• Drucken
  • Senden
  • Feedback
04.07.2007
 

Netzkultur

Hacker will iPhone geknackt haben

Von Stefan Schultz

Jon Lech Johansen hat offenbar einen Weg gefunden, Apples iPhone ohne AT&T-Vertrag zu aktivieren. Der bekannte Hacker veröffentlichte in seinem Blog eine entsprechende Software und sogenannte "Magic iTunes numbers".

Kaum ist Apples neues Prestigeobjekt in den Läden, stürzen sich die Hacker und Bastler darauf, um ihm all jene Funktionen zu verpassen, die Apple nicht vorgesehen hatte.

Hacker Johanson: "DVD-Jon" schlägt wieder zu
AP

Hacker Johanson: "DVD-Jon" schlägt wieder zu

Primärziel vieler Hacker und Internet-Hippies ist es, einen Weg zu finden, wie man das iPhone aktivieren kann, ohne sich vertraglich an den Netzanbieter AT&T zu binden. Dieser hat in den USA ein Exklusivabkommen mit Apple: Jeder der ein iPhone kauft, telefoniert automatisch über AT&T. Viele User bezeichnen dieses Vorgehen als "Knebelvertrag".

Der in der Szene gut bekannte Hacker Jon Lech Johansen hat die AT&T-gebundene Aktivierung nun offenbar geknackt. In seinem Blog veröffentlichte er eine Zip-Datei mit einem Softwarepatch namens "Phone Activation Server v1.0" (PAS), einen Host Entry sowie einige kryptische Zahlenreihen namens "Magic iTunes numbers".

Mittels dieser Utensilien, so der Hacker, lasse sich das iPhone aktivieren, ohne dass der User irgendwelche persönlichen Daten preisgeben muss. Zwar könne man mit diesem Software-Bypass die Telefonfunktion nicht nutzen, alle anderen Funktionen wie der iPod oder die W-Lan-Funktion funktionierten aber einwandfrei.

Ob Johansens PAS-Patch funktioniert, kann in Europa mangels iPhone und AT&T-Vertrag nicht nachvollzogen werden. Zahlreiche Kommentare unter dem betreffenden Blog-Eintrag deuten jedoch darauf hin, dass es Usern gelungen ist, mit der Software ihre iPhones zu aktivieren. Ein User schreibt beispielsweise, er habe nun eine Art "Super iPod", mit dem man an öffentlichen Hotspots ins Internet gehen kann.

Johansen hackte bereits Apples DRM-Schutz

Johansen, 23, im Internet auch "DVD Jon" genannt, ist in der Hacking-Szene kein Unbekannter. Bereits 2003 veröffentlichte der Norweger ein Open-Source-Programm, mit dem sich DRM-Verschlüsselungen wie die des iTunes -Musikshops teilweise umgehen lassen. Das Programm speichert Rohdaten von QuickTime-AAC-Medien in einer separaten Musik-Datei. Diese ist allerdings mit den meisten Mainstream-Playern nicht abspielbar.

Johansen stand für seine Hacking-Attacken auf Apple und dessen Partner mehrmals vor Gericht. Sein Programm funktioniert inzwischen nicht mehr, da Apple den Schutz im iTunes Music Store verbessert hat.

Seinen Namen "DVD-Jon" erhielt Johansen, als er als 16-Jähriger die Software DeCSS schrieb, um seine legal erworbenen DVDs auf einem Linux-Computer abzuspielen. Nachdem er das Programm im Internet veröffentlicht hatte, wurde er von der Motion Picture Association of America (MPAA) angezeigt.

Im größeren Umfang machte Johansen zuletzt Ende Oktober 2006 von sich reden, als er verkündete, er habe den Kopierschutz FairPlay der Firma Apple geknackt, der im Musikportal iTunes und auf dem iPod genutzt wird.

Auch in die Sprache ist das iPhone schon diffundiert: Während viele Blogger sich vehement dagegen sträuben das "iWord" in den Mund zu nehmen, schreibt die "Computerworld" über eine um sich greifende "iPhorie" ("iPhoria").

Was die Autoren offenbar nicht wissen: Das Wort IPhOria existiert bereits - und zwar als Akronym für Euphorie und IPO (Initial Public Offering), dem englischen Ausdruck für Aktien-Neuemissionen.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 204 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
28.11.2007 von Eiermann:

Mit den Informationsabenteuern und den vielen anderen Möglichkeiten des Internets in Verbindung mit den touristischen Abenteuern werden diese touristischen Abenteuer ja vielmehr beträchtlich in Umfang und Möglichkeiten [...] mehr...

28.11.2007 von Eiermann:

Neein, neiin - ich äußere mich ja auch kritisch, und zwar zu den Tarifen und der Bindung an einen einzigen TK-Vertreiber. Gerade weil ich das Gerät für einen neuen Innovationssprung halte und deshalb an ihm interessiert bin. mehr...

28.11.2007 von Azrael:

Ohne Ihnen da etwas unterstellen zu wollen, aber wenn man sich Ihre Aktivität hier im Forum so ansieht, könnte man denken sie stünden in einer gewissen Beziehung zu einem Computerhersteller. mehr...

28.11.2007 von Azrael:

Eben. Oder man geht einfach mal drauf los und läßt sich überraschen. Aber das ist vielen vermutlich zuviel Abenteuer. mehr...

28.11.2007 von Eiermann:

Schöner Lacher, aber dazu wird man sich dann natürlich gemeinhin auf eine Bank oder in ein bequemes Restaurant usw. setzen. Das iPhone hat in touristischer Hinsicht ungefähr die Funktion der Audioführer für Ausstellungen in [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Tech

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP