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Adobe Air Auch offline online

2. Teil: Microsofts Flash-Jäger: Silverlight  - schnell genug, um aufzuholen?

Das überrascht auch in Redmond niemanden: Der Ausbau der Windows-Live-Plattform soll den MS-Nutzern genau diese Vorteile der Online/Offline-Anwendungen erschließen. Nur sind bei Microsoft die verschiedenen Softwarewelten eben noch nicht so hochgradig integriert, viele Applikationen und Dienste werden noch entwickelt. Air treibt derweil das Prinzip "ein Rahmen, jeder erdenkliche Inhalt" schon auf die Spitze, während Microsoft die Veröffentlichung von Silverlight 2, dem designierten Flash- und Air-Jäger aus Redmond, noch vorbereitet.

Die erste Version von Silverlight wurde im Frühjahr 2007 veröffentlicht und sollte Adobes Flash als dominante Videolösung im Web in die Schranken weisen. Ähnlich wie Flash ist Silverlight ursprünglich eine Präsentationssoftware, in die verschiedenste Inhalte einfließen können; ähnlich wie Adobes Programm arbeitet auch Silverlight auf verschiedenen Plattformen. Derzeit steht es für Windows und Mac OS X zur Verfügung, Silverlight-Plugins gibt es für den Explorer, für die Mozilla-Browser (Firefox) und Apples Safari.

Durchsetzen konnte sich Silverlight bisher jedoch nicht.

Das ist keine reine Frage der kritischen Masse. Noch immer ist Flash deutlich flexibler, hat daneben aber auch einen ganz profanen Vorteil: Es ist seit 1997 auf dem Markt und hat eine ganze Generation von Softwareprogrammierern hervorgebracht, deren Tagesgeschäft es ist, Inhalte für Flash zu produzieren.

Microsoft holt langsam auf

Denn letztlich ist Flash eine Entwicklungsumgebung, für die man regelrecht programmieren kann und muss, wenn man mehr will, als vorgefertigte Baukästen bestücken. Während Silverlight Interaktivitäten beispielsweise über Javascript einbindet, ist Interaktivität eine Flash-immanente Funktion, wenn man das so will - Flash ist längst so etwas wie eine kleine Programmiersprache.

Diesen Schritt will Microsoft mit Silverlight 2 erst noch tun: Die für März angekündigte neue Version ermöglicht es erstmals, auch VB.NET- und C#-Code direkt in Silverlight zu verarbeiten. Das ermöglicht nicht nur mehr Interaktivität und Integration von Browserfunktionalitäten in das Silverlight-Fenster - also die Möglichkeit, ganze Webseiten "in Silverlight" anzubieten. Weil Silverlight ab Version 2.0 auch Inhalte aus verschiedenen Quellen im Web integrieren kann, könnte man es wie Adobes Air auch als Arbeitsoberfläche nutzen - nach wie vor aber gebunden an einen Browser.

Der Vergleich zeigt, dass der Abstand zu Flash damit zwar kleiner wird, nach wie vor aber besteht. Microsoft wird seinen Hausvorteil nutzen, Silverlight 2 mit Hilfe der (optionalen) Windows-Update-Funktion stärker zu verbreiten als bisher. Ob das allerdings ausreicht, Adobes numerischen wie funktionalen Vorsprung wirklich aufzuholen, bleibt abzuwarten.

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