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31.01.2007
 

Netzwelt-Ticker

EBay verbannt virtuelle Waren

Von Matthias Kremp

Der Verkauf von Schwertern und sonstigen virtuellen Waren aus Online-Rollenspielen boomt - ab sofort jedoch nicht mehr im Auktionshaus eBay. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Apple entdeckt Orange neu, ein RFID-Lippenstift und ein Nasen-Wecker.

Second Life erlaubt - World of Warcraft verboten

Muss man das verstehen? Das Internet-Auktionshaus eBay will den Verkauf virtueller Waren für Multiplayer-Rollenspiele wie World of Warcraft (WoW) künftig unterbinden. Gegenüber "AFP" gab eBay-Sprecher Hani Durzy "Rechtliche Verwicklungen" als Grund für das Handelsverbot an. "Wir sagen nicht, dass es legal ist, aber auch nicht, dass es illegal ist," kommentierte Durzy die verworrene Situation. Noch undurchsichtiger wird die Maßnahme allerdings, da beispielsweise virtuelle Güter für Second Life von dem Bann ausgenommen sind. "Zur Zeit wird Second Life nicht als Spiel betrachtet," begründet Durzy diese Ausnahme.

Figur aus World of Warcraft: Handel bei eBay unerwünscht
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Blizzard

Figur aus World of Warcraft: Handel bei eBay unerwünscht

Der Markt für virtuelle Waren ist alles andere als klein. So gibt "ars technica" an, dass allein in Korea gut eine Milliarde US-Dollar pro Jahr umgesetzt werden. Alle Versuche, diese Geschäftemacherei zu unterbinden, schlugen bisher fehl. Auch ebays Verbot wird daran laut "ars technica" nichts ändern können. Längst haben sich die WoW-Junkies andere Plattformen für ihre Geschäfte geschaffen. WoW-Hersteller Blizzard hat den Handel mit virtuellen Waren in seinen Geschäftsbedingungen ausdrücklich verboten und löscht Accounts, wenn er jemand dabei erwischt.

Südkoreanische Spammer verhaftet

Der südkoreanischen Polizei sind zwei Hardcore-Spammer ins Netz gegangen. Wie Reuters berichtet, werden die 20 und 26 Jahre alten Männer verdächtigt, von September bis Dezember 2006 insgesamt 1,6 Milliarden Spam-Mails an ihre Landsleute versendet zu haben. Immerhin 12.000 ihrer Opfer fielen auf die fingierten Mails herein und gaben persönliche Daten preis. Diesen Datenbestand sollen die beiden dann für 100 Millionen Won (knapp 82.000 Euro) weiter verkauft haben. Welches Strafmaß die Hacker erwartet, ist indes noch unklar. Zunächst müssen Polizei und Staatsanwaltschaft noch das Beweismaterial sichten. Ein Sprecher der Polizei von Seoul ist sich aber sicher, einen dicken Fang gemacht zu haben und vermutet, die Verdächtigen könnten noch für einige andere Spam-Wellen verantwortlich sein.

Da Vinci nur für Vista

Es gibt subtile und weniger subtile Wege, Kunden für ein neues Produkt zu gewinnen. Einen davon zeigt Microsoft gemeinsam mit der British Library auf. Wie "The Register" berichtet, stellt die Blibliothek für einen Zeitraum von zwei Monaten die digitalen Abbilder zweier Notizbücher von Leonardo da Vinci zum kostenlosen Schmökern Online. Eines der Bücher stammt aus dem Fundus der Bibliothek, während das andere dem Privatbesitz von Bill Gates entliehen wurde. Der Haken bei der Sache: Zum virtuellen Blättern in den beiden Büchern benötigt man die Software "Turning the Pages". Die ist jedoch auf das neue Windows Vista zugeschnitten, soll jedoch auch unter Windows XP mit Service Pack 2 und .NET Framework 3.0 laufen. Nutzer anderer Plattformen gucken in die Röhre und müssen sich mit ein paar ausgewählten Skizzen des Meisters begnügen. Immerhin dürfte diese Beschränkung einem allzu heftigen Ansturm auf die digitalisierten Notizbücher wirkungsvoll vorbeugen.

Apples and Oranges

Das hat es bei Apple seit Jahren nicht mehr gegeben: Orange. Zuletzt hatte der Mac-Hersteller diese Farbe kurz vor der Jahrtausendwende in Form des knubbeligen iMac DV im Programm. Jetzt ist sie für den iPod shuffle wiederbelebt worden. Ganz ähnlich wie zuletzt der iPod nano durch einen Farbwechsel aufgefrischt wurde, bietet Apple seit gestern auch den winzigen iPod shuffle in fünf Farben, darunter Orange, an. Technisch hat sich an dem Gerät nichts geändert, merkte Greg Joswiak, Apples Vice President Worldwide iPod Product Marketing, im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE an. Allerdings, so glaubt – oder hofft – Joswiak, werde die neue Farbpalette dazu führen, dass sich manch iPod-Fan den shuffle gleich in mehreren Farben, passend zur jeweiligen Garderobe, anschaffe. Die Frage, ob denn nun auch bald die großen (Video-) iPods in bunt zu erwarten sind, verneinte er allerdings mit der Begründung, dazu sei das Material dieser Geräte nicht geeignet.

