Computer gehören inzwischen zu fast jedem Haushalt dazu. Was jedoch viele nicht wissen: PCs können zu signifikanten Stromfressern werden. Wer Rechner, Monitor, Drucker und Scanner im Dauerbetrieb hält, bekommt eine hohe Stromrechnung. Doch das muss nicht sein. Multimedia-Geräte können mit ein paar Tricks dazu gebracht werden, deutlich weniger Energie zu verbrauchen. Das schont den Geldbeutel und ist auch noch gut für die Umwelt.
High-End-PCs sind nicht nur teuer in der Anschaffung - auch ihr Betrieb kostet einiges. Rechner mit besonders leistungsstarken Grafikkarten und Prozessoren bräuchten viel Energie, warnt Benjamin Benz, Hardware-Experte der Zeitschrift "c't". Wer nicht unbedingt einen hochgerüsteten PC braucht, sollte auf einfachere und damit sparsamere Modelle zurückgreifen.
Noch besser schneiden Notebooks ab: Da die Hersteller ein großes Interesse daran haben, dass der Akku lange hält, sind die Geräte per se viel genügsamer. Zudem sind sie nicht zum Aufrüsten ausgelegt - alle Komponenten sind optimal dimensioniert. Während ein Notebook inklusive Display laut Benz nur 20 Watt verbraucht, kommt selbst ein sparsamer PC auf 75 Watt - Monitor nicht einbegriffen.
Denn nicht nur der Rechner selbst verbraucht viel Strom, auch Peripheriegeräte wie Monitor, Scanner und Drucker sind nicht unbedingt sparsam. Schon der Kauf eines neuen Flachbildschirms kann auf längere Sicht Geld sparen: Sie sind wesentlich sparsamer als herkömmliche Röhren-Displays. Generell sollten Bildschirmschoner ausgeschaltet werden, auch wenn sie noch so hübsch sind: Der Monitor bleibt durch sie im Dauerbetrieb.
Wer am Computer eine Pause einlegt, sollte ihn vorübergehend schlafen legen. Dafür gibt es zwei Modi: Standby und Ruhezustand. Im Standby-Modus bleiben die Daten im Arbeitsspeicher, und nur der Prozessor wird abgeschaltet. Der Nachteil: Bei einem Stromausfall seien sämtliche nicht gespeicherten Daten verloren, warnt Benz. Hingegen werden im Ruhezustand die Daten aus dem Arbeitsspei1cher auf die Festplatte gespeichert. Danach ist der gesamte Rechner physikalisch aus und kann getrost vom Netz getrennt werden. Dafür dauert das Hochfahren länger, denn die Daten müssen erst wieder in den Arbeitsspeicher übertragen werden.
Schlaf ist besser als Bereitschaft
Nutzer von Microsofts neuem Betriebssystem Windows Vista sind dabei im Vorteil: Sie können einen Standby-Modus nutzen, der die Daten zwar im Arbeitsspeicher belässt, sie aber auch auf einem separaten Teil der Festplatte speichert. Im Fall der Fälle kann so nichts mehr passieren, und der Computer ist trotzdem sehr schnell wieder einsatzbereit.
Wer seinen Rechner mehrere Stunden lang nicht benötigt, etwa weil er einkaufen fährt, sollte ihn auf jeden Fall ganz ausschalten. Denn der Standby-Betrieb kann ins Geld gehen, auch wenn er grundsätzlich nicht viel Strom verbraucht: Auf lange Sicht kommen dann doch einige Euro zusammen.
Sogar ausgeschaltet verbrauchen Multimedia-Geräte noch Energie. Da an vielen der Netzschalter fehlt, lohnt sich die Anschaffung einer Mehrfach-Steckdose mit Schalter. Damit können neben dem PC gleich auch die Peripherie-Geräte vom Netz getrennt werden. Angst vor Datenverlust muss dabei niemand haben, selbst wenn der Rechner über Wochen und Monate ohne Strom bleibt.
Generell kann es sich lohnen, den Rechner und Zubehör mit einem Leistungsmessgerät auf den Stromverbrauch zu prüfen. Verbraucht der PC selbst im Standby-Modus noch 40 Watt und mehr, sollte man die Einstellungen im BIOS überprüfen. Dort gibt es unter den Energieeinstellungen zwei Modi: Beim S1-Modus wird der Prozessor im Standby nicht schlafen geschickt, beim standardmäßig eingestellten S3-Modus schon - und das spart auf Dauer viel Strom und Geld.
Beim Neukauf eines PCs sollte man auf jeden Fall auch auf den Stromverbrauch achten. Technische Datenblätter verraten, ob und wo versteckte Kostenfallen lauern. Wer der Umwelt etwas Gutes tun will, sollte den alten PC allerdings so lange wie möglich nutzen, rät Benz. Schließlich ist die Herstellung in der Energiebilanz eines Computers der weitaus größte Faktor.
Sandra Schipp, ddp
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