Von Konrad Lischka und Matthias Kremp
Die Strecke sieht wirklich abenteuerlich aus: Zuerst ging es entlang einer Bergflanke in Serpentinen nach oben, dann über einen schmalen Grat gut einen Kilometer sanft zum nächsten Berg hinauf. Der Ausblick ist beeindruckend, zumindest so, wie er hier bei Google Earth zu sehen ist. Denn diese Bergtour findet nur im Rechner statt, ist das Ergebnis der geschickten Verknüpfung von Digitalfotos mit GPS-Koordinaten.
Geotagging nennt man das, wenn man seine Digitalfotos mit der genauen Position verbindet, an der sie aufgenommen wurden. Aus einer Abfolge solcher Bilder lassen sich regelrechte Reiseberichte bauen, mit denen jeder nachvollziehen kann, wo man im Urlaub war, wie es dort ausgesehen und was man dort wann unternommen hat. Per GPS verortete Fotos reihen sich bei Online-Bilderdiensten wie Flickr zu lebendigen Wegbeschreibungen aneinander, die jede Diashow muffig wirken lassen.
Noch ist dieses Geotagging allerdings ein Nischen-Hobby. Doch das könnte sich bald ändern, glauben Foto-Experten. Denn zur Fotomesse PMA, die jetzt in Las Vegas begonnen hat, werden etliche Hersteller neue Modelle vorstellen, die per Satellitenortung ihre Position feststellen können. Doch das wird möglicherweise kein ganz billiger Spaß. Die einzige aktuell verfügbare GPS-Kamera, Ricohs Caplio 500SE, ist derzeit bestenfalls ab 700 Euro zu haben.
Doch es geht auch billiger. Kleine Zusatzgeräte, die unterwegs kontinuierlich GPS-Daten sammeln und diese später mit den Fotos verknüpfen, sind für deutlich unter 100 Euro zu bekommen. Auch in Handys setzt sich GPS zunehmend durch und kann mit den Handycam-Bildern verknüpft werden. Und sogar kostenlose Möglichkeiten zum Geotaggen gibt es.
SPIEGEL ONLINE erklärt Schritt für Schritt, wie Geotagging funktioniert:
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