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Foto-Schwemme Die Zukunft des Datensalats

2. Teil: Im zweiten Teil: Die Speicher-Kandidaten und ihre Zukunftsaussichten. Von der Diskette über USB-Sticks bis zu Datenbanken im Internet: Wo und wie sollte man seine Fotos speichern? Weiter...

Die Speicher-Kandidaten und ihre Zukunftsaussichten

1. Die Diskette

Man darf doch auch mal scherzen, oder?

Zukunftsaussichten: Die Diskette ist nicht nur tot, sie stinkt auch schon gewaltig.

2. Der USB-Stick

Gut geeignet für die schnelle, kurzfristige Datensicherung oder einen Datentransport. Kapazitäten von bis zu einem Gigabyte sind Standard, aber auch 4-GB-Sticks sind schon erschwinglich. Allerdings sollte man USB-Sticks nicht zur dauerhaften Archivierung verwenden. Die meisten Hersteller gewährleisten nämlich nur eine Lebensdauer von zehn Jahren.

Zukunftsaussichten: Gut, wenn man davon absieht, dass sie als Speichermedium zweckentfremdet und zu teuer sind.

3. Die CD

Die Industrie wünscht dem Format den schnellen Tod an den Hals, weil sie uns allen bereits etliche CD-Rekorder oder -Brenner verkauft hat. Für die Verkäufer ist es damit Zeit, eine Nachfolgetechnik auf den Weg zu schicken, um noch einmal abkassieren zu können. Trotzdem wird sie noch eine ganze Weile überleben: CD-ROMs sind unschlagbar billig und so verbreitet, dass auch Nachfolge-Silberscheiben-Geräte abwärtskompatibel sein werden.

Doch die CD hat auch Nachteile: Zwar gibt mancher Hersteller die Haltbarkeit seiner Produkte mit bis zu 100 Jahren an, aber man sollte dankbar sein, wenn die Silberlinge die nächsten 30 oder 40 Jahre überstehen. Die Metallbeschichtung unterliegt nämlich ebenso einem Verfallsprozess, wie die Kunststoffoberfläche. Verdrängt und abgelöst wird die CD erst dann, wenn die Nachfolgemedien billiger sind als sie. Prinzipiell ist aber auch die CD längst zu klein geworden für unsere Datenmassen: 700 MB hat man heute schnell gefüllt.

Zukunftsaussichten: Die CD bleibt uns noch ein Jahrzehnt erhalten - ob die Industrie das nun will oder nicht.

4. Die DVD (und ihre Nachfolger)

Ursprünglich als Videodatenträger ("Digital Video Disc") konzipiert, hat sie sich mittlerweile auch als zweckmäßige Alternative für die Archivierung durchgesetzt. Double Layer DVDs bohren den schon bisher üppigen Speicherplatz von 4,7 beziehungsweise 4,38 GB auf knapp 8 GB auf. In der doppelseitigen Variante fassen diese Scheiben sogar bis zu fast 17 GB.

Platzmangel ist also nicht zu befürchten, allerdings Unterschiede in der Haltbarkeit. Einfache Rohlinge sind sehr lichtempfindlich und anfällig für Datenfehler beim Brennprozess. Sicherer ist die Speicherung auf DVD-RAMs. Sie sind zwar etwas teurer, bieten aber aufgrund ihrer Sektorierung beim Brennen eine wesentlich geringere Fehleranfälligkeit.

Noch mehr Raum bietet der vor vier Jahren definierte Blue-Ray-Standard mit bis zu 27 GB, in der Dual Layer-Variante sogar 54 GB. Doch noch ist nicht klar, ob sich die Blue-ray-Disc durchsetzt oder nicht eher ihr Konkurrent HD-DVD.

Zukunftsaussichten: Die DVD wird die CD als (relativ) kleines Speichermedium ablösen (Prognose: in ca. 5-8 Jahren). Ihre Nachfolgeformate (respektive die Abspiel-Hardware) werden abwärtskompatibel sein müssen, wenn sie beim Kunden ankommen wollen. Das Format ist für ein, zwei Jahrzehnte gut, die Qualität der "Gebrannten" leider nicht unbedingt.

5. Speicherkarten

Merke: Ein Datenspeicher, auf dem man nicht nur ein paar Gigabyte kostbarer Daten unterbringen, sondern den man auch versehentlich in die Waschmaschine stecken kann, ist zur Archivierung ungeeignet.

Zukunftsaussichten: Als Mini-Speicher für die kurzfristige Zwischenspeicherung prächtig (und immer billiger!).

6. Externe Festplatten

Allen bisher genannten Speichermedien ist eines gemeinsam: sie eignen sich nicht zur wirklichen Archivierung. Obwohl die Datenmengen immer größer werden, veraltet die jeweilig zur ihrer Aufzeichnung verwendete Technologie immer schneller.

Manche empfehlen daher den Weg des dauernden Umkopierens in frische Formate. Dazu bietet sich der Einsatz einer externen Festplatte an. Die bieten massig Platz zu vergleichsweise günstigen Preisen, 250 GB sind schon für 100 Euro zu haben, die Kapazität der neuen Modelle für den Profibereich hat schon die Terabyte-Grenze überschritten.

Doch selbst das andauernde Umkopieren (und Umformatieren) der Datenbestände gibt keine Überlebensgarantie für wertvolle Bytes und Bits.

Zukunftsaussichten: Prächtig, so lange es Adapter für die alle paar Jahre wechselnden Schnittstellen gibt. Umkopieren konserviert Nullen und Einsen potenziell bis zum Lebensende, erfordert aber viel Disziplin.

7. Internet und Fotoalbum

Für die wirklich langfristige Speicherung von fotografierten Erinnerungen gibt es nur zwei Königswege: Einer führt auf eine externe Datenbank, der andere zwischen Buchdeckel.

Der Schlüssel zur Konservierung unserer Fotos liegt im Internet. Virtuelle Fotoalben wie Flickr sind ein Weg, die externe (und diskrete) Lagerung von wichtigen Datenbeständen der andere: Schon bald wird man die Arbeit, Datenbestände zeitlich oder thematisch geordnet sicher und langfristig zu lagern, Profis überlassen. Für ganz kleines Geld werden diese die Pflege der Datenbank übernehmen und Kompatibilität auch bei Formatwechseln garantieren. On demand wird man seine Fotos dann abrufen oder verteilen, für Omi und Opa immer wieder gern zu schicken, im on-demand-Verfahren gedruckten Fotobüchern arrangiert.

Die sind auch heute (bis wir Bilderrahmen und E-Papier-Alben direkt per WLAN mit Material befüttern) schon ein guter Weg, kostbare Fotos nicht im Nirvana zu versenken. Sei es, als mit guten Foto-Ausdrucken befüllte Alben, sei es als Fotobuch vom Digitaldruck-Dienstleister.

Was allerdings eines bedingt: Wir müssen wieder lernen, weniger zu fotografieren, zumindest aber bewusster.

Zukunftsaussichten: Besser geht's nicht.

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