Von Matthias Kremp
Google gibt Userdaten raus
Aufregung in Brasilien. Ein Richter in Sao Paulo forderte die örtliche Google-Vertretung zur Herausgabe von Nutzerdaten der Community-Website Orkut auf. Unter anderem wurde den Beklagten Kinderpornografie und Rassismus vorgeworfen. 15 Tage gab er dem Unternehmen Zeit, Nutzungszeiten und IP-Adressen herauszurücken. Danach, so sein Beschluss, würde pro Tag und Fall ein Strafgeld in Höhe von 18.000 Euro verhängt.
Damit scheint er mit Kanonen auf Spatzen geschossen zu haben. Anders als im vergangenen Jahr, als sich das Unternehmen weigerte, dem US-Justizministerium Nutzerdaten auszuhändigen, hat das Google-Hauptquartier in diesem Fall volle Kooperation zugesagt. Der Unterschied liege in der Masse der angefragten Informationen. Während nämlich die US-Behörden sämtliche Nutzerdaten und Indexeinträge eines zwei Monate währenden Zeitraums einforderte, beschränkt sich die brasilianische Anfrage auf wenige, sehr spezifische Fälle.
Der Grund für die drastische Strafandrohung soll laut Google ein Missverständnis gewesen sein, schreibt die "Washington Post" (Registrierung erforderlich). Demnach sei die Anforderung zur Herausgabe der Daten ursprünglich an die brasilianische Google-Niederlassung geschickt worden. Die konnten die Anfrage aber gar nicht bearbeiten, da die Daten der Orkut-Nutzer auf Servern in den USA gespeichert werden. Als die Anfrage endlich das Hauptquartier in den USA erreichte, wurde sofort mit der Herausgabe der gesuchten Daten begonnen.
Die Mehrheit arbeitet am PC
Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) in Berlin bekannt gab, nutzen 57 Prozent der deutschen Beschäftigen bei der Arbeit einen PC. Damit liegt Deutschland weit über dem EU-Durchschnitt, denn laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat folgt Großbritannien weit abgeschlagen mit 49 Prozent PC-Arbeitsplätzen. Das sind gute Nachrichten für Online-Händler, da ein Großteil der Firmen-PCs an das Internet angeschlossen sind und so den Internet-Handel stimulieren. Allerdings dürften auch Physiotherapeuten regen Zulauf bekommen, da sicherlich nicht alle diese Arbeitsplätze so ergonomisch aufgebaut sind, wie es sich der MDR vorstellt.
iPod-Fabrikant zieht Klage zurück
Wie Associated Press berichtet, hat die Foxconn Technology Group ihre Klage gegen zwei chinesische Journalisten zurückgezogen. Wohl damit beide Seiten ihr Gesicht wahren können, hat man sich auf eine gemeinsame Erklärung geeinigt. Darin heißt es, die Kontrahenten hätten ihren Streit beigelegt, nachdem sie sich gegenseitig entschuldigt hätten. Zudem gab die Foxconn-Mutterfirma Hongfujin zu Protokoll, sie respektiere das Recht der Medien, über das Verhalten von Unternehmen zu berichten. Gleichzeitig zollte die Zeitung, bei der die beiden Beklagten Journalisten angestellt, sind Foxconn Anerkennung für den Beitrag der Firma zu Chinas wirtschaftlicher Entwicklung und Konkurrenzfähigkeit. Tja, so macht man das im Land der Mitte.
Ist schon wieder April?
Bei "Register" findet sich heute ein lesenswerter Kommentar zu einer neuen Technologie aus dem Hause Google. Mit einem einfachen, mit einem PC verbundenen Mikrofon, wollen die Suchmaschinenbetreiber das akustische Umfeld des Nutzers abhören. Dabei geht es speziell darum, das TV-Programm mitzuhören, per Computer zu analysieren, was der jeweilige Anwender gerade anschaut und dazu passende Werbung einzublenden. Vorerst klappt das nur am PC. Denkbar wäre es laut "Register" aber auch, maßgeschneiderte Werbung auf das Fernsehgerät zu senden. Zudem fürchtet der Autor, das Mikrofon könne auch dazu genutzt werden, um Gespräche mitzuschneiden oder Telefonate abzuhören. Eine Option, die Google selbstverständlich kategorisch ablehnt, die Geheimdienste und Hacker jedoch frohlocken lassen dürfte. So oder so hat Google sicher noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, bevor sich jemand freiwillig eine derartige Überwachungssoftware auf den Rechner lädt.
Es muss nicht immer Mozart sein
Seit Jahren malträtieren Eltern ihre Zöglinge mit Mozart - in der Hoffnung auf bessere Geistesleistungen. Schließlich haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass klassische Musik kognitive Fähigkeiten fördern kann. Aus Schottland kommt nun die Erlösung für all jene Jugendlichen, die eine etwas härtere Gangart bevorzugen. Psychologen der Glasgow Caledonian University haben herausgefunden, dass laute Rockmusik einen ganz ähnlichen Effekt haben kann. In einem Versuch mussten 16 Probanden eine Reihe von Aufgaben wechselweise bei klassischer Musik, in vollkommener Stille, mit einem Grundrauschen sowie mit Rock-Untermalung bearbeiten. Das Ergebnis: Wenn ihnen Songs des Rock-Gitarristen Steve Vai eingespielt wurden, mussten sich die Testpersonen deutlich weniger anstrengen, um die Aufgabe zu lösen. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass man seinen MP3-Player auch während des Schulunterrichts aufbehalten sollte.
Handys als Stau-Detektoren
Geht es nach dem US-Unternehmen IntelliOne, haben Verkehrshubschrauber bald ausgedient. Statt den Verkehr aus der Luft zu beobachten, will die Firma anonymisierte Positionsmeldungen mobiler Telefone nutzen, um Verkehrskonzentrationen zu lokalisieren, berichtet "Physorg.com". So könnte man, erklärte das Unternehmen, Staubildungen erheblich schneller erkennen als mit herkömmlichen Methoden. Unklar bleibt allerdings, wie das System Fußgänger und Radfahrer ausfiltern soll. Von denen gibt es im US-amerikanischen Berufsverkehr aber zugegebenermaßen wenige zu sehen.
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