Sonntag, 22. November 2009

Netzwelt



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08.02.2007
 

Netzwelt-Ticker

Probleme mit Vista

Von Felix Knoke

Was vorher lief, läuft nun nicht mehr: So manches Produkt, so manche Software erweist sich als nicht kompatibel zu Microsofts neuem Betriebssystem. Betroffen ist nicht nur Apples iTunes-Software, sondern sind auch Grafikkarten von nVidia. Das und mehr im Überblick.

Nvidia scheitert an Vista

Bill Gates: noch längst nicht alle Hard- und Softwarehersteller haben sich auf sein Lieblings-Betriebssystem eingestellt
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REUTERS

Bill Gates: noch längst nicht alle Hard- und Softwarehersteller haben sich auf sein Lieblings-Betriebssystem eingestellt

Ausgerechnet der Grafikkarten– und Mainboardhersteller nVidia scheint mit Vista ein Problem zu haben. Genauer: Die aktuellen Grafikkarten-Treiber sind nicht kompatibel mit Windows Vista, führen zu Abstürzen und schlechter Performance. Nachdem zunächst Computerspieler auf das Problem aufmerksam geworden sind, hat nVidia das Problem nun in einer E-Mail an Ars Technica mehr oder weniger zugegeben: Man arbeite daran, die Performance und Stabilität der Treiber zu verbessern.

Derweil überlegen einige Spieler auf Nvidiaclassaction.org, eine Sammelklage gegen nVidia einzureichen, sollte der Hersteller sich nicht wenigstens ordentlich fürs Spieledebakel entschuldigen. Nicht so sehr die Probleme der Treiber im Betastadium werden dort beklagt, sondern die Art und Weise, wie nVidia für die neuen Grafikkarten geworben hat: Volle Unterstützung für DirectX 10 böten die neuen Karten. Das erscheint angesichts der Probleme nun schlicht übertrieben.

Apple warnt vor Vista

Auch Apple hat Probleme mit der Kompatibilität der eigenen Produkte zu Vista. Das dürfte allerdings weniger schlechter Programmierung als guter Strategie geschuldet sein. Solange iTunes nicht Vista-kompatibel sei, so ein Hinweis auf Apples Website, solle man seinen iPod besser nicht auf einem Vista-System bespielen. Wenigstens die gröbsten Probleme bei iTunes für Vista behebt ein kleiner Patch. Auch alle anderen Apple-Produkte sind noch nicht Vista-kompatibel, berichtet Techweb. Apple-Nutzer sollten deshalb von einem Upgrade von XP auf Vista erst einmal absehen. Mac-OS-X-Besitzer werden etwas schadenfreudig schmunzeln, Musikhörer mit Vista werden sich ärgern.

DNS-Attacke, VeriSign rüstet auf

Noch ist nicht geklärt, wer und was hinter der gestern publik gewordenen Attacke auf die Rootserver des Domain Name Systems steckt. Nur weil viele der Kamikaze-Daten scheinbar aus Südkorea kamen, weist das noch lange nicht auf irgendeinen Zusammenhang hin. Sehr wahrscheinlich steckt ein Botnetz hinter dem Angriff - und das kann sich recht frei im Netz verteilen.

Teils als Antwort auf die immer häufiger und immer massiver auftretenden Angriffe auf die Infrastruktur des Internets, wird VeriSign 100 Millionen Dollar in ein Upgrade der eigenen Server investieren, hat AP erfahren.

VeriSign verwaltet die .com und .net-Domänen auf zwei der insgesamt dreizehn Serversysteme, die den kompletten Internetverkehr regeln. Täglich werden dort 24 Milliarden Anfragen bearbeitet. Bisher können 20 Gigabit pro Sekunde durch die Leitungen gepumpt werden, nach dem Upgrade sollen es 200 Gigabit sein.

Skype liest BIOS aus?

Tech-Bloggerin Myria von Pagetable.com fiel beim Start von Skype unter 64-Bit-Windows eine seltsame Fehlermeldung auf. Eine Datei 1.com wollte da nicht ordnungsgemäß laufen. Warum aber sollte Skype eine .com-Datei unter 64-Bit-Windows aufrufen, wo das a) nicht geht und b) sowieso sehr ungewöhnlich wäre. Myria wurde neugierig, schreibt sie in ihrem Blog und fand verwunderliches. Zunächst sperrte sich die Datei 1.com gegen Leseversuche. Nur mit Gewalt bekam sie den Inhalt zu sehen – sie staunte nicht schlecht. 1.com liest scheinbar das BIOS eines Computers aus. Nur: wofür? Etwa, um AMD-User von speziellen Skype-Features auszuschließen, wie ein viel kommentierter Deal zwischen dem VoIP-Unternehmen und AMD-Konkurrenten Intel vorsah?

Die Kommentatoren und verweisenden Blogs und Artikel sind sich einig: Ungefragt das BIOS eines Users auszulesen wäre so dreist wie unverschämt. Skype soll bitteschön mit einer guten Erklärung aufwarten.

Derweil sorgt möglicherweise ein anonymer Poster für Aufklärung: Die Datei sei da, um sicherzustellen, dass ein User in einem Netzwerk nicht gleichzeitig unzählige Skype-Instanzen öffnen und damit die kostenlosen Ein– und Ausgänge für die Internet-Gespräche blockieren kann.

