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Klage gegen Apple iTunes unter Feuer

2. Teil: Klage mit Erfolgsaussichten? ZapMedia hat sich seit 2005 darauf vorbereitet

Webseite von ZapMedia (2002): Vollkonzept aus Internet-Shop und Geräten

Webseite von ZapMedia (2002): Vollkonzept aus Internet-Shop und Geräten

Man kann das so sehen. Es ist ein Grundproblem des amerikanischen Patentwesens, dass sich eben auch grundsätzliche Ideen patentieren lassen. Natürlich ist iTunes keine Kopie von ZapZone und der unterliegenden Software ZapMedia SM. Das ZapMedia-Patent aber kann man auch als Beschreibung des iTunes-iPod-Konzeptes lesen, wenn man will. Patente sind selten konkret, bedienen sich einer möglichst weit umschreibenden Sprache.

Apple ließ ZapMedia abtropfen, als 2006 die ersten Klagedrohungen kamen. Auch auf Lizenzverhandlungen ließ sich der mächtige Computer-Bauer, der sich zunehmend auch zum Konzern für Entertainment und Unterhaltungselektronik mauserte, erst gar nicht ein. ZapMedia scheint damit schon vor Genehmigung des Patentes gerechnet zu haben - und traf Vorkehrungen.

Nicht chancenlos

Denn die Wandlung vom bankrotten Technik-Innovator zum Patent-Profiteur scheint im Jahr davor eingesetzt zu haben. Im September 2005 reichte ZapMedia eine Erweiterung des ursprünglichen, zum Patent angemeldeten Konzeptes ein, das erstmals mehr einschloss, als das ursprüngliche Produkt-Konzept umfasst hatte - die Verteilung der multimedialen Inhalte auch über mobile Geräte.

Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass dies keine Reaktion auf Apple und iTunes war. ZapMedia brachte sich offenbar in Position für Klagen gegen Apple: 2005 war das Jahr, in dem Gerüchte über ein kommendes "iTunes-Handy" die Apple-Schlagzeilen dominierten. Partner in diesem Projekt war Motorola, die das erste iTunes-fähige Handy im Oktober 2005 vorstellten - bekanntlich ein Flopp, weil das Gerät die Kernanwendung von iTunes - den Online-Einkauf - gar nicht beherrschte.

Doch das erweitere ZapMedia-Patent beschrieb ein Shop-Konzept, das man heute als Beschreibung der iTunes-Anbindung des iPhone lesen könnte. Am Dienstag wurde diese Erweiterung des Ursprungspatents genehmigt - und ZapMedia wartete keine 24 Stunden mehr. Die seit 2006 angekündigte Klage gegen Apple eingereicht - und Medien wie Blogosphäre quittierten das mit einem "Ach, da kommt der nächste". Vielleicht zu früh, denn gerade weil das ursprüngliche Patent nicht nur vor Entstehung des iTunes-Stores eingereicht wurde, sondern sogar wirklich entwickelte Produkte und Services beschrieb, könnte die Klage Chancen haben.

ZapMedia ist kein klassischer Patent-Troll, sondern ein gescheitertes, innovatives Unternehmen, das nun im Nachhinein nun doch noch Profit machen will, indem es das letzte vermarktet, was ihm bleibt - seine Patente. Man mag das mies finden, unnormal ist es nicht.

Apple nimmt bisher keine Stellung zu der Klage.

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insgesamt 3 Beiträge
eval 13.03.2008
Da könnte was dran sein. Es gibt jede Menge Neider, Die Apple den Erfolg mit Itunes nicht gönnen. Hinterher ist man immer schlauer.Ich bin mir sicher, dass Apple die Rechtslage geprüft hat, bevor das Produkt in den Markt kam. [...]
Da könnte was dran sein. Es gibt jede Menge Neider, Die Apple den Erfolg mit Itunes nicht gönnen. Hinterher ist man immer schlauer.Ich bin mir sicher, dass Apple die Rechtslage geprüft hat, bevor das Produkt in den Markt kam. Wenn das so ist, dann wäre ein schneller Vergleich das Beste, was Itunes-Nutzern passieren könnte. eval
broken_authority 13.03.2008
Das machen sie immer. Heißt noch lange nicht, dass sich Apple deshalb fair verhält. Der Vergleich hinkt zwar gewaltig, aber ich kann mich noch recht gut an den Plagiatsprozess zwischen Apple und Creative erinnern. Was haben [...]
Zitat von evalIch bin mir sicher, dass Apple die Rechtslage geprüft hat, bevor das Produkt in den Markt kam.
Das machen sie immer. Heißt noch lange nicht, dass sich Apple deshalb fair verhält. Der Vergleich hinkt zwar gewaltig, aber ich kann mich noch recht gut an den Plagiatsprozess zwischen Apple und Creative erinnern. Was haben die "Äppler" sich damals drüber kaputt gelacht und anschließend dumm aus der Wäsche geschaut, als die Firma 250 Millionen an Creative bezahlte weil die Felle kurz vorm davonschwimmen waren (Verkaufsverbot der iPods)
DJ Doena 13.03.2008
Das mögen sie getan haben, aber es gibt so viele Patente da draußen, da ist das nicht möglich, jede Patentschrift dagegen zu prüfen ob sie eventuell unter Umständen vielleicht etwas mit dem zu tun hat, was man selbst vorhat. [...]
Zitat von evalIch bin mir sicher, dass Apple die Rechtslage geprüft hat, bevor das Produkt in den Markt kam.
Das mögen sie getan haben, aber es gibt so viele Patente da draußen, da ist das nicht möglich, jede Patentschrift dagegen zu prüfen ob sie eventuell unter Umständen vielleicht etwas mit dem zu tun hat, was man selbst vorhat. Apple ist ja nicht der einzige Konzern, der in die Patent-Falle rennt, da ist eigentlich jeder Konzern schon mal gewesen. Und wenn die großen das nicht mal schaffen mit ihren eigenen Rechtsabteilungen, wie sollen dass dann kleinere Firmen bewerkstelligen?
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