Hamburg - Hanseaten können ab morgen schon mal das Ankreuzen mit dem digitalen Stift üben. Das Landeswahlamt wird "Schnupperwahllokale" in neun Hamburger Einkaufszentren aufstellen, um den Bürgern das umstrittene Wahlwerkzeug näher zu bringen. Zum Auftakt der vierwöchigen Kampagne werden die Wahlstifte im Billstedt-Center sowie im Tibarg-Center auszuprobieren sein.
Hamburger Wahlplakat: Bürgerschaftspräsident Röder (CDU) eröffnet die Kampagne für den digitalen Wahlstift
Damit der Stift verwertbare Daten liefern kann, wird ein kaum sichtbares Muster auf die Stimmzettel gedruckt. Mit dessen Hilfe erkennt die Software an welcher Stelle das Kreuz gemacht wurde. Nach der Stimmabgabe wird der Stift dann in eine Auslesestation gesteckt, um das digitale Kreuz ins Wahl-Notebook zu übertragen.
Experten kritisieren den Stift als manipulierbar und potentiell verfassungswidrig. Vor zwei Wochen meldete der Chaos Computer Club, dass es ihm möglich sei, einen solchen Stift derart zu manipulieren, dass man mit seiner Hilfe Schadsoftware auf das Wahl-Notebook schmuggeln kann.
Wäre der Stift tatsächlich manipulierbar, würde er das Wahlgeheimnis verletzen. Im Verfassungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft wird daher am Freitag eine Expertenanhörung zum Thema stattfinden.
pha
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