RFID-Lippenstift

Es ist, als würden die schlimmsten Befürchtungen der RFID-Kritiker war. In Tokio, so berichtet "eWeek", hat ein Feldversuch begonnen, bei dem die Möglichkeiten zur Nutzung der RFID-Technologie im Zusammenhang mit Makeup getestet werden. Demnach hat sich die Kaufhaus-Kette Mitsukoshi mit dem Kosmetik-Hersteller Shiseido sowie dem Elektronik-Konzern Fujitsu zusammengetan, um Kunden ein "virtuelles Echtzeit-Makeup" zu ermöglichen. Die Grundlage ist ein PC-basiertes System mit Webcam, Bildschirm und RFID-Lesegerät. Schwenkt eine Kundin vor diesen Terminal mit Funkchip markierte Kosmetika, so soll ihr in Echtzeit auf dem Bildschirm demonstriert werden, wie das jeweilige Produkt an ihr aussehen würde. Immerhin könnte man sich das lästige Aufschmieren verschiedener Lippenstifte auf den Handrücken auf diese Weise ersparen. In einem Feldtest wurden 50 ausgewählte Kundinnen mit solchen Systemen für den Einsatz zuhause ausgestattet. Beiden Varianten gemein ist allerdings, dass das Verhalten der Anwender mithilfe der RFID-Daten detailliert aufgezeichnet und ausgewertet werden kann. Marktforscher und Marketingexperten wird’s freuen, Datenschützer eher nicht.

Endlich sauber fernsehen

Matthew T. Jarman aus Salt Lake City hat ein System zum Patent angemeldet, welches unflätige Begriffe in TV-Sendungen automatisch durch ein herrlich unverfängliches "Piep"-Signal ersetzt. Um das zu erreichen, nutzt sein PC-basiertes System einen digitalen Videorekorder, der die Untertitel der laufenden Sendung nach Schimpfworten durchsucht. Welche Worte das sein sollen, kann der Anwender selbst festlegen. Zudem soll das System laut "ars technica" sogar in der Lage sein, unterschiedliche Bedeutungen eines Wortes differenzieren zu können. So etwa das englische "Bitch", das sowohl "Hündin" als auch "Miststück" meinen kann. Doch es kommt noch besser. So sollen auch komplette Sendungen blockiert werden können, sofern bestimmte Schlüsselbegriffe in deren Titeln oder Inhaltsangaben auftauchen. Zunächst aber muss Jarman demonstrieren, dass sein persönlicher TV-Zensor in der Praxis auch tatsächlich funktioniert. Diesen Beweis ist er bisher schuldig geblieben.

PDF soll Standard werden

Der Software-Hersteller Adobe will seinem "Portable Document Format", kurz PDF, die höheren Weihen in Form einer Iso-Normierung zukommen lassen. De facto ist PDF zwar schon seit Jahren der etablierte Standard zum Austausch digitaler Dokumente, doch nun scheint die Firma Konkurrenz in Form des von Microsoft eingeführten XPS-Formats aufkommen zu sehen. Wie "Newsfactor" schreibt, hat die Windows-Company in der aktuellen Version ihrer Office-Suite den Menüpunkt "Sichern als PDF" durch eine Möglichkeit zum Sichern als XPS ersetzt. Damit, so "Newsfactor," sei klar, dass Microsoft seine "XML Paper Specification" (XPS) gegen das Adobe-Format positionieren will. Durch eine Normierung von PDF als Iso-Standard könnte Adobe diese Bemühungen durchkreuzen. Die offizielle Begründung hingegen lautet anders. "Indem wir die volle PDF-Spezifikation zur Iso-Standardisierung vorschlagen, unterstreichen wir unser Engagement für Offenheit," sagt Kevin Lynch, Senior Vice President und Chief Software Architect bei Adobe. Die Chancen, mit diesem Schritt Erfolg zu haben, stehen gut. Schließlich – und das ist wohl der Hauptunterschied zwischen XPS und PDF – gibt es die PDF-Lese-Software Adobe Reader für etliche Windows-Versionen, für Linux und auch für das Mac OS. Sein XPS-Format hingegen, hat Microsoft bisher nur für aktuelle Windows-Versionen geöffnet.

Wider dem Büroschlaf

Wer sich nicht die Blöße geben will, von den Kollegen beim Nickerchen ertappt zu werden, sollte sich die MyDo Bururu-Brille des japanischen Herstellers Vision Optic auf den Nasenhöcker setzen. Deren Neigungssensoren erkennen, wenn sich der Kopf in einem verräterischen Winkel dem Schreibtisch entgegen neigt und wecken ihren Träger durch Vibration der Ohrbügel auf. Diese Funktion kann man natürlich auch nutzen, um auf langen Autobahn-Fahrten dem potentiell tödlichen Sekundenschlaf vorzubeugen, verspricht der Hersteller. Beim Optiker um die Ecke gibt es die Aufmerksamkeits-Brille vorerst aber nicht. Stattdessen wird der Nasen-Wecker derzeit ausschließlich in Japan gehandelt – zu einem Preis von rund 285 Euro.

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