Jetzt hat es auch Sony selbst erwischt, allein in Japan und China ruft Sony nun rund 90.000 Laptops zurück, um potentiell brandgefährdete Akkus aus eigener Fertigung auszutauschen. Die machten seit Mitte August Schlagzeilen: Geschäftspartner des japanischen Unternehmens sahen sich gezwungen, in den letzten Monaten insgesamt über acht Millionen Akkus aus Sony-Fertigung auszutauschen, nachdem es bei mehreren Laptops zu Bränden gekommen war. Bereits Anfang Oktober summierte sich das für Sony auf einen Schaden von über 260 Millionen Dollar, der sich nun auch in den Quartalsbilanzen zeigen wird.
Dell steht drauf, Sony ist drin: Die Japaner sind Zulieferer von Akkus für zahlreiche Laptop-Hersteller
Sony hat bislang einen operativen Gewinn von 130 Milliarden Yen (800 Millionen Euro) prognostiziert, das sind bereits 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Neben dem Rückruf von bislang knapp acht Millionen Akkus dürften außerdem die angekündigten Preissenkung für die Spielekonsole Playstation 3 auf den Profit drücken, die im November in Japan und den USA auf den Markt kommen soll.
Technik an der Grenze
Nach Angaben des japanischen Unternehmens können die Akku-Batterien in seltenen Fällen überhitzen und in Brand geraten. Bisher hatte Sony dabei darauf verwiesen, dass dies nicht grundsätzlich an den verwendeten Akku-Zellen liege, sondern auch am jeweils herstellerspezifischen Design der Akkus. Sonys Zellen werden in zu den jeweiligen Laptops passenden Akkus verbaut, mitunter könnte dabei die mindestens notwendige Abschirmung der Akkuzellen unterschritten worden sein: Dass Lithium-Ionen-Akkus Hitze entwickeln, liegt in der Technik begründet. Die Zellen müssten darum grundsätzlich hinreichend ummantelt sein – was auch bei Sonys nun zurückgerufener Vaio-Produktserie nicht der Fall zu sein scheint.
Schlecht ist all das für den gesamten Laptop-Markt. An Lithium-Ionen-Akkus geht derzeit kaum ein Weg vorbei. Gestiegene technische Anforderungen wie die immer höher ansetzenden Erwartungen der Kunden haben die Akku-Technik jedoch an ihre Grenzen geführt und mitunter möglicherweise darüber hinaus. Immer mehr Leistung bei immer mehr Laufzeit ist mit Lithium-Ionen nicht mehr zu machen. Versuche der Industrie, beispielsweise mit Brennstoffzellen einen Ersatz zu schaffen, haben bisher keine Marktreife erreicht. Die Hersteller hoffen nun auf Nachfolgetechniken wie die Silber-Zink-Akkus, die Ende September erstmals auf dem Intel Developers Forum vorgestellt wurden.
pat/AP/dpa/rts
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