DRM: Plattenfirmen antworten Steve Jobs

Apple CEO Steve Jobs: Soll Apples Fairplay-DRM öffnen, fordern Plattenfirmen. (AP Photo/Paul Sakuma)
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AP

Apple CEO Steve Jobs: Soll Apples Fairplay-DRM öffnen, fordern Plattenfirmen. (AP Photo/Paul Sakuma)

Kaum hatte Steve Jobs seinen offenen Brief an die Plattenindustrie veröffentlicht, feuert die eine Antwort zurück: Jobs sollte lieber mal im eigenen Garten Unkraut jäten! Anstatt die Plattenfirmen zu drängen, auf DRM zu verzichten, sollte Apple das hauseigene FairPlay-DRM für die Konkurrenz öffnen. Damit könnten auch andere Audioplayer als der iPod die iTunes-Songs abspielen.

Dabei zeigt das Beispiel des unabhängigen Onlineshops eMusic, dass es auch anders geht, zumindest ohne DRM. Völlig ungeschützt werden dort über 2 Millionen Songs angeboten – in deutlich besserer Qualität und zum halben iTunes-Preis (im Abo 43 Cent pro Song).

Es stellt sich also tatsächlich die Frage: Warum will Apple DRM-freie Musik und bietet sie dann nicht an? Und warum um alles in der Welt wirft Jobs der Plattenindustrie seine eigenen Fehler vor? Das Wired-Blog spekuliert ein wenig ins Bunte. Jobs, so die Theorie, schütze entweder ein Produkt oder wolle sich als neuer Heilsbringer in der Post-DRM-Zeit positionieren.

Die Branche ist in Aufruhr. Doch andere Stimmen messen den aktuellen Ereignissen keine besondere Wichtigkeit bei. Noch werden zehnmal so viele Songs auf CD als über Online-Läden verkauft. Und trotz wildem Klagen der Plattenindustrie werden noch immer enorm viel mehr Songs illegal im Internet kopiert – bereits 1 Milliarde pro Monat, wie ein Analyst bei Reutersschätzt.

FELIX KNOKE


... arbeitet von Hamburg aus für Print, Online, Radio und Fernsehen über digitale Lebenskultur und Medien in Österreich und Deutschland.
Bei DRM gehe es deswegen erstmal gar nicht so sehr um den Kunden – sondern allein um Markthoheiten. Apple bot mit iTunes bislang die einzige Möglichkeit, Musik erfolgreich im Netz zu verkaufen. Längst gibt es Alternativen. Die rechtliche Situation ändert sich zu Ungunsten von Monokulturen wie dem iTunes/iPod-Gespann. Apple wird einen neuen Weg einschlagen. Das aktuelle Getöne ist nur das Vorspiel zu den anstehenden Schlachten um Rechte, Gewinne – und vielleicht auch eine gutes Image.

Im Klartext: Jobs Argumentation sei scheinheilig, so auch die deutschen Phonoverbände in einer Pressemeldung. Man müsse sicherlich über DRM reden, aber solange so viel kopiert und online so wenig gekauft würde, könne man doch bitte niemandem vorwerfen, sein geistiges Eigentum zu schützen. Denn wie die New York Times von der Musikindustrie-Messe Midem berichtet: Die Tage des Digitalen Rechtemanagements scheinen gezählt. Auf der Messe hieß es, mindestens eine der großen Plattenfirmen werde bald schon ungeschützte Musik im Netz verkaufen. Die ersten Anzeichen dafür seien schon geraume Zeit zu sehen: Ungeschützte Musikdownloads als Werbeaktion oder als ganz normale Verkaufsversion im Netz gelten als Versuchsballons. Immer neue Deals verknüpfen Plattenfirmen und Onlineangebote. EMI kündigt Musikstreams auf Baidu.com an, auf der innovativen Musik-Plattform Last.fm können User bald den kompletten Warner-Music-Katalog kostenlos streamen.

Kostenloses Kartenmaterial von Nokia

Anwender von Mobiltelefonen mit Nokia S60- oder Windows Mobile 5-Betriebssystem können sich künftig kostenlos digitales Kartenmaterial auf ihre Endgeräte laden. Ab dem 10. Februar soll Nokias Navigations- und Mapping-Lösung smart2go auf kompatible Geräte herunterladbar sein. Die Plattform soll Karten für 150 Länder, 30 davon hochaufgelöst, bereithalten.

Darüber hinaus liefert Nokia Daten zu 15 Millionen sogenannte Points-of-Interest, die beispielsweise die Standorte nahe gelegener Tankstellen, Restaurants und Hotels beinhalten. Laut Nokia können die Kartendaten nicht nur über das Mobilnetz, sondern ebenso mithilfe eines PC-Tools auf das jeweilige Handy geladen und dort gespeichert werden. Nur gegen Bezahlung gibt es zudem die Möglichkeit, smart2go zu einer vollwertigen Navigationslösung aufzurüsten. Künftige Geräte aus Nokias N-Serie solle bereits ab Werk mit der, dann Nokia Maps genannten, Software ausgeliefert werden.

mak

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