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03.08.2007
 

Gratis-Offensive

Microsoft verteilt Works bald kostenlos

Der Softwaregigant holt zum Gegenschlag aus: Wegen der Konkurrenz von Gratis-Programmen im Internet plant Microsoft, seine Büro-Software Works kostenlos abzugeben. Dafür blinken beim Tippen und Tabellenausfüllen die Werbebanner.

Man schreibt einen Brief an einen Vorgesetzten und während man um Formulierungen ringt, blinkt rechts unten auf dem Bildschirm der nervige MS-Office-Avatar Karl Klammer ("Offenbar wollen Sie einen Brief schreiben?") und irgendwo auf dem Bildschirm animierte Werbung für Webseiten, Computerspiele, Tintenstrahldrucker. Karl Klammer kann man abschalten, die Werbung nicht.

Office-Anwendung: Bald gratis und werbefinanziert

Office-Anwendung: Bald gratis und werbefinanziert

Dieses Szenario dürfte bald Realität werden: IT-Gigant Microsoft wird die neunte Version seines abgespeckten MS-Office gratis abgeben und über Werbung finanzieren. Bereits in einigen Monaten will Microsoft seine Gratis-Offensive starten. "Die kostenlose Works-Version ist zunächst ein Pilot-Projekt", sagt Pressesprecher Frank Mihm-Gebauer SPIEGEL ONLINE.

Die Aktion sei "ein Test, welche Reaktionen eine solche Anwendung im Markt hervorruft". Die Gratis-Variante des kleinen Office-Bruders sei "auf ein Jahr" begrenzt und werde "nur punktuell in einigen Ländern eingeführt". Ob das Gratis-Works auch in Deutschland auf den Markt kommen wird, wollte der Microsoft-Sprecher nicht sagen.

Wie die Werbeeinblendungen im Detail aussehen sollen, verriet Mihm-Gebauer nicht. Laut eines Berichts der BBC sollen die Banner aus einem Pool gespeist werden, der jedes Mal, wenn der Nutzer online geht, aktuelle Einblendungen herunterlädt.

Wachsende Konkurrenz

Microsoft reagiert mit seinem Projekt auf die wachsende Konkurrenz im Sektor der Büro-Software. Im Netz sind kostenlose MS-Office-Anwendungen längst Usus. Konkurrenten wie die Plattform OpenOffice oder Googles Gratisprogramme für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation unterminieren das Microsoft-Monopol für Büroanwendungen schon länger.

Software-Editoren wie Coghead, AppExchange, BungeeLabs oder das demnächst auf den Markt kommende IcebergOnDemand erlauben es dem Nutzer sogar, verschiedene Büroanwendungen für Projektmanagement, Präsentation und Mailing mit einer zentralen Datenbank zu vernetzen und sich je nach Bedarf eine eigene EDV-Infrastruktur anzulegen.

Works 9.0 umfasst eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation, ein Datenbank sowie Kalender-, Mail- und Internetanwendungen. Auf Works basiert zudem die Works Suite (aktuell ist die Version 2006), die zusätzlich Autoroute, die Standardversion von Encarta und eine Foto-Software beinhaltet.

ssu

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