"Wir werden Windows Vista ausliefern, wenn es fertig ist", sagte Kevin Johnson gestern auf einer Analystenkonferenz. Das Projekt werde Schritt für Schritt umgesetzt. Das waren genau die Worte, die die Branche nicht hören wollte. Denn Verschiebungen beim Vista-Start, die Analysten nun für wahrscheinlich halten, dürften sich auch auf Hardwarehersteller auswirken, weil Konsumenten und Firmen mit der Anschaffung neuer Rechner warten könnten.
Das Erscheinen von Windows Vista war bereits mehrfach verschoben worden. Laut Microsoft soll es im November auf den Markt kommen - zumindest für Firmenkunden. Für Endverbraucher wurde zuletzt der Januar als Erscheinungstermin genannt. Schon seit fünf Jahren wird an dem Nachfolger von Windows XP gearbeitet. Vor allem mit einer deutlich verbesserten Sicherheit will Microsoft bei seinen Kunden punkten.
Firmenchef Steve Ballmer versprach auf der Konferenz für die Zukunft kürzere Release-Abstände bei Windows: "Wir werden nie wieder fünf Jahre Abstand zwischen dem Erscheinen zweier Flaggschiff-Produkte haben." XP war im Oktober 2001 auf den Markt gekommen.
Ballmer sagte, Microsofts Geschäft ruhe auf vier Säulen: Windows, Office, dem Internet und der Spielkonsole Xbox. "Es steckt wirklich ein Sony in uns", sagte er in Anspielung auf den Marktführer bei Spielkonsolen. Gleiches gelte für Yahoo oder Google, erklärte der Firmenchef und machte so die Führungsansprüche im Internetbusiness deutlich.
Microsoft rechnet nicht mit schnellen Erträgen seiner Investitionen in den geplanten neuen Musikspieler "Zune". Für das Konkurrenzprodukt zum Verkaufsschlager iPod von Marktführer Apple werde Microsoft voraussichtlich erst einmal bis zu fünf Jahre investieren, sagte der Chef der Unterhaltungssparte des Unternehmens, Robbie Bach, gestern.
"Das ist etwas, das dauern wird", sagte er. Es gehe nicht um einen Zeitrahmen von sechs Monaten, sondern um drei, vier oder fünf Jahre. Die geplanten Investitionen in das Projekt "Zune" werden zusammen mit den Verlusten aus dem Geschäft mit der Spielekonsole Xbox auch im laufenden Geschäftsjahr die Unterhaltungssparte belasten.
hda/Reuters
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