ThemaIfaRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Fünf Thesen Die Zukunft des Fernsehens

2. Teil: Im zweiten Teil: Nicht nur das Gerät verändert sich, sondern auch die Art, wie, wann und wo wir damit umgehen. Das hat Rückwirkungen auf die Inhalte, die schon heute zu sehen sind, wenn man genau hinsieht. Weiter...

Drittens: Die Zukunft ist schärfer

Nachdem sich Flachbild-Fernseher einen festen Platz auf den Wunschlisten technik-affiner Hausherren erobert haben, gilt es nun, die letzten technischen Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Nicht ohne Grund bescheinigen TV-Tester den technologisch überholten Röhren-Geräten immer noch das beste Bild.

102-Zoll-Plasma-TV von Samsung: Zweieinhalb Meter Kinodisplay fürs Wohnzimmer
DPA

102-Zoll-Plasma-TV von Samsung: Zweieinhalb Meter Kinodisplay fürs Wohnzimmer

Das wollen die Hersteller natürlich ändern und arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, die Darstellungsqualität ihrer Geräte zu verbessern. Laut Sascha Lange von Toshiba wird es beispielsweise "neue, sehr effektive Technologien zur Vermeidung von Bewegungsunschärfen bei LCD-Fernsehern geben. Unsere Technologie "Active Vision M100" ist hier ein fundamental neuer Ansatz." Zumindest für LCD-Geräte stimmt das, denn die Panels werden dabei mit 100Hz statt der bisher üblichen 50Hz angesteuert. In Röhren-TVs ist diese Methode zur "Beruhigung" des Bildes allerdings längst als 100Hz-Technik bekannt und erfolgreich.

Aber auch an der Qualität der Farbwiedergabe wird gearbeitet. Das Problem: aktuelle Flachbildschirme setzen Mischtöne zusammen, indem sie die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau unterschiedlich hell darstellen. Auf diese Weise ist allerdings nur ein eingeschränktes Farbspektrum möglich. Brauntöne etwa gelingen damit kaum ansprechend.

Deshalb haben Manuel Aschwanden und Andreas Stemmer von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ein Konzept erarbeitet, bei dem Nano-"Muskeln" die einzelnen Pixel derart manipulieren, dass sie das gesamte Spektrum des sichtbaren Lichts wiedergeben können. Noch aber stehen die Forscher erst am Anfang und gaben dem Fachmagazin "New Scientist" gegenüber an, derzeit mit Feldern von 10-Pixel Größe zu experimentieren. Mindestens acht Jahre, so Aschwanden, wird es dauern, bis daraus ein kommerziell verwertbares Produkt wird.

Viertens: Die Zukunft ist überall

Neue Übertragungswege werden das Ende der Couch-Potatoes einläuten. Statt nur im Wohnzimmer wird Fernsehen in Bälde überall sein. Wie das Aussehen kann, macht ProSiebenSat 1 schon heute im Kleinen vor. Zusätzlich zu seinen beiden Free-TV-Sendern Sat1 und Pro7 sind die Spartenkanäle sat.1 comedy und kabel eins classics nur gegen Gebühr und per digitalem Kabelnetz empfangbar. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit maxdome bereits ein IPTV-Angebot, also Fernsehen über das Internet, gestartet. Sogar beim Handy-TV mischt die Sendergruppe schon eifrig mit und bietet neben 12 UMTS-Kanälen bereits zwei DMB-Programme an.

70-Zoll: Auch in Sachen Größe eifern LCDs inzwischen den Plasma-Geräten nach
Samsung

70-Zoll: Auch in Sachen Größe eifern LCDs inzwischen den Plasma-Geräten nach

Dieses Beispiel zeigt, wohin die Reise geht. Egal, wo man sich gerade befindet, das Fernsehen wird schon da sein. Allerdings werden sich Produzenten, Sender und Netzbetreiber diesen Service auch bezahlen lassen. Der Medien-Spezialist und Unternehmensberater Werner Lauff glaubt an den Erfolg diesen Modells, wenn er sagt, dass Fachleuchte davon ausgehen, "dass das Medienbudget noch nicht ausgeschöpft ist. Das heißt, dass für Digitalfernsehen, für Pay TV, aber auch für Music-on-demand, für den Download von Videos und Ähnlichem noch ein erhebliches Reservoir ist."

Fünftens: Die Zukunft ist interaktiv

Und das wollen, ja müssen, die TV-Konzerne abschöpfen, denn die klassische TV-Werbung wird im Fernsehen der Zukunft nur noch eine Nebenrolle spielen.

Schließlich werden digitale Übertragungswege und vor allem digitale Videorekorder es leicht machen, Werbeblöcke per Knopfdruck zu überspringen. Stephen Jenzowsky, Vice President Strategy, New Business Innovation der Siemens AG glaubt daher, dass Interaktivität "in Zukunft eine immer stärkere Rolle spielen" wird. Durch Live-Diskussionen in Internet-Foren, integrierte Votings und so genannte Call-Ins, also Anrufe im Studio, werden die Zuschauer stärker in das Geschehen eingebunden, können möglicherweise die Storyline einer Soap-Opera oder die Fragen eines Talkmasters beeinflussen.

Dadurch wird nicht nur die Bindung der Zuschauer an einen bestimmten Sender oder eine bestimmte Sendung erhöht, sondern gleichzeitig die Attraktivität des Formats für Werbetreibende erhöht. Das dieses Konzept Erfolg verspricht, machen Sender wie Neun Live und DSF schon heute vor. Bleibt zu hoffen, dass künftige Varianten dieser Idee sich trotz flacher Fernseher auf einem höheren Niveau bewegen, als das, was man da heute zu sehen bekommt.

  • 1. Teil: Die Zukunft des Fernsehens
  • 2. Teil: Im zweiten Teil: Nicht nur das Gerät verändert sich, sondern auch die Art, wie, wann und wo wir damit umgehen. Das hat Rückwirkungen auf die Inhalte, die schon heute zu sehen sind, wenn man genau hinsieht. Weiter...
Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Tech
alles zum Thema Ifa

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP