Von Konrad Lischka
Was macht ein Haustier den ganzen Tag lang? Und wie sieht es die Welt? Die Frage beschäftigt Hardware-Bastler weltweit. Der deutsche Ingenieur Jürgen Perthold hat im Sommer eine Mini-Katzen-Kamera gebastelt, seinem Kater Mister Lee umgehängt und ihn die Umgebung auf seinen Streifzügen fotografieren lassen. Die Cat-Cam-Fotos waren im Web so beliebt, dass Perthold inzwischen Bausätze und fertig gelötete Mini-Kameras verkauft.
Die Cat-Cam schießt automatisch jede Minute ein Foto - je nach Speicherkarte und Auflösung bis zu 48 Stunden lang. 45 Euro kostet eine fertige Kamera, 24 Euro ein Baussatz zum Selber-Löten. Da Perthold in den Vereinigten Staaten lebt, kommen für den Versand noch mal bis zu 16 Euro dazu. Weil Perthold mit dem Löten den Bestellungen nicht mehr hinterkommt, wird er fertige Kameras nicht mehr rechtzeitig vor Weihnachten verschicken können - als Alternative bietet er ein Geschenkzertifikat mit Fotos von Mr. Lee. Oder man kauft den Bastelsatz - für Hobby-Frickler vielleicht ohnehin das bessere Geschenk.
In Japan ist eine andere Tierkamera bereits in Serienfertigung: Der "Wonderful Shot" getaufte Fotoapparat des Spielzeug-Herstellers Takara Tomy. Die 38 Gramm leichte Kamera kann man auch Katzen umhängen, obwohl sie etwas größer ist als Pertholds Cat-Cam. Allerdings gibt es die "Wonderful Shot"-Kamera nicht bei deutschen Händlern. Da hilft Sven Kilian: Der in Japan lebende Deutsche hat sich darauf spezialisiert, Technik-Wunderwerke aus Japan zu verschicken. Für etwas mehr als 65 Euro samt Versand verkauft er die Kamera in seinem Online-Shop und bei eBay - sieben Werktage soll die Lieferung aus Japan dauern.
In Sven Kilians Japan-Shop findet man noch andere einmalig kuriose Geschenke für Technik-Verrückte: Winzige Insekten-Helikopter, die man per Infrarot-Fernbedienung durch die Wohnung fliegen lassen kann und neue Tamagotchis, bei denen man für das Wohl einer ganzen Ameisenkolonie verantwortlich ist. Warum es das alles nicht in Deutschland gibt? Sven Kilian: "Viele japanische Firmen konzentrieren sich hauptsächlich auf den inländischen Markt - und die meisten japanischen Hersteller verlangen von deutschen Vertriebspartnern Abnahmemengen zwischen 10.000 und 24.000 Stück, welche sich natürlich niemand auf Lager legen möchte." Schade eigentlich.
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