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13.12.2007
 

IT-Sicherheit

Die besseren Phisher

Phishing gehört zu den Web-Betrugsmanövern, die hohen materiellen Schaden verursachen können. Im Grunde aber sind die bisherigen Methoden wenig erfolgreich. Das könnte sich bald ändern - mit Tricks, die nicht auf den Nutzer zielen, sondern auf das DNS-System.

Wie viele Phishing-Mails muss ein Krimineller versenden, bis er mit einer Erfolg hat? Eine gesicherte Antwort darauf gibt es nicht, doch die Zahl dürfte im sechs- bis siebenstelligen Bereich liegen. Kein Problem, denn Spam-Mail ist billig: Jeden Tag landen in unseren Postfächern vorgeblich von Banken, Versicherungen, Kreditkartenunternehmen oder Händlern wie eBay verschickte Mahnungen, die dringend den Besuch einer täuschend echt aufgemachten Webseite verlangen, wo wir unsere PIN- und TAN-Nummern eingeben sollen.

"Phishing" ist ein Kunstwort aus "Password" und "fishing". Kriminelle angeln dabei in den Weiten des Webs nach Beute - und das sind wir
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DPA

"Phishing" ist ein Kunstwort aus "Password" und "fishing". Kriminelle angeln dabei in den Weiten des Webs nach Beute - und das sind wir

Nur sehr, sehr wenige Internet-Nutzer tappen in die Falle. Längst hat sich herumgesprochen, dass kein Unternehmen auf der Welt per Mail die Eingabe geheimer Zugangscodes verlangt. Filter- und Phishing-Warn-Systeme von Browserherstellern, die meist auf dem Abgleich von Zertifikaten beruhen und dafür sorgen, dass man entsprechende Warnungen serviert bekommt, senken die Erfolgsquote der Kriminellen weiter.

Ausgefuchster erscheinen da nur die Phishing-Tricks über Spyware und andere Schad-Software, die den Browser bei Eingabe bestimmter Adressen kapern und auf präparierte Fallenseiten umleiten. Doch selbst die haben es schwer, gegen die immer häufigeren Updates von Virenschutz-Software und Adware-Filtern anzukommen.

Doch Phishing hat nach wie vor das Potential, zu einer gewinnträchtigen Betrugsmethode zu werden, glauben IT-Experten von Google und dem Georgia Institut of Technology, die im Februar nächsten Jahres eine Studie zum Thema vorlegen wollen, wie "MacWorld" berichtet.

Die Weiterentwicklung zum "Phishing 2.0" setzt am DNS-System des Internet an: Rund 17 Millionen DNS-Server in aller Welt sind dafür zuständig, die uns so gewohnten Web-Adressen nach dem Muster www.spiegel.de in kryptische Zahlencodes zu übersetzen, die sich hinter diesen Adressen verbergen. Wer Zugriff auf einen DNS-Server hat, kann prinzipiell jeden Nutzer zu jeder Adresse schicken - egal, ob der dort hinwollte oder nicht.

Trend: Attacke auf das Web selbst statt direkt auf die Nutzer

Schon jetzt, behaupten die IT-Experten, dürften rund 68.000 DNS-Server in der einen oder anderen Weise gekapert sein. In Zukunft, so ihre Vorhersage, würden solche DNS-Kidnappings vornehmlich genutzt, um Banking- und Versandkunden zu Betrugsseiten zu schicken, statt zu den eigentlich angewählten Seiten.

Zu machen wäre das ohne große Probleme. Vorgaben in den Netzwerkoptionen eines jeden Rechners legen fest, über welchen DNS-Server er sich seine Wege durch das Netz sucht. Alles, was es jetzt noch braucht, ist eine Schadsoftware, die diese Einstellungen verändert.

Tatsächlich ist diese Technik alles andere als taufrisch: Sie ist das Grundprinzip diverser Ad-Software und Browser-Highjacker, die im Auftrag zahlender, aber windiger Kunden die Webbrowser ganz normaler Internet-Nutzer immer wieder auf obskure Pornoseiten oder mit Werbung vollgekleisterte Blödsinnsangebote lenken, wenn diese eigentlich Google und Co ansteuern sollten. Erst seit relativ kurzer Zeit aber, sagen die IT-Experten, kombinierten die Kriminellen verschiedene Methoden in kreativer Weise.

Die vielleicht gefährlichste Fußangel im Web sind Internetseiten, die unter Ausnutzung von Sicherheitslücken den Rechner eines Internetnutzers mit Schad-Software verseuchen, ohne dass dieser mehr tun müsste, als so eine Seite zu besuchen. Es soll Tausende davon geben. Aktuell wollen viele Seiten den Internetnutzern angeblich nützliche kleine Applets unterjubeln, um beispielsweise MP3s oder neue Video-Codecs nutzen zu können. Einmal auf dem Rechner, sind solche Quälgeister mitunter nur schwer wieder zu entfernen.

Schad- und Spähsoftware

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Trojaner

Virus

Rootkit

Wurm

Drive-by

Botnetz

Fakeware, Ransomware

Zero-Day-Exploits

Risiko Nummer eins: Nutzer

DDoS-Attacken

Sicherheit verspricht hier letztlich nur eine Erhöhung der Kompetenz der Nutzer. Gerade DNS-Phishing ist mit Software wie Virenscannern und ähnlichem nicht beizukommen. Um so wichtiger wird die Einhaltung elementarer Sicherheitsprinzipien bei der Bewegung im Netz.

Dazu gehört es, ausführbare Programmdateien ("exe") grundsätzlich niemals sofort ausführen oder installieren zu lassen, Codecs und ähnliches nur von den Webseiten der Entwickler zu beziehen, niemals auf Mails zu reagieren, die die Eingabe geheimer Passworte oder PINs verlangen, Sicherheits-Software stets aktuell zu halten und nicht zuletzt, grundsätzlich niemals mit einem Rechner im Web unterwegs zu sein, in den man mit Admin-Rechten eingeloggt ist: Schadprogramme, die auf einem so offenen System landen, können tiefer abtauchen, Veränderungen auf der Systemebene bewirken und sind schwerer zu bekämpfen.

Eine gut aktualisierte grundsätzliche wie verständliche Einführung in Sicherheitsthemen rund ums Internet hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik mit der Webseite BSI für Bürger aufgebaut. Sich in dieser Hinsicht schlau zu machen, schadet garantiert nicht.

pat

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