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12.08.2006
 

Software

Virtuell steht die Berliner Mauer wieder

Am 13. August 1961 finalisierte die SED-Führung die Teilung der Stadt Berlin: Über Nacht begann der Bau der berüchtigten Mauer, die erst 1989 wieder fiel. Jetzt entsteht sie wieder neu: Virtuell zu sehen, in einer vom Hasso-Plattner-Institut entwickelten Software.

Eigentlich ist das alles ganz ernst gemeint, dürfte aber etlichen Witzbolden Steilvorlagen liefern: Zumindest auf dem Rechner lässt sich die Berliner Mauer wieder aufbauen. Die Software "LandXplorer" ist unter anderem für den Einsatz in der Stadtplanung gedacht. Mit einem sichereren Riecher für den richtigen Zeitpunkt stellte das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) das Programm ausgerechnet zwei Tage vor dem 45. Jahrestag des Mauerbaus in Berlin vor - und demonstrierte seine Möglichkeiten, in dem es die Mauer virtuell wieder erstehen ließ.

Blick über den Potsdamer Platz: Mauer und Todesstreifen als rote Markierungen sichtbar
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HPI

Blick über den Potsdamer Platz: Mauer und Todesstreifen als rote Markierungen sichtbar

"45 Jahre nach dem Bau und fast 17 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer deren kompletten Verlauf wieder zu finden, ist in der Realität unmöglich", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Instituts. "Doch die Teilung Berlins sichtbar und damit auch erinnerbar zu machen, ist jetzt dank einer innovativen Softwaretechnologie möglich."

Die hat das HPI gemeinsam mit der Institutsausgründung 3D Geo GmbH entwickelt. "Umgesetzt worden ist unsere LandXplorer-Technologie gerade im amtlichen Berliner 3D-Stadtmodell, dem ersten großräumigen, systematischen und integrierten virtuellen Stadtmodell Deutschlands", so HPI-Professor Jürgen Döllner, Leiter des Fachgebietes Computergrafische Systeme. Das amtliche Stadtmodell wird hauptsächlich vom Berliner Senat für Aufgaben in der Stadtplanung, Stadtinformation und der Standortvermarktung genutzt.

Dank der neuen "LandXplorer"-Technologie kann künftig jedermann Berlin virtuell durchstreifen. "Unsere Entwicklung erlaubt es sogar, dass am Computerbildschirm jeder selbständig beliebige Spaziergänge oder Rundflüge durchführt – also eine Echtzeit-Anwendung", erläutert Döllner. Per Mausklick könne auch der Mauerverlauf und die Todesstreifen-Fläche sichtbar gemacht werden, zum Beispiel durch eine rote Linie. "Deutlich wird dabei selbstverständlich auch, wo die im aktuellen Berliner Stadtmodell erfassten Bauten den damaligen Mauerverlauf überlagern."

pat

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