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21.09.2007
 

Computerchips

Intel macht Linux mobil

Von Matthias Kremp

Linux statt Windows: Das scheint Intels Motto für die mobile Zukunft zu sein. Intels Prototypen für Chips neuer Mobilgeräte bauen allesamt auf das offene Betriebsystem. Für den Schreibtisch hingegen setzt der Konzern auf kerniges: Bis zu acht Prozessorkerne sollen künftig PCs antreiben.

Das Highlight der diesjährigen Eröffnungsrede von Paul Ottellini ist bezeichnend für die Informationspolitik des Konzerns. Stolz zeigte der Intel-Chef die ersten Chips mit 32 Nanometern Strukturbreite. So was hat die Konkurrenz noch nicht. Intel aber eigentlich auch nicht. Die Serienproduktion soll erst 2009 anlaufen.

Bis dahin will Intel erstmal die Produktion von Prozessoren mit 45 Nanometern Strukturbreite anschieben. Noch werden die PC-Triebwerke jedoch in 65 Nanometer-Technik hergestellt. Den Nanometer-Wert möglichst niedrig zu halten, kann entscheidend für den kommerziellen Erfolg einer Chipfertigung sein. Je kleiner die Strukturbreite, desto mehr elektronische Schaltkreise passen auf einen Chip. Auf Ottelinis 32 Nanometer-Modell von der Größe eines Fingernagels etwa finden 1,9 Milliarden Transistoren Platz.

Man kann die Miniaturisierung aber auch nutzen, um die Chips vor allem kleiner zu machen. Auf diese Weise können pro Wafer, das sind die großen Siliziumscheiben, auf denen die Chips gefertigt werden, mehr Chips hergestellt, also mehr Gewinn gemacht werden.

Kleinere Chips verdienen mehr Geld

Vor allem aber kann man mit kleineren Chips kleinere Computer bauen, die länger ohne Steckdose durchhalten, weil kleinere Chips auch weniger Strom brauchen. Genau das will Intel offenbar vorantreiben und hat dazu auf der Intel-Entwicklerkonferenz in dieser Woche etliche Prototypen vorgeführt. Als "Mobile Internet Devices", also Mobile Internetgeräte, kurz MID, bezeichnet der Konzern eine ganze Gerätegattung, die von den neuen Spar-Prozessoren künftig angetrieben werden soll.

Den gezeigten MIDs ist vor allem eines gemein: Sie alle nutzen Ubuntu-Linux als Betriebssystem. Von Microsofts Windows war weit und breit nichts zu sehen. Offenbar hat man bei Intel eingesehen, dass es wenig sinnvoll wäre, zu versuchen, die Windows-Oberfläche auf den kleinen Bildschirmen der MIDs abzubilden.

Linux für unterwegs

Stattdessen läuft dort nun also ein Linux mit einer speziell an die Bedürfnisse mobiler Nutzer angepassten Oberfläche. Da strahlen einem große Icons entgegen, die verschiedene Programme und Funktionen symbolisieren. Die Bedienung erfolgt per Fingerzeig auf den Touchscreen. Das erinnert wohl nicht zufällig an Apples iPhone.

Ohnehin beachtet die Apple-Welt das Treiben auf der Intel-Veranstaltung mit großem Interesse. So wurde die Ankündigung neuer schnellerer Notebook-Prozessoren für Anfang 2007 von der Gerüchteseite 9to5mac sofort aufgegriffen und in eine zeitgleiche Ankunft neuer Apple-Notebooks umgemünzt.

HD-Video für alle

Die neue Notebook-Technologie dürfte allerdings auch Windows-Usern Freude machen. Schnellere Prozessoren, längere Akkulaufzeiten und vor allem bessere Grafikfähigkeiten sollen das Update auszeichnen.

Wirklich Neues verspricht Intel dann für Mitte 2008. Unter dem Namen Montevina soll dann der Centrino-Nachfolger bereitstehen. Der soll neben wiederum schnelleren CPUs und schnellerem Speicher vor allem die Fähigkeit mitbringen, HD-Videos zu dekodieren. Dabei hat sich Intel nicht einem der konkurrierenden Lager verschrieben, sondern verspricht, sowohl Blu-ray als auch HD-DVD zu unterstützen. Optional will man auch die Wimax-Funktechnologie anbieten. Einen Markt dafür wird es mangels Wimax-Netzen im Sommer 2008 aber wohl kaum geben.

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