Künftig können Zuschauer auch im Internet das Digitalangebot der beiden Sendeanstalten empfangen. Die Telekom sendet das IPTV-Angebot über ihr neues Hochgeschwindigkeitsnetz (VDSL). Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete vergangene Woche allerdings, bis zum 9. August hätten erst 43 Haushalte das Internet-Fernsehen der Telekom über die schnellen Glasfasernetze gebucht. Eine Zahl, die T-Com-Sprecher Martin Frommhold weder bestätigen noch dementieren wollte: "Wir werden keinen Bericht über Kundenzahlen für das IPTV-Bundesliga-Paket kommentieren", sagte er SPIEGEL ONLINE. Die konkrete Vermarktung habe aber ohnehin "gerade erst begonnen".
Die Zahl der Interessierten, die in den Kundencentern anriefen, sei jedenfalls sehr hoch. Nun sollen ARD und ZDF mithelfen, diese Interessierten auch zum Abonnement zu überreden. Mit den Öffentlich-Rechtlichen seien nun über 100 TV-Kanäle über das VDSL-Netz verfügbar, teilte T-Com mit. Mit RTL verhandelt die Telekom noch, mit der ProSiebenSat1-Gruppe hat man sich schon geeinigt.
ARD und ZDF hatten bis zuletzt verschiedene Probleme im Zusammenhang mit IPTV gesehen, etwa die Frage der Verschlüsselung. "Wir haben jetzt den Grundstein gelegt, um unseren Zuschauern künftig auch über diesen neuen Verbreitungsweg einen einfachen und direkten Zugang zu unseren Programmangeboten zu ermöglichen", sagte ARD-Chef Thomas Gruber nun. "Auch dass unsere Programme für alle Zuschauer frei empfangbar bleiben und keine programmbezogenen Entgelte anfallen, macht uns zufrieden", so Gruber. ZDF-Intendant Markus Schächter erklärte, alle Inhalte könnten über VDSL unverschlüsselt und ohne zusätzliche Kosten empfangen werden.
Mit dem VDSL-Netz will die Telekom die Grundlage für ein Bündelangebot schaffen, das Telefonie, Internet und Medieninhalte umfasst ("Triple Play"). Dazu gehört auch die Übertragung von Spielen der Fußball-Bundesliga, bei der die Telekom mit dem Bezahlsender Premiere zusammenarbeitet. Bis zum Jahresende will die Telekom sechs Millionen Haushalte mit der VDSL-Infrastruktur abdecken. Drei Milliarden Euro soll das neue Netz kosten. Bis Mitte kommenden Jahres sollen 50 Städte mit den schnellen Internetzugängen versorgt werden.
"Die Entwicklung unseres IPTV-Angebots verläuft nach Plan. Das gilt für die Vertragsabschlüsse mit den Sendern wie auch für den technischen Roll-Out", sagte Telekom-Vorstandsmitglied Walter Raizner der dpa.
Zum Start der Bundesliga hatte die Telekom eine abgespeckten Version des Internet-Unterhaltungsangebots gestartet. Das echte Triple-Play-Angebot "T-Home", das Telefon, schnelles Internet (DSL) und das komplette IPTV-Angebot mit zusätzlichen Diensten wie einem digitalen Videorecorder und Filmen auf Abruf enthalten soll, soll im Oktober starten.
cis/rtr/dpa
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