Von Richard Meusers
Engere Kooperation von BKA und Konzernen
Die deutschen Konzerne nehmen das Thema IT-Sicherheit zunehmend ernster, das zeigt jedenfalls die gestiegene Teilnehmerzahl eines vertraulichen Treffens im Wiesbadener Hauptquartier des Bundeskriminalamts. Seien im letzten Jahr noch 18 Firmenvertreter erschienen, so kamen diesmal bereits 36 Sicherheitschefs zum BKA. Behörden-Chef Jörg Ziercke wird mit dem Satz zitiert: "Die wachsende Teilnehmerzahl ist aus meiner Sicht ein Ausdruck des Vertrauens zwischen Sicherheitsbehörden und der Wirtschaft."
Das ist auch kein Wunder, denn die Konzerne haben für Warnhinweise des BKA über mögliche Anschläge auf Mitarbeiter oder Anlagen stets ein offenes Ohr. Politische Lageeinschätzungen des BKA können außerdem bei der Entscheidung für einen neuen Investitionsstandort helfen. Umgekehrt erhofft sich das BKA, "auf dem kurzen Dienstweg" schneller über die neuesten Entwicklungen im Sicherheitsbereich informiert zu werden.
Skype Europa startet - ins Festnetz für 2 Euro/Monat
Was den Amerikanern schon seit längerem vergönnt ist, können jetzt auch Europäer nutzen: mit dem VoIP-Programm Skype Pro günstig ins Festnetz telefonieren. Die Monatsgebühr inklusive Mehrwertsteuer beträgt 2,38 Euro, bei jedem Anruf - egal, wie lange er dauert, werden dann noch 4,5 Cent Verbindungsgebühr fällig. Der ansonsten gesondert zu bezahlende Skype-Anrufbeantworter ist im Angebot bereits enthalten. Damit sind die Internettelefonierer zwar noch nicht so günstig wie diverse Call-by-call-Anbieter, die gute alte Telekom unterbieten sie allerdings schon jetzt.
T-Com: IP-Adressenspeicherung nur noch für sieben Tage
Nur noch für sieben Tage archiviert: Wer kommunizierte wann mit wem per Internet?
"Die T-Com wird ihre Praxis zur Speicherung von IP-Adressen dahingehend ändern, dass IP-Adressen künftig statt 80 Tage nur noch sieben Tage gespeichert werden", wird der T-Com-Sprecher zitiert. Hintergrund ist ein Gerichtsverfahren, in dem sich ein T-Online-Kunde gegen seinen Provider mit der Ansicht durchsetzte, bei einem per Flatrate surfenden Nutzer sei die Speicherung von Verbindungsdaten und IP-Adressen zur Rechnungsstellung nicht nur überflüssig, sondern sogar rechtswidrig.
Minidrucker fürs Handy
Zink sei Dank sind wir der eierlegenden Wollmilchsau wieder ein großes Stück näher gekommen. Das amerikanische Unternehmen (von "zero ink", also "null Tinte") entwickelte einen kleinen Drucker speziell fürs Handy, der keine Tinte oder Pulver benötigt.
Das extra entwickelte Spezialpapier besteht aus drei Lagen, die jeweils mit kristallinen Farben in Gelb, Magenta und Blau beschichtet sind und sich bei Erwärmung entsprechend verfärben. Der kleine Thermodrucker kann die unterschiedlichen Farbschichten gezielt ansteuern, sodass auch der Ausdruck von Fotos im Format 7,5 x 5 Zentimeter möglich sein soll. Das Minigerät soll außerdem auch als Bluetooth- oder USB-Erweiterung für den Computer erhältlich sein. Auch eine 7-Megapixel-Kamera mit integriertem Drucker steht auf dem Programm.
BitTorrent startet Verkaufsportal
Filesharing ist illegal? Keineswegs. Tauschplattformen wie BitTorrent werden heute auch als effiziente Verteilstation auch für umfangreiche Datenmengen genutzt, weil auch die Übertragung großer Brocken vergleichsweise flott vonstatten geht.
Das hat nun anscheinend auch die Filmindustrie begriffen. Jedenfalls gibt es Anzeichen dafür, dass nach Jahren des verbissenen (und letztlich vergeblichen) Kampfes gegen "Raubkopien" nun neue Wege beschritten werden sollen. Wie die Mercury News berichten, will BitTorrent in der kommenden Woche mit einer Plattform für legale Filme, TV-Shows, Videospiele und Musik an den Start gehen. Noch sind konkrete Angaben darüber in Erfahrung zu bringen, welche Titel das Angebot umfassen und was es kosten soll, aber dem Vernehmen nach sollen bereits mit 40 Filmstudios, Produktionsfirmen und Spieleproduzenten Vereinbarungen getroffen worden sein.
USA: Kriegsspiel gegen Kriegstrauma
Auch in Zeiten virtueller Hightech sind Kriege für jeden, der sie erlebt, ein schreckliches Erlebnis und so mancher Soldat kehrt traumatisiert nach Hause zurück. In der Psychologie ist die Konfrontation mit dem verstörenden Erlebnis häufig eine gängige Übung. Natürlich kann man Soldaten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zur Heilung nicht zurück aufs Schlachtfeld schicken, aber in den USA scheinen erste ermutigende Ergebnisse mit einer virtuellen "Irak-Simulation" vorzuliegen, so der britische Guardian.
Das Programm stellt das Umfeld und die Situation auf dem Schlachtfeld bis hin zu Lärm und Gestank möglichst realistisch nach und lässt den Patienten die entscheidenden Momente der traumatischen Erfahrung erneut durchleben - nur diesmal mit einem Therapeuten an seiner Seite. "Das ist keine passive Therapie, in der man sich zurücklehnt und Kriegsszenen betrachtet", zitiert das Blatt den Psychologen Skip Rizzo auf einer Fachtagung. "Der Patient durchlebt ein ernstzunehmendes Geschehen, aber diesmal in einer unterstützenden Umgebung. Wir wollen die Leute ja nicht erneut traumatisieren."
Studie: Videospielende Ärzte operieren besser
Glaubt man einer Studie, die in einer medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, operieren Ärzte besser, die regelmäßig Videospiele spielen. In einer Untersuchung wurden 33 Ärzte auf ihr Geschick als Operateure bei einer Bauchspiegelung getestet. Durch einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke steuert der Chirurg via Bildschirm eine kleine Sonde in die Bauchhöhle des Patienten.
Die Ärzte, die pro Woche mehr als drei Stunden an der Konsole verbrachten, machten 37 Prozent weniger Fehler und waren dabei auch noch wesentlich schneller als ihre Spielverweigernden Kollegen. Noch deutlicher fielen die Unterschiede bei Vielspielern auf: die machten gleich um die Hälfte weniger Fehler. Also nicht wundern, wenn demnächst im OP neben Skalpell und Klammer auch eine Spielkonsole liegt. Oder sollte die Sache so sein, dass manuell ganz besonders geschickte Chirurgen einfach deshalb mehr spielen, weil sie auch da erfolgreicher sind als ihre tatterigen Kollegen?
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Tech | RSS |
| alles zum Thema Netzticker | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH