Von Felix Knoke
Cliff Richard bekommt keine Verlängerung
Sir Cliff: Erster Hit von 1958
Das Papier, das sich selbst recyclet
Daten speichert man heute im Computer, Papier dient nur noch als angenehmes Info-Medium für Meetings, zur Korrektur von Texten oder der Lektüre von E-Mail-Späßen auf der Bürotoilette. Von den 1200 Seiten, die ein durchschnittlicher Büroarbeiter pro Monat ausdruckt, werden 44,5 Prozent nur einen Tag lang benutzt – so eine Untersuchung von Brinda Dalal, die zusammen mit Xerox gerade Druckpapier zu einem wiederverwendbaren Medium umentwickeln will. Der Clou ist Tonerfarbe, die sich nach 16 Stunden – also einem typischen Bürotag in der New Economy – in Wohlgefallen auflöst und ein reines Stück Papier hinterlässt, das wiederverwendet werden kann. Angeblich bis zu 50-mal – dann gäbe das Papier auf, nicht die Druckqualität.
Dies Ansinnen ist nicht gänzlich neu, so die New York Times. In den Neunzigern bot ein Hersteller von Büromaterialien ein System an, das Druckerschwärze aus Papier zog. Ein so gereinigtes Blatt sollte bis zu zehnmal wiederbedruckbar gewesen sein. Doch das System ist heute nicht mehr im Angebot. Wohl, weil sich niemand um Papier Gedanken machen will – eine Faulheit, die von selbst verschwindende Tinte ja hervorragend unterstützt.
Experten halten Wikipedia-Artikel für besser
Experten einer Fachrichtung bewerten Wikipedia-Artikel, die in ihren Bereich fallen, positiver als Nicht-Experten. Das geht aus einem Experiment an der Nottingham University Business School hervor.
Dort sollten 55 Studienabgänger und Forschungsassistenten einzelne Wikipedia-Artikel bewerten. Die Versuchspersonen wurden zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt. Die einen bekamen Artikel zur Bewertung vorgelegt, die ihrem Studienfach entsprachen, Gruppe zwei bekam zufällige Artikel vorgesetzt. Die Versuchspersonen sollten sich dann auf Fehlersuche machen.
Das Ergebnis sei zwar zugegebenermaßen unerwartet, so ein Ars-Technica-Bericht. Eine mögliche Erklärung könnte aber sein, dass Nicht-Experten "zynischer gegenüber Informationen außerhalb ihres Feldes" seien, als Experten – und deswegen Artikel über unbekannte Materie reflexhaft auch als unglaubwürdiger einstufen.
Briefpost ins Netz
Das amerikanische Unternehmen Document Command bietet als Dienstleistung einen virtuellen Briefkasten an, an den man zum Beispiel im Urlaub seine Post weiterleiten kann. Document Command scannt die Briefe dann beidseitig ein und stellt sie dem Kunden auf einer geschützten Website aus. Der kann dann zwischen Shreddern, Recyclen, Archivieren, Öffnen und Scannen oder Weiterleiten wählen – und so von jedem Ort der Welt aus seine Briefpost managen. Das alles kostet jedoch nicht wenig – knapp 20 Dollar pro Monat, wie Techcrunch schreibt. Für ein paar Wochen Urlaub aber möglicherweise eine praktische Sache – wenn man keine vertrauenswürdigen Nachbarn, Familienmitglieder oder Mitbewohner hat.
StudiVZ unter Attacke
Zunächst geriet das StudiVZ durch Blogs, dann auch durch die Presse unter Beschuss. Dabei standen vor allem die vielen Ungereimtheiten, Provokationen und Sicherheitslücken der Kontaktbörse in der Kritik. Die Diskussion um die Sicherheit der Seite scheint nun der Auslöser für eine Phishing-Attacke auf die Seite gewesen zu sein, deretwegen von Montagmittag bis zum Abend die StudiVZ-Server abgeschaltet wurden. Zugangsdaten von 32 Usern konnten die Phisher klauen, die Websitebetreiber warnten die Opfer jedoch und änderten die Passwörter, bevor mit ihnen Schindluder getrieben werden konnte, so Heise.
Google-Fehler ein Fest für Phisher
Google musste letzte Woche ein Sicherheitsloch stopfen, das es Phishern ermöglichte, auf den Webseiten der Kunden von Googles Webdiensten Google Search Appliance und Google Mini fremde Inhalte unterzubringen. Damit war es potentiell möglich, gefälschte Login-Kästen auf Websites mit Hunderttausenden Usern zu schmuggeln. Google hat nach der Aufdeckung alle Kunden darüber informiert, wie mit dem Problem umzugehen ist. Webusern wird geraten, auf die URLs zu achten, zu denen Links führen. Seien die besonders lang, schreibt ZDNet, wäre das ein Hinweis auf die trickreiche 7bit-Unicode-Verschlüsselung, mit der die Phisher ihre Attacken tarnen.
Fünfzehn Wege zum Vista-Ende
Es begann eigentlich nur als verwunderter Blog-Eintrag: Wer hat das "Computer ausschalten"-Menü von Windows Vista verbrochen? Es gibt ganze neun Möglichkeiten, das Betriebssystem zu beenden: User wechseln, Ausloggen, Sperren, Restart, Sleep, Hibernate und Herunterfahren. Zusätzlich kommen bis zu sechs weitere Möglichkeiten dazu, den Computer zu beenden – zum Beispiel Laptop-Klappe zu oder einfach der Ausschalt-Knopf. Joel gibt in seinem Blog dem Microsoft-Team ein paar Tipps, wie's besser gehen könnte: "Ipods haben noch nicht mal einen An/Aus-Schalter!"
Doch das Spektakel ließ nicht lange auf sich warten: Es meldete sich der Programmierer des Shutdown-Menüs zu Wort. Und was er in seinem Blog berichtet könnte nicht absurder sein: Bis zu 24 Leute haben am Menü gearbeitet – das Kernteam bestand aus acht Entwicklern. Eine kafkaeske Bürokratie, Meeting-Terror und ein unverständliches Sourcecode-Debakel taten das ihrige. Moishe Lettvins Aufzählung ist so absurd wie erhellend – so sehr, dass man mit dem verrückten Shutdown-Menü fast schon Mitleid bekommt …
Weitere Meldungen im Netz
Die Chicago Sun-Times warnt vor Zune, Silicon.com schaut zurück auf die zehn klassischen Handy-Designs (Stichwort: Funkbrikett), Businessweek macht sich auf die Suche nach einem neuen Namen für das "Cell Phone", Marketwatch sieht, dass sich selbst iPod-Zubehör besser verkauft als Zune, Popular Science stellt die 100 besten Erfindungen des letzten Jahres vor und dieser Dino-Robot reagiert auf Zuneigung.
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