London - Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist eine CD mit Informationen über 160.000 kranke Kinder auf dem Weg in eine große Londoner Klinik spurlos verschwunden. Auch gespeicherte Angaben zu zehntausenden erwachsenen Patienten würden in insgesamt neun Regionalbereichen des staatlichen Gesundheitswesens vermisst, hieß es.
Im November waren persönliche Daten von Millionen Kindergeldempfängern und Fahrschülern abhandengekommen. Der aktuelle Verlust sei nur durch Untersuchungen der ersten Pannen aufgefallen. Die vom Datenverlust im Gesundheitswesen Betroffenen seien inzwischen informiert worden. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass ihre Daten "in falsche Händen gefallen sind", erklärte eine Sprecherin.
Mitte Dezember hatte die Regierung eingestanden, dass Datenträger mit Namen, Adressen und Telefonnummern von mehr als drei Millionen Fahrschülern bei einem für die britischen Behörden arbeitenden Privatunternehmen in den USA spurlos verschwunden sind. Das in Iowa ansässige Unternehmen Pearson, dem auch die "Financial Times" und der Penguin-Buchverlag gehören, hatte 2003 den Zuschlag für den Vertrag zur Auswertung von Fahrschulprüfungen in Großbritannien erhalten.
Erst vier Wochen zuvor war bekanntgeworden, dass seit Oktober zwei CDs der britischen Steuerbehörde mit Daten von 25 Millionen Kindergeldempfängern - darunter auch Bankdetails - vermisst werden.
Durch die Daten-Panne geriet die Regierung von Premierminister Gordon Brown unter Druck, deren Umfragewerte auch dadurch in letzter Zeit weiter gesunken sind.
jjc/dpa
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