Äußerlich ist Steve Jobs ein Mensch des Understatements: Der Apple-Chef pflegt eine ganz eigene Corporate Identity mit Jeans und Pullover. Wenn er auf die Bühne tritt, hat das aber nur wenig mit Understatement zu tun: Der Mann kann sich darauf verlassen, dass er mit seiner Keynote allein über das Web mehr Leute erreicht als ein ausgewachsener Fernsehender mit einem Großereignis.
TV und Film ist Jobs eng verbunden: Seit Pixar-Zeiten macht er in Film, ist inzwischen größter Einzelaktionär von Disney. Kaum verwunderlich also, dass Apple mit seinen Produkten ins Wohnzimmer drängt.
Entsprechend sahen auch die ersten Themen seiner Keynote aus: Erwartungsgemäß verkündete Jobs einen Deal mit führenden Studios, die ihre Film-Waren nun auch über den iTunes-Store anbieten. Der wird zur Schnittstelle für eine Apple-Universal-Videothek: Die Videos kann man auf Macs betrachten, aber auch über iPod und iPhone. Über 1000 Filme sind im ersten Sortiment, Neuigkeiten sollen dort 30 Tage nach DVD-Veröffentlichung erscheinen.
Die Technik der Wahl ist ein Sukzessiv-Download, quasi ein Stream: Rund 30 Sekunden nach Download-Beginn kann man anfangen, den Film zu sehen. 2,99 bis 3,99 Dollar pro Film soll das kosten. Wie auf diesem Markt üblich tragen die Filme eine Verfallszeit, nach 24 Stunden sind sie unbrauchbar. In dieser Hinsicht hatte am Dienstag die Online-Videothek Netflix Apple einen Schuss vor den Bug gegeben: Sie schaffte diese Verfallszeit ab.
Doch Jobs kann noch eins draufsetzen: Die zweite Generation der Apple-TV-Box soll ebenfalls Zugang zur Videothek bekommen - und das unter Umgehung des klassischen Computers. Die Medien-Box wird direkt mit dem Internet verbunden, ein erheblicher Anreiz zum Kauf des Gerätes, das sich bisher nicht zu einem Kassenschlager entwickelt hatte. Apple gibt die Sache aber nicht auf, sondern geht ungewohnt preisaggressiv ran: Das Update geht mit einer Preissenkung um rund 70 Dollar einher. Die zweite Gerätegeneration soll 229 US-Dollar kosten.
Einen Strich zog Jobs unter das Thema Film, indem er einen Stargast begrüßte - auch das ist üblich: Jim Gianopulos, Chef von 20th Century Fox, feierte mit Jobs, freute sich riesig und überhaupt hatten sich alle lieb. That's marketing.
Für Freude unter iPhone-Nutzern dürfte das von Jobs angekündigte Software-Update für das Kult-Handy sorgen. Mit dem werden einige Funktionen nachgerüstet, die Besitzer des "besten aller iPods" lange ersehnt haben. So etwa die Lokalisierungsfunktion von Google Maps und der SMS-Versand an mehrere Empfänger.
Und was liegt nun in der Luft?
Nächster Akt und Höhepunkt: Jobs bestätigte die seit Monaten hartnäckig kolportierten Gerüchte und zog das Macbook Air aus dem Hut. "Luft" deshalb, weil es luftiger kaum sein könnte: Angeblich ist es das dünnste Notebook der Welt, bringt es gerade einmal auf zwei Zentimeter Dicke. Auch wenn so etwas erwartet wurde, schaffte es Jobs einmal mehr, seine Fans vor Ort zu begeistern: Das Ding beeindruckt.
Das nur 1,3 Kilogramm leichte Gerätchen geizt nicht mit Ausstattung. Der Bildschirm bringt es auf immerhin 13 Zoll Diagonale, als Speichermedium dient entweder der erwartete 64 Gigabyte große Flash-Speicher (!) oder eine konventionelle Festplatte mit 80 Gigabyte - das wird wohl eine Preisfrage. Innen ackern Doppelkern-Prozessoren von Intel, weshalb wie im vergangenen Jahr nun wieder Intel-Chef Paul Otellini auf die Bühne durfte. Nach kurzer gemeinsamer Feier sorgte Randy Newman für den musikalischen Abspann - Vorhang zu, Show beendet, bis zum nächsten Jahr.
mak/pat
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Sagt mal wie viele "Das dünnste Notebook der Welt" Threads gibt´s hier eigentlich. Ich weiß gar nicht wo ich meinem Senf da zugeben soll. mehr...
....für mich ideal. Laufwerkbenutzung weicht bei mir schon länger dem Streamen, Netzwerken und schnellem Datentausch per USB. Das Trackpad ist gelungen! Endlich eine Tastaturbeleutung! Leistungsdaten für mich und vor allem bei der [...] mehr...
Als überzeugter Macianer finde ich das MacBook Air auch sehr schön und eine konsequente Weiterentwicklung. Aber es scheint doch als Zweitrechner oder gar Drittrechner konzipiert zu sein. Um etwas darauf zu installieren muss man [...] mehr...
Genau, es geht nicht um Kunden sondern um Fans. Erinnert mich immer an St.-Pauli-Fans: Egal, was der Club macht, wie grottig die Truppe auch spielt - es ist immer geil und Kult. Aber gibt Schlimmeres... mehr...
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