Von Matthias Kremp
Endlich: WLAN wird schneller
Mancher WLAN-Surfer hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, aber jetzt scheint es tatsächlich loszugehen. Wie "Infoworld" berichtet, steht dem neuen WLAN-Standard IEEE 802.11n nun endlich nichts mehr im Wege. Die neue Funktechnologie soll bis zu fünfmal schneller sein als aktuelle Funknetzwerke.
Im vergangenen Mai scheiterte der erste Ratifizierungsversuch an Einwänden einiger Mitglieder des Standardisierungs-Komitees. Seitdem hat eine Kommission sich darum bemüht, die damals geäußerten Änderungswünsche in einen neuen Entwurf des Standards einzubetten. Offenbar mit Erfolg, denn nun soll der Entwurf mit der Versionsnummer 1.10 dem 400 Mitglieder starken Komitee zur Verabschiedung vorgelegt werden.
Erhält er auch in dieser Abstimmung eine Mehrheit, wird er als "Entwurf 2.0" für alle Hersteller bindend. Standard ist er damit zwar noch nicht, aber immerhin eine verbindliche Grundlage, auf deren Basis die Hersteller entsprechender Geräte ihre Software so aneinander anpassen können, dass die Kommunikation auch zwischen Geräten unterschiedlicher Produzenten verbindlich funktioniert. Laut "Infoworld" soll ein Update der Firmware genügen, um bereits produzierte Geräte an den Entwurf 2.0 anzupassen. Bis 802.11n tatsächlich Standard wird, kann es aber auch dann noch dauern. Erst wenn ein weiterer, dann als Version 3.0 bezeichneter Entwurf seinen Weg durch die Instanzen geschafft und schließlich verabschiedet wurde, ist der Weg frei für den endgültigen Standard 802.11n. Damit, so "Infoworld", ist aber erst im Oktober 2008 zu rechnen.
Microsoft: Geld für Wikipedia-Korrektur
Um Manipulationsversuche zu erschweren, sind Unternehmen und PR-Firmen von der Mitarbeit an der Online-Enzyklopädie Wikipedia ausgeschlossen. Wie Associated Press meldet, hat Microsoft versucht, diese Beschränkung zu umgehen.
Wie das Unternehmen selbst bestätigt, wurde ein externer Spezialist angeheuert, um einige Wikipedia-Artikel zu begutachten und gegebenenfalls zu "korrigieren". Laut Microsoft ging es dabei um Texte, welche bestimmte Open-Source-Dateiformate sowie deren Microsoft-Gegenstücke behandeln. Der Windows-Konzern fühlte sich in diesen Texten falsch dargestellt und argwöhnt, sie seien von der Konkurrenz, namentlich IBM, verfasst worden.
Die Microsoft-Sprecherin Catherine Brooker gab Associated Press gegenüber an, man habe keine andere Möglichkeit gesehen, die Artikel zu verbessern. Deshalb wurde Kontakt zu dem australischen Standard-Spezialisten Rick Jelliffe aufgenommen, der sich auch bereit erklärte, den Auftrag zu übernehmen. Bisher sei jedoch weder Geld geflossen noch ein Preis vereinbart worden, insistiert Brooker.
Der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales zeigte sich von Microsofts Vorgehen enttäuscht. Der richtige Weg, solche Unstimmigkeiten zu beseitigen, wäre es für Microsoft gewesen, die Kritikpunkte online zu veröffentlichen und im Wikipedia-Forum zur Diskussion zu stellen. War man bei Microsoft etwa zu wenig selbstbewusst, um sich einer solchen öffentlichen Auseinandersetzung zu stellen?
World of Warcraft: Verkaufs-Weltmeister
Da sag noch einer was gegen Online-Spiele. Blizzard Entertainment, die Firma hinter dem Online-Multiplayer-Rollenspiel World of Warcraft, hat, nicht ohne Stolz, die Verkaufszahlen des neuen Erweiterungspacks "The Burning Crusade" bekannt gegeben. Demnach wurden in den USA und Europa allein am Erstverkaufstag insgesamt 2,4 Millionen Stück verkauft. Das ist Weltrekord und sichert dem Erweiterungspack laut "TG Daily" den Titel für das am schnellsten verkaufte Spiel aller Zeiten.
Apple sichert Quicktime
Apple-Anwender aufgemerkt. Über das Kontrollfeld "Software-Aktualisierung" sowie auf Apples Download-Seite steht der erste Sicherheits-Patch des Jahres bereit. Das Update 2007-001 beseitigt einen Quicktime-Bug, den die Website "Month of Apple Bugs" vor drei Wochen veröffentlicht hatte. Im unnachahmlichen Apple-Deutsch besteht durch die Sicherheitslücke die Möglichkeit, dass "der Besuch von in böser Absicht erstellten Websites zur Ausführung willkürlichen Codes führen" kann. Also: besser schnell installieren, das Update.
muslix64 macht’s noch mal: Blu-ray-Verschlüsselung geknackt
Da haben sich Hardware-Hersteller und Content-Lieferanten nun so viel Mühe gemacht, den Übertragungsweg hochauflösender Filme zwischen Player und Display gegen Raubkopierer abzudichten. Und nun schafft es ein einzelner Hacker, nicht nur die Verschlüsselung der HD-DVD, sondern nun offenbar auch jene der konkurrierenden Blu-ray-Disc auszuhebeln.
Besonders schwierig hört es sich nicht an, was "The Register" über sein Vorgehen schreibt. So genügt es offenbar, während eine solche Disc abgespielt wird, einen als Text im Arbeitsspeicher des PCs abgelegten Schlüssel auszulesen, um den jeweiligen Film als MPEG2-Datei auf Festplatte sichern zu können. Ganz so trivial wie das Kopieren von DVDs sei dieser Vorgang zwar nicht, schreibt "The Register", kann aber mittels eines von muslix64 programmierten Tools von jedermann ausgeführt werden. So oder so zeigt sich, dass die Bemühungen der Industrie, ihre Werte mit immer aufwendigeren Verfahren vor der Kopierlust der Anwender zu schützen, erneut gescheitert ist. Wie schon in etlichen anderen Fällen ist es nur eine Frage der Zeit, wann ein neues Kopierschutzverfahren ausgehebelt wird. Daran wird vermutlich auch das BD+-Format, mit dem Blu-ray-Discs künftig gesichert werden sollen, nichts ändern.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Tech | RSS |
| alles zum Thema Netzticker | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH