe zu verwenden. Deshalb will Hubbard seine Erkenntnisse ausschließlich mit anderen Sicherheits-Spezialisten teilen. Besser ist das.

US-Regierung soll Internet-Kontrolle abgeben

Gut zwei Wochen ist es her, da rief die rief die NTIA (National Telecommunications and Information Administration), eine Abteilung des US-Wirtschaftsministeriums, die Internet-Nutzer auf, sich zur Zukunft des Internet zu äußern. Dabei sollten Kommentare zur Zukunft der Internet-Verwaltungsorganisation ICANN gesammelt werden. Wir berichteten. Nun liegen die Ergebnisse vor. Wie „The Register“ schreibt, haben sich immerhin 632 Internet-Nutzer die Mühe gemacht, der NTIA ihre Gedanken zum Thema aufzuschreiben. Während darunter auch jede Menge wenig hilfreiche Kommentare wie „lasst das Internet wie es ist“ oder „das Netz muss frei bleiben“ waren, gab doch eine überwältigende Mehrheit von 87 Prozent zu verstehen, dass es an der Zeit wäre, eine neue internationalere Internet-Verwaltung aufzubauen. Auf die vereinten Nationen will man dabei freilich nicht setzen. Stattdessen, so die Mehrheit der Mail-Schreiber, sollte eine gänzlich neue Institution, die flexibel und schnell agieren kann, diese Aufgabe übernehmen. Reaktionen von ICANN und der US-Regierung stehen bislang noch aus. Im Rahmen einer öffentlichen Anhörung sollen die Vorschläge der Internet-Nutzer am 26. Juli in Washington diskutiert werden.

HP demonstriert Mini-Chips

Darüber, ob der neue Chip aus den Entwicklungslabors nun so groß ist wie eine Ameise oder so klein wie ein Reiskorn, sind sich die Autoren von „Red Herring“ nicht einig, winzig ist er aber auf jeden Fall. Auf einer Grundfläche von zwei bis vier Quadratmillimetern soll er immerhin vier Megabit Speicherkapazität unterbringen. Damit nicht genug verfügt der als „Memory Spot“ bezeichnete Mikro-Chip über eine integrierte Antenne, die den drahtlosen Datenaustausch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 MBit/s erlaubt. Mögliche Anwendungen sieht der Hersteller in einer Vielzahl von Bereichen. So könnte er, in ein Armband integriert, die gesamte Krankenakte eines Patienten aufnehmen. Vor allem aber, so HPs Projektmanager Ed McDonnell, wolle man digitale Inhalte aus den Begrenzungen von PC und Internet befreien. Bis es wirklich soweit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Denn obwohl HP den „Memory Spot“ heute erstmals öffentlich demonstriert, wird man, nach eigenem Bekunden, wohl noch Jahre brauchen, bevor erste kommerzielle Anwendungen verfügbare werden.

Hilfe für Spiele-Junkies

Wer mehr Zeit in virtuellen Welten statt im Hier und Jetzt verbringt, sollte sich ernsthafte Gedanken über eine Therapie machen. In Amsterdam will sich ab sofort das Wild Horses Center derart verkorkster Game-Junkies annehmen. Mit einem von zwei Abhängigkeits-Spezialisten entwickelten Entwöhnungsprogramm will man die geschundenen Kreaturen langsam wieder an soziale Kontake und das polygonfreie Design der echten Welt gewöhnen. Aufregende Beschäftigungen wie etwa Therapie-Sitzungen und Gruppengespräche sollen dabei als Ausgleich für fehlende World-of-Warcraft-Sessions dienen. Die Autoren von „Engadget“ schlagen dagegen ihre ganz eigene Methode zur Spiel-Entwöhnung vor: Zuerst solle man die AV-Eingänge des Fernsehers und danach die Tasten A, S, D und W mit Klebeband abdichten. Danach, so glauben sie, sei man gegen alle Versuchungen gewappnet.

Die Rückkehr des Backstein-Handys

Die älteren unter uns werden sich noch erinnern: Damals, als die ersten GSM-Mobiltelefone auf den Markt kamen, hatte man noch richtig was in der Hand. Wer heute noch auf das typisch klobige Feeling von damals steht, kann jetzt versuchen, sich aus dem fernen Hongkong eine schicke Replik senden zu lassen. Die wurde, so „Gizmodo,“ allerdings kräftig modernisiert und verfügt nicht nur über ein Farbdisplay sondern auch sonst über zeitgemäße Elektronik. Dementsprechend dürfte eine Akkuladung heute länger halten, als die seinerzeit üblichen acht Stunden. Leider gibt es bisher aber weder eine Preisangabe, noch verlässliche Bezugsquellen. Aber das war damals auch nicht anders.

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