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05.08.2006
 

Satellitengebühr

ARD und ZDF wehren sich gegen geplante Verschlüsselung

Nicht nur Medienpolitiker und Verbraucherschützer laufen gegen die Verträge über die Einführung einer Satellitengebühr für einige Free-TV-Programme Sturm - die heftigste Kritik kommt vom ARD und ZDF. ZDF- Intendant Schächter warnte vor "abgemagerten" Programmen der Öffentlich-Rechtlichen.

Hamburg - "Das ist der direkte Weg ins totale Bezahlfernsehen", empörte sich der amtierende ARD-Vorsitzende Thomas Gruber im SPIEGEL über die Pläne, "die den politisch gewollten Umstieg in die digitale Welt blockieren statt fördern."

ZDF-Indendant Schächter: "Unverzichtbare Programmfarbe wie Sport und Spielfilm" könnten verloren gehen
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DDP

ZDF-Indendant Schächter: "Unverzichtbare Programmfarbe wie Sport und Spielfilm" könnten verloren gehen

Durch die direkte Adressierbarkeit entstehe die Gefahr, dass die Bürger für die beteiligten Medienkonzerne "zu gläsernen Kunden und Zuschauern" würden, sagte Gruber dem SPIEGEL. SWR-Intendant Peter Voß rief die Politik auf, nicht bloß "über diesen Zustand zu lamentieren", sondern sich dafür stark zu machen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hier ein wirksames Gegengewicht bleibe. "Die Politiker müssen verhindern, dass ARD und ZDF mit der Grundverschlüsselung ins Bezahlfernsehen weggesperrt werden", so Voß im SPIEGEL.

Vergangene Woche waren die Verträge des führenden europäischen Satellitenbetreibers SES Astra mit der RTL Gruppe und MTV Networks bekannt geworden, nach denen die bislang über Astra digital frei empfangbaren "Free TV"-Sender ab Mitte 2007 "grundverschlüsselt" ausgestrahlt werden sollen. Besitzer von Satellitenschüsseln brauchen dann einen neuen Receiver nebst Smartcard, die monatlich bis zu 3,50 Euro kosten soll. Die Verträge zwischen SES Astra, der RTL-Group und MTV-Networks liegen dem Bundeskartellamt zur Prüfung vor.

ZDF-Intendant Markus Schächter hatte seinen Fernsehrat laut SPIEGEL intern vor den möglichen Folgen der Entwicklung gewarnt: Lizenzgeber von Sportrechten und Spielfilmen könnten künftig auch bei ARD und ZDF auf eine "gebietsweise eingeschränkte und damit verschlüsselte Ausstrahlung" drängen, heißt es in einem internen Papier. "In der Konsequenz könnte dies zu einem programmlich abgemagerten öffentlich-rechtlichen Rundfunk" führen, in dem "unverzichtbare Programmfarben wie Sport und Spielfilm weitgehend nicht mehr vorkommen".

anr

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