Von Frank-Oliver Grün
So kann ein LCD-TV mit 37 Zoll im Betrieb mehr Strom verbrauchen als ein gleich großer Plasma. Dafür muss ein 47- Zöller nicht zwangsläufig gieriger sein als sein Schwestermodell mit 42-Zoll-Display. In jeder Kategorie gibt es sparsame Umweltengel. Und Energieschleudern, die sich aus der Steckdose bedienen, als hätte es Strompreiserhöhungen nie gegeben.
Warum 70 Prozent mehr zahlen?
Zwar neigen Plasma-Displays insgesamt zu etwas höheren Verbrauchswerten, doch sind die längst nicht so überzogen wie landläufig angenommen. Der Pioneer PDP-506 XDE etwa (Test in "video" 1/06) benötigte für sein 127-Zentimeter-Bild im Dauertest 19,44 Kilowattstunden, was einer Leistungsaufnahme von 270 Watt entspricht. Der Hersteller selbst gibt in den technischen Daten einen viel höheren Wert an: 344 Watt für das Display und noch mal 25 Watt für die Tunerbox.
Auf jeden Fall lohnt es sich, auf den Stromverbrauch zu achten. Wer einen der beliebten 42-Zöller aus dem "video"-Dauertest besitzt, kann 32,55 Euro im Jahr fürs Fernsehen bezahlen – oder 57,66 Euro.
Das ist ein Aufschlag auf die Energiekosten von mehr als 70 Prozent. Im Vergleich dazu schlägt der Standby-Betrieb mit ein paar Cent bis wenigen Euro jährlich kaum zu Buche. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass Standby-Kosten verschwendetes Geld sind, für das der Konsument keinerlei Gegenwert erhält. Der Stromverbrauch während des Betriebs zahlt sich dagegen in stundenlangem Vergnügen und brillanten Fernsehbildern aus.
Neuer Messwert
Bleibt die Frage, wie Fernseherkäufer stromsparende Modelle erkennen sollen. Energieklassen wie für Waschmaschinen oder Kühlschränke fehlen. Viele Hersteller geben gar keine Verbrauchswerte an, und wenn doch eine Wattzahl im Prospekt steht, ist sie aus den genannten Gründen wenig aussagekräftig.
Deshalb führt "video" mit der kommenden Ausgabe einen neuen Messwert ein: den "video"-Praxisverbrauch. Er gibt genau Auskunft darüber, wie viel Strom der Fernseher während der Wiedergabe eines typischen Spielfilms braucht. Die Testgeräte bekommen dazu unter standardisierten Bedingungen im Labor die DVD "Ice Age" zugespielt. Ein Computer misst jede Sekunde die Leistungsaufnahme und ermittelt aus 4500 einzelnen Werten den tatsächlichen Durchschnittsverbrauch.
Zusammen mit den gewohnten Angaben für Werks- und Ideal-Einstellungen liefert "video" damit exklusiv detaillierte Informationen über den Stromverbrauch. Die Entscheidung "LCD oder Plasma" lässt sich so noch einfacher und nach wirklich objektiven Kriterien treffen.
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