"Die 'T-Com-Ehrenloge' bringt Fußball satt", sagte Telekom-Vorstand Walter Raizner bei der Vorstellung des Bundesliga-Angebots heute in München. "Die Bundesligasaison 2006/2007 wird die erste mit umfassender Multimediabegleitung sein." Gemeinsam mit dem Abosender Premiere, der das Programm produziert, will die Telekom 612 Spiele aus erster und zweiter Liga über das schnelle Internet (VDSL) übertragen.
Kunden zahlen dafür 9,95 Euro monatlich. Als Anreiz sehen Einsteiger, die sich bis zum 21. August entscheiden, die Hinrunde kostenlos. Allerdings kommen weitere monatliche Kosten auf die Nutzer zu: beispielsweise die VDSL-Anschluss-Gebühren von 34,99 Euro sowie weitere Tarifkosten. Die Kosten summieren sich auf rund 80 Euro pro Monat.
Raizner nannte den Preis "absolut wettbewerbsfähig". Vergleichbare TV-Kabelangebote würden 40 bis 50 Euro kosten, hinzu kämen die Gebühren für DSL und Telefonie, die in den 80 Euro des Telekom-Pakets bereits enthalten seien.
Bislang sind laut Raizner über drei Millionen Haushalte in zehn Ballungsgebieten an VDSL angeschlossen. Bis Anfang 2007 sollen es fast sechs Millionen sein. Interessenten für das IPTV-Angebot können sich online registrieren.
Die Telekom plant bei der Fußballberichterstattung Expertentalks und interaktive Elemente wie Votings. Unter anderem Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge sollen für den Premierekanal der Telekom tätig werden.
Digitaler Videorecorder inklusive
Kunden benötigen zum Empfang eine spezielle Set-Top-Box, die auch eine 80-Gigabyte-Festplatte enthält und somit als digitaler Videorecorder und für Time-Shifting genutzt werden kann. An eine Set-Top-Box lässt sich nur ein Fernseher anschließen. Pro Haushalt sind jedoch nach Raizners Angaben bis zu drei Set-Top-Boxen möglich, über die jeweils ein HDTV-Programm gesehen werden kann. Pro Woche will die Telekom ein Topspiel der Bundesliga auch in HD-Auflösung übertragen.
Premiere-Chef Georg Kofler sagte, "ein Hauch von Pionierzeit" komme auf die Fernsehbranche und die Zuschauer zu. "IPTV wird die dritte Säule der Fernsehverbreitung werden - sicher auch die innovativste." Die Kapazitätsprobleme, die es beim Kabel gebe, gehörtem im IPTV-Zeitalter der Vergangenheit an.
T-Home, die IPTV-Plattform der Telekom mit rund 100 Kanälen, wird vermutlich erst im Herbst starten. Die "Financial Times Deutschland" hatte Anfang der Woche berichtet, die Telekom habe technische Probleme mit der verwendeten Microsoft-IPTV-Software. Sie habe in der Branche den Ruf, "komplex und instabil" zu sein, hieß es.
Online-Videothek geplant
Das Internetfernsehen ist Teil der Triple-Play-Strategie der Telekom, mit der der Konzern auch den laufenden Kundenschwund in der Festnetzsparte stoppen will. Triple Play umfasst einen Highspeed-Internetanschluss, IPTV und Internettelefonie. Kunden benötigen dann nur noch einen VDSL-Anschluss - das TV-Kabel kann dann abgemeldet werden.
Teil von T-Home wird auch eine Online-Videothek sein. Gestern hatte der TV-Konzern ProSiebenSat.1 sein eigenes Video-on-Demand-Portal gestartet. "Maxdome" bietet über Internet Spielfilme, Comedy und Serien. Das neue Geschäftsmodell sei Teil der Diversifikationsstrategie der Senderfamilie, sagte Konzernchef Guillaume de Posch.
Der Zugang zu Maxdome funktioniert per Breitband-Internet-Anschluss über die Adresse www.maxdome.de. Von Mitte August an soll zudem eine Set-Top-Box den Zugang über Fernsehgeräte ermöglichen. Der Preis der Box soll unter 100 Euro liegen. Im Einzelabruf per Internet soll es Filme ab 99 Cent geben.
hda/Reuters/dpa
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